Hosiner: "Damit war ich angekommen"

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Es gibt diese Geschichten, die für Gänsehaut sorgen.

Geschichten, die so unwirklich sind, dass sie kaum zu glauben sind - und dennoch wahr.

Für eine solche Geschichte zeichnet Philipp Hosiner verantwortlich.

Es ist gerade einmal ein paar Monate her, da änderte sich das Leben des 26-Jährigen von einem Tag auf den anderen in dramatischer Weise.

Karriereende war nah

Der Stürmer, in Österreich bei der Austria Torschützenkönig geworden, in Frankreich bei Stade Rennes dagegen nie so wirklich angekommen, war auf der Suche nach einem potenziellen neuen Arbeitgeber in Köln fündig geworden.

Sein Förderer Peter Stöger wollte ihn, er wollte zum Effzeh. Beim Medizincheck dann der Schock: Hosiner hatte einen rund zwei Kilogramm schweren Tumor.

"Die Ärzte in Köln haben mir wahrscheinlich das Leben gerettet", sollte er später erklären.

Das Karriereende war eine realistische Option, doch der Burgenländer bewies unglaublichen Kampfgeist und kämpfte sich zurück.

Kein Vorbeikommen

Erst die Operation, dann die Reha, dann das Comeback für die Amateure in Rennes. Schritt für Schritt kämpfte er sich zurück ins Leben, immer im Blickfeld des 1. FC Köln.

Im Sommer klopfte Stöger erneut an, dieses Mal sollte alles passen. Eine Leihe wurde vereinbart, doch die Konkurrenz erwies sich in den ersten Saisonspielen als zu groß.

Vor allem an Neuzugang Anthony Modeste gab es für Hosiner kein Vorbeikommen. Gegen den Hamburger SV schlug schließlich die große Stunde des fünffachen ÖFB-Teamspielers.

Erstes Spiel, erstes Tor

In der 66. Minute wurde er erstmals eingewechselt und feierte sein Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse. Wenig später ließ er die fanatischen Anhänger des Kult-Klubs bereits jubeln.

"Ho-ho-Hosiner" netzte in Minute 76 zum Ausgleich und war auch beim Siegtreffer, den Modeste per Elfmeter markierte, nicht unbeteiligt.

Der Österreicher bediente seinen Sturmkollegen ideal, doch Spahic ging mit unfairen Mitteln dazwischen - der Rest ist Geschichte.

"So kann es nicht weiter gehen"

"Ich habe eine Minute davor (vor dem Ausgleich, Anm.) einen katastrophalen Fehlpass über den ganzen Platz gespielt", gab sich Hosiner hinterher selbstkritisch und dachte sich, "so kann es nicht weiter gehen".

Wenig später kam eine Flanke von Hector, "die habe ich über die Linie gedrückt. Damit war ich angekommen."

Hosiner drückt es ganz nüchtern aus, so, als wäre es nichts Besonderes. Dabei ist seine Geschichte alles andere als das.

Es ist der emotionale Höhepunkt dieses Spieltages. Einer mit Gänsehaut-Feeling.

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