Gladbach überrascht die Bayern

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Schock für den FC Bayern: Ein grober Patzer des neu verpflichteten Tormanns Manuel Neuer hat am Sonntag dem deutschen Rekordmeister einen bitteren Saison-Fehlstart beschert.

Nach dem 0:1 (0:0) im Bundesliga-Duell gegen Borussia Mönchengladbach müssen die Titelkandidaten dem furios gestarteten Meister Borussia Dortmund gleich zu Saisonbeginn hinterherlaufen.

Matchwinner für die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste war Igor de Camargo, der in der 62. Minute nach einem langen Ball von Roel Brouwers mit dem Kopf vor Neuer am Ball war, der sich beim Herauslaufen, wie Abwehrmann Jerome Boateng, schwer verschätzt hatte.

Zweiter Sieg nach 1995

Beim erst zweiten Sieg in München nach 1995 war auf Gladbacher Seite der 19-jährige Torwart Marc-Andre ter Stegen der entscheidende Rückhalt.

David Alaba saß bei den Gastgebern auf der Bank, Martin Stranzl hatte bei Gladbach wegen Wadenproblemen gefehlt.

Geknickte Bayern

Das 0:1 hinterließ geknickte Bayern-Akteure. "Alle guten Vorsätze sind wieder beim Teufel. Ich bin sauer", meckerte der deutsche Nationalspieler Thomas Müller.

Tormann Neuer, der sich vor dem Gegentor beim Herauslaufen verschätzt hatte, suchte gar nicht nach Entschuldigungen: "Da sehe ich natürlich blöd aus.

Ich dachte, der Ball kommt in den Sechzehner. Ich wollte kein Handspiel und keine Rote Karte kassieren. Ich nehme das Tor auf meine Kappe", schilderte der 25-Jährige die spielentscheidende Szene.

Heynckes spricht von Missverständnis

Trainer Jupp Heynckes nannte die Situation beim Gegentor ein Missverständnis zwischen Neuer und Abwehrchef Jerome Boateng.

"Manuel hätte da nicht rausgemusst. Das war ein völlig unnötiger Gegentreffer aus dem Nichts. Das rundet die Enttäuschung ab", erklärte Heynckes.

"Wir müssen leider jetzt schon wieder nach dem ersten Spieltag feststellen, dass wir der Spitze hinterherlaufen müssen", sagte wiederum Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, der für den "Fehlstart" die ganze Mannschaft verantwortlich machte: "Wir haben zu wenig getan."

Auch Leverkusen verliert

Ach Bayer Leverkusen hat einen Fehlstart in die neue Saison erwischt.

Die Werkself verlor beim FSV Mainz 05 nach schwacher Leistung mit 0:2 (0:1).

Sami Allagui nach einem schweren Patzer von Bayer-Goalie Fabian Giefer (32.) und ein Eigentor von Ömer Toprak (86.) sorgten für den verdienten Sieg der Gastgeber, die sich damit für das peinliche Aus in der Europa-League-Qualifikation gegen die Rumänen von Gaz Metan Medias rehabilitierten.

Starker Ivanschitz

Während Julian Baumgartlinger auf der Bank saß, lieferte Andreas Ivanschitz vor 32.443 Zuschauern in der neuen Coface Arena eine starke Vorstellung ab, spielte bis zur 91. Minute und fand auch drei gute Möglichkeiten auf Tore vor, in Giefer aber jedesmal seinen Meister.

Dementsprechend positiv fiel auch die Körpersprache von Mainz-Coach Thomas Tuchel aus, der Ivanschitz bei seiner Auswechslung anerkennend auf Brust und Schulter klopfte.

"Ich freue mich riesig, großes Kompliment an die Mannschaft. Sie hat akzeptiert, dass Niederlagen dazugehören", sagte Tuchel, der zuletzt sowohl im Cup als auch international Pleiten hatte hinnehmen müssen.

Emotionale Reaktion

Ivanschitz zeigte sich von seinem Team angetan: "Das war heute wieder das Mainz aus der vergangenen Saison", sagte der 27-Jährige.

"Nach dem Aus in der Europa League wollten wir unbedingt eine Reaktion zeigen. Wenn man bedenkt, dass viele Spieler 120 Minuten Europa League in den Beinen hatten und wir erst am Freitag früh nach Mainz zurückgekehrt sind, ist unsere Leistung umso höher einzuschätzen."

Für Ivanschitz kam auch die emotionale Reaktion von Trainer Tuchel bei seiner Auswechslung in der 91. Minute nicht zufällig:

"Das zeigt, wie wichtig dieser Sieg für uns alle war. Jetzt werden wir den Erfolg einmal sacken lassen und uns ab Mittwoch wieder akribisch auf das Auswärtsspiel in Freiburg vorbereiten."

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