Aufgeiger und Absteiger

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Aufgeiger und Absteiger der Bundesliga

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Lust und Frust geben sich die Klinke in die Hand, Jubel und Trauer liegen einmal mehr eng beisammen und die Fans haben endlich wieder etwas zu diskutieren.

Seit Anfang August rollt der Ball in der deutschen Bundesliga wieder. Wie im Vorjahr schwächelt der Meister, nur ist es diesmal nicht der FC Bayern, sondern Borussia Dortmund.

Auch in München ist nicht alles paletti

Die Münchner thronen indes an der Spitze und begeistern mit tollem Offensiv-Fußball. Wer nun denkt, dass an der Isar alles paletti ist, der irrt.

Auch am Weißwurst-Äquator gibt es den einen oder anderen Verlierer der noch jungen Saison. LAOLA1 mit den Aufgeigern und Absteigern der ersten Spieltage:

  • FC BAYERN MÜNCHEN

Mario Gomez: Fünf Liga-Einsätze, acht Tore. Noch Fragen? Der Torschützenkönig der letzten Saison hat derzeit nur einen Gegner. Eine hartnäckige Leistenverletzung.

Franck Ribery: Mit vier Assists ist der Vorlagenkönig der Bundesliga, doch der Franzose tritt auch als Vollstrecker (drei Tore) auf. Spielt mit den Gegnern Katz und Maus.

Ivica Olic: Ein wahrer Pechvogel! Im Vorjahr Monate außer Gefecht, fällt er nun erneut verletzungsbedingt aus. Die Stammelf ist für den Kroaten meilenweit entfernt.

Danijel Pranjic: Im Vorjahr noch mit 28 Bundesliga-Spielen, in der Spielzeit 2011/12 noch ohne Einsatzminute. Spielt unter Heynckes nicht einmal mehr eine Nebenrolle.

 

  • SV WERDER BREMEN

Clemens Fritz: Stellvertretend für den Bremer Aufstieg steht Fritz in dieser Liste. Letzte Saison ein Schatten seiner selbst, spielt er nun wieder auf gewohntem Niveau.

Marko Arnautovic: War für Werder nie wertvoller als jetzt. Arnautovic besinnt sich endlich auf seine Fähigkeiten und harmoniert bestens mit Sturmpartner Claudio Pizarro.

Wesley: "Er spielt nicht so, wie er es kann", fand Geschäftsführer Allofs klare Worte für den Brasilianer. Wesley kam seit dem dritten Spieltag nicht mehr zum Einsatz.

Sandro Wagner: Im Frühjahr maßgeblich daran beteiligt, dass sich Werder aus dem Tabellenkeller kämpfte. Inzwischen hat ihn die Konkurrenz deutlich abgeschüttelt.

 

  • BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH

Marco Reus: Quirlig, wendig, trickreich, blitzschnell und äußerst torgefährlich. Marco Reus ist für die Fohlen unverzichtbar geworden.

Raul Bobadilla: Seine Zeit in Gladbach war nach Meinung vieler Experten bereits vorbei, doch der Schweizer ist ein Kämpfer. Fünf Einsätze (ein Tor) sind eine beachtliche Bilanz.

Oscar Wendt: Ein Einkauf, den man sich (Stand September) hätte sparen können. Er sollte die Stamm-Verteidiger unter Druck setzen, belastet aber bloß das Gehaltsbudget.

Martin Stranzl: Zunächst verletzt, muss Stranzl auch wiedergenesen mit der Zuschauerrolle vorlieb nehmen. An Dante und Brouwers gibt es derzeit nichts zu rütteln.



  • 1899 HOFFENHEIM

Roberto Firmino: Der Aufgeiger Hoffenheims ist schnell ausgemacht. Firmino besticht mit technischer Finesse und ist im Abschluss eiskalt (vier Tore).

Sejad Salihovic: Vor Saisonbeginn umstritten, hat sich der Spezialist für Standards (drei Tore) jede Menge Respekt erarbeitet. Er ist aus der Startelf nicht wegzudenken.

Tobias Weis: Nach toller Vorbereitung suchte ihn der Verletzungsteufel heim. Nun kämpft er sich mühsam an die groß aufspielende Konkurrenz um Salihovic wieder ran.

