Die "Men 2 Watch" in der Bundesliga

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Das Warten hat bald ein Ende. Die neue Saison der Bundesliga steht vor der Tür.

Neben den Superstars werden die Fans auch einige neue beziehungsweise weniger bekannte Spieler zu Gesicht bekommen.

Doch wer spielt sich 2014/15 dauerhaft ins Gedächtnis der Fußball-Welt? Kandidaten gibt es viele. LAOLA1 hat fünf potenzielle Shooting-Stars herausgepickt.

Gianluca Gaudino (17, FC Bayern München)

Gaudino ist wieder in aller Munde! Eineinhalb Jahrzehnte nachdem Papa Maurizio Gaudino in der Bundesliga auflief, spielt sich nun sein Sohnemann Gianluca in den Fokus. Eigentlich füllte der Jugendspieler nur den wegen der zahlreichen WM-Fahrer unterbesetzten Trainingskader auf, doch mit einer starken Vorbereitung überzeugte er Pep Guardiola - Gaudino bleibt bei der ersten Mannschaft. Unverhofft dürften dem Jungspund am Saisonstart nun sogar Einsätze in der Bundesliga winken, immerhin fallen neben Javi Martinez (Kreuzbandriss) auch Bastian Schweinsteiger und Thiago mehrere Wochen aus, womit die Personaldecke im bayrischen Mittelfeld dünn geworden ist. Zwar könnten noch Neuverpflichtungen nach München kommen, Gaudinos Vorteil aber ist es, die komplette Vorbereitung mitgemacht zu haben.

Kaan Ayhan (19, FC Schalke 04)

Der Deutsch-Türke stand im letzten Saisonfinish aufgrund von Vorletzungssorgen bereits mehrfach in der Startformation und könnte sich in dieser Spielzeit endgültig in der nicht immer sattelfesten Defensive der "Knappen" festspielen. Für den gelernten Innenverteidiger spricht seine Flexibilität, die ihn auch zu einer Option außen in der Viererkette oder im defensiven Mittelfeld macht. Zudem ist das Schalker Eigengewächs, das seit 1999 das königsblaue Trikot trägt, ein begnadeter Standardschütze.

Julian Brandt (18, Bayer 04 Leverkusen)

Der U19-Europameister gilt seit längerem als eines der absoluten Top-Talente. "Julian ist einer der talentiertesten Nachwuchsspieler im deutschen Fußball. Seine Verpflichtung ist eine tolle Investition in die Zukunft von Bayer 04 Leverkusen", sagte Sportdirektor Rudi Völler im vergangenen Winter, als die Werkself den damaligen Wolfsburger Jugendspieler für läppische 350.000 Euro an den Rhein lotste und sich dabei gegen Konkurrenten wie Bayern, Dortmund oder Chelsea durchsetzte. Einige Einsätze bekam der Gewinner der Fritz-Waler-Medaille in silber (2013) schon in der Rückrunde und erzielte seine ersten beiden BL-Treffer. Trotz starker Konkurrenz darf der gebürtige Bremer im System von Neo-Trainer Roger Schmidt in dieser Saison sogar mit einem Stammplatz im offensiven Mittelfeld liebäugeln.

 

 

Davie Selke (19, SV Werder Bremen)

"Er hat die nächste Stufe erreicht, er ist jetzt fester Bestandteil unserer Mannschaft", sagte Werder-Trainer Robin Dutt kürzlich über den 1,92 Meter großen Mittelstürmer, der Mario Gomez als Vorbild nennt. Eigentlich sollte er langsam aufgebaut werden, nach einer überragenden U19-EM, bei der er den DFB mit sechs Toren (U19-EM-Rekord) zum Titel ballerte, wurde das Interesse am ehemaligen Hoffenheimer allerdings groß. Nicht nur die Bremer Fans sehen in ihm den nächsten Werder-Knipser, auch andere Vereine wurden auf ihn aufmerksam. Problem an der Sache: Selke hat in Bremen nur noch Vertrag bis Saisonende. Will man ihn zu einer Verlängerung bewegen, wird man ihm also Einsätze geben müssen. Beim schwachen Pokal-Auftritt gegen Illertissen wurde Selke bereits eingewechselt, während Nils Petersen auf der Bank schmorte und mitansehen musste, wie sein Konkurrent erstmals traf. Gut möglich, dass der Kurs des Stürmers bald weiter steigt. So wie der Preis des 'Selke'-Haarschnitts, den ein Bremer Friseur nach dem EM-Triumph von 15 auf 17 Euro erhöhte.

Tin Jedvaj (18, Bayer 04 Leverkusen)

Bei Dinamo Zagreb ausgebildet, weckte das Innenverteidiger-Talent mit Zweikampfstärke und gutem Aufbauspiel das Interesse zahlreicher Spitzenklubs. Den Zuschlag erhielt im Sommer 2013 letztlich die AS Roma, die für Jedvaj fünf Millionen Euro auf den Tisch legte. In der ewigen Stadt reichte es in der vergangenen Spielzeit aber nur für zwei Einsätze in der Serie A, weshalb Rudi Völler seine guten Kontakte nach Rom spielen ließ und eine zweijährige Leihe plus ein Vorkaufsrecht aushandelte. Mit Reals Dani Carvajal fuhr die Werkself zuletzt bereits gut mit einem Leihspieler und genau Carvajals Platz rechts hinten könnte auch Jedvaj nun einnehmen. Während Bayer im Abwehrzentrum nämlich gut bestückt ist, ist Qualität auf den Seiten in überschaubarem Maße vorhanden. Im Champions-League-Quali-Spiel beim FC Kopenhagen kam Jedvaji in der Pause für Donati in die Partie und empfahl sich mit einer starken Leistung für weitere Einsätze auf dieser Position.

 

Folgende "Kriterien" muss ein Spieler erfüllen, um als "Man 2 Watch" in Frage zu kommen:

- Einer breiteren Öffentlichkeit nicht bekannt (u.a.: keine Österreicher, keine A-Nationalspieler, keine zweistelligen Millionentransfers).
- Erste volle Saison in einer der Top-5-Ligen (nicht mehr als 20 Einsätze).
- Aussicht auf regelmäßige Einsätze.
- Noch nie "Man 2 Watch" gewesen

Christoph Kristandl

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