Men 2 Watch: Die Nachfolger von Herzog und Stranzl

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Das Warten hat bald ein Ende. Die neue Saison der deutschen Bundesliga steht vor der Tür.

Neben den Superstars werden die Fans auch einige neue beziehungsweise weniger bekannte Spieler zu Gesicht bekommen.

Doch wer spielt sich 2015/16 dauerhaft ins Gedächtnis der Fußball-Welt? Kandidaten gibt es viele. LAOLA1 hat fünf potenzielle Shooting-Stars herausgepickt.

 

Julian Weigl (19, Borussia Dortmund)

Gonzalo Castro? Sven Bender? Nein, Julian Weigl hatte in der Europa-League-Quali seinen Stammplatz im BVB-Mittelfeld neben Ilkay Gündogan sicher. Der 19-Jährige entstammt der berühmten Nachwuchsschule von 1860 München, wo beispielsweise auch die Bender-Zwillinge oder Julian Baumgartlinger ihre Ausbildung genossen. Den Dortmundern war Weigl in diesem Sommer 2,5 Millionen Euro wert. Ein Schnäppchen, wenn man das Potenzial des U20-Internationalen betrachtet. Der zentrale Mittelfeldspieler besticht mit Ballsicherheit, Übersicht und taktischer Cleverness. Ein Sechser, der perfekt in Thomas Tuchels Vorstellungen passt. „Man sieht jeden Tag, dass es vorwärts geht, dass er wahnsinnige Lust drauf hat. Deswegen lassen wir ihn so oft spielen“, lobt der Neo-Coach seinen Schützling. Tuchel und Weigl – eine vielversprechende Partnerschaft.

 

Joshua Kimmich (20, FC Bayern München)

„Für Spieler wie ihn bin ich Trainer“, streut Pep Guardiola seinem Neuzugang Joshua Kimmich Rosen. Der 20-Jährige strahle im Training eine unglaubliche Leidenschaft und große Lernbereitschaft aus, so der Bayern-Trainer. Kimmich gilt als Prototyp eines modernen Sechsers. Ähnlich wie Dortmunds Weigl beeindruckt er mit einer ungeheuren Ruhe am Ball, enormer Passsicherheit, aber auch körperlicher Robustheit. Die 8,5 Millionen Euro, die der FC Bayern für den zuletzt an Leipzig ausgeliehenen Mittelfeldspieler nach Stuttgart überwies, scheinen gut investiert. „Kimmich wird einer der besten deutschen Spieler in den nächsten zehn Jahren“, ist der FCB-Trainer überzeugt. Welche Wertschätzung Kimmich genießt, zeigt nicht zuletzt die Reaktion des Katalanen auf ein Foul von Nigel de Jong beim Audi Cup. Nachdem der Milan-Profi den Bayern-Youngster umgrätschte, musste er sich im Kabinengang eine Wutrede von Guardiola anhören. 

 

Allan Saint-Maximin (18, Hannover 96)

In St. Etienne nannten sie ihn den „Mini-Aubameyang“. Allan Saint-Maximin gilt als ähnlich schnell wie der Dortmund-Stürmer, der einst ebenfalls für den französischen Rekordmeister spielte. Beide laufen zudem mit einer extravaganten Frisur auf. Die blonden Rastalocken des 18-Jährigen sind dabei sogar noch auffälliger als Aubameyangs Irokesen-Frisur. „Allan kann im offensiven Mittelfeld zentral und auch auf den Außenpositionen spielen. Er ist schnell und technisch stark, fußballerisch sehr gut ausgebildet“, lobt Hannover-Trainer Michael Frontzeck seinen Neuzugang. Die „96er“ haben den Franzosen von der AS Monaco ausgeliehen. Fünf Millionen Euro zahlten die Monegassen für den U18-Nationalspieler an St. Etienne. Jetzt soll er nach 12 Ligue-1-Einsätzen in der letzten Saison in Deutschland auf ähnliche Weise durchstarten wie Aubameyang.

 

Andreas Christensen (19, Borussia Mönchengladbach)

Martin Stranzl ist nicht mehr der Jüngste. Der beste Zweikämpfer der vergangenen Bundesliga-Saison hatte nicht erst in der Vorbereitung mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Das eröffnet Gladbachs jungen Defensiv-Akteuren Chancen auf Einsätze. Neben Marvin Schulz (20) und Nico Elvedi (18) hat sich in den Testspielen vor allem Andreas Christensen in die Auslage gespielt. Der Däne kam mit der Empfehlung von Jose Mourinho zu den Borussen. Für die nächsten zwei Jahre wird die Chelsea-Leihgabe bei den „Fohlen“ an Erfahrungen sammeln. „Ich soll bei Lucien Favre das nächste Level erreichen. Er ist ein Top-Trainer und war auch ein Grund für meinen Wechsel. Im Gegensatz zur Premier League setzt man hier auf junge Profis“, so Christensen, der neben seiner Zweikampfstärke mit intelligentem Passspiel punktet. Ein 19-Jähriger als Ersatz für den verletzten 34-jährigen Stranzl? Das könnte schon am ersten Bundesliga-Spieltag Realität werden.

 

Maximilian Eggestein (18, Werder Bremen)

Andreas Herzog, Johan Micoud, Diego oder auch Mesut Özil. Seit jeher wird die „Zehner-Position“ bei Bremen von Ausnahmekönnern besetzt. Nun soll dort ein 18-Jähriger in die Fußstapfen der großen Namen treten. Viktor Skripnik und sein Co-Trainer Torsten Frings setzten auf Maximilian Eggestein als vorderste Spitze ihrer Mittelfeld-Raute. „Er hat sich das erarbeitet. Maxi bewegt sich gut in den Räumen und ist immer anspielbar. Das macht er überragend“, lobt Frings das Talent, das bisher nur zwei Bundesliga-Kurzeinsätze am Konto hat. Cheftrainer Skripnik kennt Eggestein aus der gemeinsamen Zeit bei der U17 und U19. „Ich weiß ganz genau, was er von seinen Spielern verlangt“, meint der Mittelfeldspieler. Im Pokal (2:0 n.V. gegen Würzburg) durfte der Junge mit dem Auge für den entscheidenden Pass schon einmal von Beginn an ran. Dasselbe galt übrigens auch für ÖFB-Legionär Florian Grillitsch. Die beiden Youngster aus der zweiten Mannschaft wollen bei Werder in dieser Saison gemeinsam durchstarten.

 

Jakob Faber

 

*Folgende "Kriterien" muss ein Spieler erfüllen, um als "Man 2 Watch" in Frage zu kommen:
- Einer breiteren Öffentlichkeit nicht bekannt (u.a.: keine Österreicher, keine zweistelligen Millionentransfers).
- Erste volle Saison in einer der Top-5-Ligen (nicht mehr als 20 Startelf-Einsätze).
- Aussicht auf regelmäßige Einsätze.
- Noch nie "Man 2 Watch" gewesen

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