Matthias Jaissle: Das Boot ist voll, für Jaissle bleibt kein Platz. Der Verteidiger hat immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, seine Zukunft im Kraichgau ist ungewiss.

 

  • HANNOVER 96

Jan Schlaudraff: Der 27-Jährige ist auf Augenhöhe mit Abdellaoue und Ya Konan und hat als einziger alle Spiele bestritten. Sein Freistoß gegen Hoffenheim war genial.

Ron-Robert Zieler: 22 Jahre jung, agiert Zieler bereits wie ein alter Hase. Die Belohnung für seine konstant starken Leistungen war die erstmalige Einberufung ins DFB-Team.

Artur Sobiech: An Schlaudraff, Ya Konan und Abdellaoue gibt es kein Vorbeikommen. Mit der Roten Karte gegen Dortmund schoss er sich auch noch ein Eigentor.

Carlitos: Pechvogel ist untertrieben. Seit 15 Monaten ist er fast ununterbrochen verletzt. Es wäre ein kleines Wunder, sollte er bei den 96ern noch den Durchbruch schaffen.

 

  • VFB STUTTGART

William Kvist: Der Königstransfer hat sämtliche in ihn gesteckte Hoffnungen mehr als erfüllt. Der Däne stabilisiert die Defensive und ist nicht mehr wegzudenken.

Zdravko Kuzmanovic: Kvists kongenialer Partner. "Kuz" blüht förmlich auf und stellt mit seiner Schussstärke und Coolness bei Standards für jeden Gegner eine Gefahr dar.

Arthur Boka: Der Ivorer stellt dagegen nur noch eine Randnotiz dar. Auf der linken Abwehrseite hat er gegen Molinaro keine Chance, im Mittelfeld gibt es ohnedies ein Überangebot.

Matthieu Delpierre: Mit Serdar Tasci und Maza hat der VfB zwei Innenverteidiger, die gut harmonieren. Der rekonvaleszente Kapitän muss sich wohl hinten anstellen.

 

  • BAYER LEVERKUSEN

Bernd Leno: Er ist DER Shootingstar der bisherigen Saison. Glanzparaden en masse lassen Rene Adlers Verletzung vergessen. Stuttgart freut sich auf seine Rückkehr.

Simon Rolfes: Der 29-Jährige liegt im Kampf gegen Michael Ballack nach Punkten klar voran. Rolfes hat bei Robin Dutt die Nase vorne und ist als Sechser gesetzt.

Michael Ballack: Spielt er oder spielt er nicht? Das Thema nervt inzwischen, zumal der ehemalige "Capitano" bei seinen Einsätzen wahrlich nicht zu überzeugen wusste.

Fabian Giefer: Adlers Verletzung hätte zu seiner Chance werden können. Ein schlimmer Patzer sorgte dafür, dass ihm Leno vor die Nase gesetzt wurde.

 

  • 1. FC NÜRNBERG

Tomas Pekhart: Der Neuzugang fiel zuletzt zwar mit einem Platzverweis auf, ansonsten hat er sich allerdings als Nummer eins im Nürnberger Sturm etabliert.

Markus Mendler: Der Teenager (18) weiß die Gunst der Stunde - Trainer Dieter Hecking baut auf junge Talente - zu nutzen, nicht umsonst kam er in jedem Spiel zum Einsatz.

Juri Judt: Zieht seit Wochen den Kürzeren gegen Timothy Chandler. Der 25-jährige Judt wartet noch immer auf seinen ersten (Kurz-)Einsatz in dieser Spielzeit.

Albert Bunjaku: Vor  zwei Jahren der klar beste Club-Stürmer, inzwischen bestenfalls Ersatz. Der Schweizer musste zuletzt mehrfach bei den Amateuren ran.



  • FC SCHALKE 04

Klaas-Jan Huntelaar: Der Niederländer hat die eingebaute Torgarantie und hält bei vier Treffern. Zieht aufgrund seiner Torgefährlichkeit meist zwei Gegenspieler auf sich.

Jefferson Farfan: Nach einer Verletzung kam er zurück und überzeugte sofort mit Tempodribblings und Spielwitz. Farfan tut dem Offensivspiel der Königsblauen gut.

