"Bayern ist in der Summe zu gut"

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Die Langeweile im Titelkampf der deutschen Bundesliga ist dem FC Bayern herzlich egal.

"Das interessiert uns nicht. Wir werden jetzt nicht absichtlich Spiele verlieren", erklärte Torhüter Manuel Neuer nach der 5:1-Gala der Münchner gegen den vermeintlich härtesten Konkurrenten Dortmund.

Nach der Machtdemonstration am Sonntag zweifelt niemand mehr am 26. Meistertitel der Münchner.

"Wir bestreiten einen Marathonlauf"

Die Bayern wollen hingegen noch besser werden. "Es muss erkennbar sein, dass man gegen Bayern München keine Chance hat. Da sind wir auf dem Weg, aber noch nicht richtig gut", erklärte Sportvorstand Matthias Sammer.

Wie auch alle anderen Beteiligten beim überlegenen Tabellenführer wollte jedoch auch Sammer keine vorschnellen Gratulationen zum historischen vierten Meistertitel in Serie annehmen.

"Diese magische Vier reizt uns extrem. Aber es ist der 8. Spieltag, und wir bestreiten einen Marathonlauf", meinte Sammer. Den Zielstrich will der deutsche Rekordmeister mit David Alaba am 28. Mai 2016 in Mailand überqueren, im Champions-League-Finale.

Titelkampf schon wieder langweilig

Mit der Liga-Bestmarke von acht Siegen in den ersten acht Spielen wie in der Triple-Saison 2012/13 haben die Münchner schon einmal einen "wunderbaren Start" (Karl-Heinz Rummenigge) hingelegt.

Thomas Müller (26., 34./Elfmeter), Dauertorjäger Robert Lewandowski (46., 58.) und Mario Götze (66.) trafen für die Bayern. Für den BVB sorgte Pierre-Emerick Aubameyang (37.) kurzzeitig für so etwas wie Spannung. Nach einem Viertel der Saison liegt Dortmund nun sieben Zähler hinter dem Tabellenführer, acht sind es für Schalke.

Der Titelkampf ist schon wieder langweilig. Auch Thomas Tuchel zuckte nach seiner ersten Niederlage im 15. Pflichtspiel als Dortmund-Trainer resignierend mit den Schultern bei der Frage, ob die Bayern jemand aufhalten könnte.

"Es ist die Haltung, die Bayern ausmacht"

"Es ist in der Summe zu gut. Abseits der Qualität ist es die Atmosphäre, die Bayern München geschaffen hat und die Pep (Guardiola, Anm.) wie schon einmal aufs höchste Niveau gedreht hat in Europa", philosophierte Tuchel.

Er schwärmte: "Es ist die Haltung, die Bayern ausmacht, die Gier, die Lust, die Bescheidenheit, die Schärfe, auch gegen uns noch einmal schärfer zu spielen als gegen andere Gegner, immer Top-Level abzurufen."

26:3 Tore in sieben erfolgreichen Pflichtspielen lautete die Bilanz der Bayern seit der vorangegangenen Länderspielpause. Locker wollen die Münchner im dritten Jahr unter Trainer Pep Guardiola niemals lassen.

Guardiola droht

"Wenn ein Spieler denkt, es ist vorbei, wird dieser Spieler ein großes Problem mit seinem Trainer kriegen", drohte der Spanier, der seinen ohnedies starken Kader bald um die lange verletzten Routiniers Arjen Robben und Franck Ribery erweitern kann.

Bei Dortmund müssen nun einmal die Wunden geleckt werden. "Wir müssen uns schütteln und neu aufstellen", verkündete Tuchel.

Sein taktischer Plan mit Marco Reus als "frischem" Joker von der Bank und einer Raute im Mittelfeld ging nur in der Anfangsphase auf, da die Abwehr der Gäste gleich mehrmals patzte. Tuchel haderte besonders mit den ersten drei Gegentoren und sprach später von "drei Fehlern, die du in München nicht machen darfst".

Wie einst Jürgen Klopp

Das Bayern-Ärgern, das Tuchel in der Vergangenheit mit seinem Ex-Club Mainz mehrmals geglückt war und das sein Vorgänger Jürgen Klopp in seiner Borussia-Zeit zu einer Lieblingsdisziplin entwickelt hatte, muss er als BVB-Coach noch üben.

Als kleiner Trost blieb, dass auch Klopp eines seiner ersten Bundesligaspiele gegen die Bayern im Herbst 2009 mit 1:5 verloren hat.

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