Jose Manuel Jurado: 2010 für 13 Millionen Euro verpflichtet, 2011 nicht im Kader beim Spitzenspiel gegen die Bayern. Der Spanier hat bei den "Königsblauen" wohl keine Zukunft mehr.

Christoph Metzelder: Zu Saisonbeginn Ersatz, plötzlich in der Startelf. Wie so oft warf ihn dann eine Verletzung zurück. "Metze" wird es schwer haben, sich zurück zu kämpfen.

 

  • HERTHA BSC

Raffael: Antrittsschnell, technisch versiert und torgefährlich: Raffael verkörpert das, was jedem Team gut zu Gesicht steht. Mit zwei Treffern gefährlichster Herthaner.

Thomas Kraft: Nach der Degradierung bei den Bayern sorgten sich viele um den 23-Jährigen. Nach sechs Spielen für die Hertha steht fest: Er ist mental wieder obenauf.

Ronny: Im Gegensatz zu Bruder Raffael kommt er nicht zurecht. Auffälligste Szene abseits eines elf-minütigen Kurzeinsatzes war eine Trainingsrangelei mit Christian Lell.

Fabian Lustenberger: Mit der Verpflichtung von Andreas Ottl war seine Rückstufung ins zweite Glied fixiert. Seinen Stammplatz ist er los, zwei Kurzeinsätze sind seine Ausbeute.

 

  • BORUSSIA DORTMUND

Mario Götze: Der Boulevard taufte ihn angesichts seiner Leistungen "Götzinho". Wie wertvoll er ist, bewiesen die letzten beiden Spiele. Götze fehlte, der BVB verlor.

Ivan Perisic: In den ersten Wochen noch etwas zurückhaltend, taut Dortmunds Neuzugang Perisic von Woche zu Woche mehr auf.

Sebastian Kehl: Er darf sich immer noch als Kapitän bezeichnen, doch das bemächtigt den Routinier auch weiterhin nicht, Stammspieler zu sein. Kehl ist nicht mehr als Backup.

Mohamed Zidan: Lucas Barrios fällt seit Wochen verletzt aus und dennoch kam der Ägypter nicht über zwei Kurzeinsätze hinaus. Ein Abschied rückt näher.

 

  • 1. FC KÖLN

Martin Lanig: Es gibt zweifellos begnadetere Kicker, doch der 27-Jährige kämpft und rackert und kam als "Belohnung" in bislang jedem Liga-Spiel zum Einsatz.

Lukas Podolski: "Lu-Lu-Lukas" arbeitet emsig an seinem Legenden-Status. Seine überragende Vorstellung beim Derby in Leverkusen ist der eindeutige Beweis dafür.

Petit: Ein Kreuzbandriss verhindert Petit-Einsätze im Herbst. Daher muss der Portugiese in der Zuschauerrolle mitansehen, wie sich die Konkurrenz weiterentwickelt.

Kevin Pezzoni: Nach Mohamads Abschied durfte er sich in der Startelf versuchen. Pezzoni konnte seine Chance nicht nutzen und gehört nun wieder zu den Bankdrückern.

 

  • FSV MAINZ 05

Andreas Ivanschitz: Im letzten Jahr kam er kaum an Holtby und Co. vorbei, inzwischen hat er sich das Vertrauen seines Trainers Thomas Tuchel neu erarbeitet.

Sami Allagui: Noch vor dem ersten Spieltag wurde er als Verlierer gehandelt, doch der Tunesier arbeitete hart an sich und gehört längst wieder zum Stammpersonal.

Christian Wetklo: Den Kampf um die Nummer eins hat er gegen Heinz Müller verloren. So bleibt dem 31-Jährigen nur die Rolle des "1b-Torhüters".

Anthony Ujah: Er ging mit Vorsprung auf Allagui in die Saison und hat sich inzwischen einen kaum aufholbaren Rückstand aufgerissen. Der Nigerianer tappt auf der Stelle.



  • VFL WOLFSBURG

Makoto Hasebe: Heimlich, still und leise hat er die deutlich prominentere Konkurrenz stehen lassen und sich in die Startformation der "Wölfe" gekämpft.

Christian Träsch: Er kam, sah und siegte - bei der Kapitänsfrage. Träsch liegt in der Gunst seines Trainers ganz vorne und ist trotz mäßiger Leistungen unumstritten.

Marcel Schäfer: Zwar konnte der Linksverteidiger seinen Stammplatz behalten, doch als Kapitän säbelte ihn Felix Magath nach der Pokal-Pleite gegen RB Leipzig ab.

Marwin Hitz: Hätte die verletzungsbedingte Pause seines wenig souveränen Rivalen Diego Benaglio für sich nutzen können, machte jedoch Fehler und sah überdies Rot.

 

  • 1. FC KAISERSLAUTERN

Kevin Trapp: Er zählt zwar erst 21 Lenze und doch strahlt Trapp eine unglaubliche Ruhe aus. Bleibt er dem Betzenberg treu, hat Lautern auf Jahre einen Top-Goalie.

Itay Shechter: Der Israeli sollte das Erbe von Srdjan Lakic antrete. Nach durchwachsenem Start kommt er immer besser in Schuss und ist im Sturm unantastbar.

Stiven Rivic: Sein Leistungsnachweis: 0 Spiele. Der 26-Jährige beißt sich an der Konkurrenz die Zähne aus und hat einen schweren Stand bei Trainer Marco Kurz.

Mathias Abel: Der 30-Jährige zählte noch vor wenigen Monaten zum Stammpersonal der "Roten Teufel". Inzwischen fällt er nur noch in die Kategorie "zweite Garde".

 

  • SC FREIBURG

Papiss Demba Cisse: Frust hin, Wechselabsichten her: Cisse trifft nach Belieben (fünf Tore) und ist im Breisgau unverzichtbar. Dank des Vereins: Eine Gehaltsverdopplung.

Cedrick Makiadi: Gegen Stuttgart erwischte er einen schwachen Tag, ansonsten ein wichtiger Antreiber im Mittelfeld. Dazu hält der 27-Jährige bei zwei Treffern.

Anton Putsila: In Weißrussland Stammspieler, in Freiburg Reservist. Dank einer Verletzung kam er gegen den VfB zum Einsatz, sein Berater hat sich öffentlich beschwert.

Garra Dembele: Sollte Cisse adäquat ersetzen, sollte dieser Freiburg verlassen. Konnte jedoch noch nicht überzeugen und kommt über die Jokerrolle nicht hinaus.

 

  • FC AUGSBURG

Simon Jentzsch: Keeper Jentzsch ist für seine Bundesliga-unerprobten Vorderleute eine wichtige Stütze und hat mit zahlreichen Paraden einige Male Schlimmeres verhindert.

Sascha Mölders: Ohne seine Tore zu Saisonbeginn würde Augsburg wohl in der Tabelle noch einen Platz tiefer stehen. In den letzten Matches hatte er jedoch Ladehemmung.

Michael Thurk: Der namhafteste Augsburger Angreifer wurde aussortiert. Thurk verstand die Welt nicht mehr und hofft auf Begnadigung. Hängt wohl vom sportlichen Erfolg ab.

Torsten Oehrl: Letzte Saison mit sieben Treffern in 22 Spielen. Aktuell noch ohne Einsatzminute in der Liga. Jos Luhukay sieht Oehrl nur noch als Notlösung.

 

  • HAMBURGER SV

Slobodan Rajkovic: Der Last-Minute-Kauf (natürlich von Chelsea) traf gleich in seinem ersten Spiel, spielte bislang solide und dürfte einen Stammplatz erst einmal sicher haben.

Robert Tesche: Nur wenige verstanden, warum Oenning unbedingt mit ihm verlängern wollte. Inzwischen fragt niemand mehr, Tesche gehört zu den besseren Rothosen.

Dennis Aogo: Er sollte als Nationalspieler vorangehen und seine Mitspieler pushen. Aogo versteckt sich aber verbal und leistungstechnisch hinter den anderen.

Jeffrey Bruma: Mit vielen Vorschusslorbeeren von Chelsea geholt, wurde er diesen nicht gerecht. Der Niederländer muss daher mit der Rolle des Reservisten leben.

 

Christoph Nister

 

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