Abstiegskampf pur: "Es geht um Existenzen"

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"Abstiegskampf pur" ist am Samstag (15.30) in Stuttgart angesagt. Schlusslicht VfB Stuttgart empfängt in der 33. und vorletzten Runde der deutschen Fußball-Bundesliga den ebenfalls abstiegsbedrohten Hamburger SV und könnte bei unglücklichem Verlauf des Spieltags am Samstagabend als Absteiger feststehen. Sechs Mannschaften kämpfen noch gegen den Abstieg.

In einer der tiefsten Krisen ihrer Vereinsgeschichten sehnen sich der VfB und der HSV nach einem vorentscheidenden Coup. Im Duell der Traditionsvereine lastet auf den Schwaben besonderer Druck: Sollte das Tabellen-Schlusslicht mit Österreichs Teamspielern Martin Harnik und Florian Klein verlieren und mindestens zwei der drei Mitkonkurrenten Paderborn (bei Schalke 04), Hannover (in Augsburg) oder Freiburg (zu Hause gegen Bayern München) gewinnen, wäre der zweite Bundesligaabstieg des VfB nach 1975 perfekt.

Andererseits hat es Stuttgart noch ganz selbst in der Hand, zwei Siege gegen die Mitkonkurrenten HSV und in der letzten Runde in Paderborn würden zum Klassenverbleib reichen.

Labbadias Rückkehr

"Es geht auf beiden Seiten auch um Existenzen", verdeutlichte Harnik die Brisanz. Die Nerven werden mitentscheiden. Die seit fünf Heimspielen ungeschlagenen Stuttgarter sehen darin einen Vorteil.

"Wir haben die Situation schon lange angenommen. Der Abstiegskampf belastet uns nicht im Hinblick auf unsere Leistung", meinte der gebürtige Hamburger Harnik vor dem 100. Bundesliga-Aufeinandertreffen beider Teams.

Bei den beiden Trainern kommt noch ein zusätzlicher Apsekt dazu. HSV-Coach Bruno Labbadia musste im August 2013 beim VfB unfreiwillig gehen, nun will er den HSV retten. "Es wird deswegen besonders, weil es für beide Mannschaften um sehr viel geht", sagte Labbadia vor seiner emotionalen Rückkehr. "Es wäre mir natürlich lieber, wenn wir in einer anderen Konstellation aufeinandertreffen würden." So wie Labbadia eine gemeinsame Vergangenheit mit dem VfB verbindet, hat auch Stuttgart-Trainer Huub Stevens seine Erfahrungen mit dem HSV gemacht. 2007 rettete der Niederländer das noch nie abgestiegene Bundesliga-Gründungsmitglied vor dem Absturz.

Bayern noch ohne Punkte als Meister

Bayern München muss in Freiburg das Aus im Champions-League-Halbfinale verarbeiten, um nicht in den Abstiegskampf einzugreifen.

Seitdem die Bayern als Meister feststehen, haben sie in zwei Liga-Spielen noch keinen Punkt geholt. Gegen die Breisgauer verteidigen sie jedoch eine lange Serie: Laut Fachmagazin "kicker" sind die Münchner gegen Freiburg 25 Spiele hintereinander unbesiegt und könnten nun den Rekord von Leverkusen einstellen, das zwischen 1994 und 2010 gegen Gladbach 26 Spielen in Folge nicht verloren hatte.

Letztes Heimspiel für Prödl

Im Kampf um Platz zwei ist Borussia Mönchengladbach (ohne den verletzten Martin Stranzl) bei Werder Bremen (Zlatko Junuzovic, Sebastian Prödl) zu Gast.

Für Prödl, der Bremen nach sieben Jahren verlässt, ist es das Abschiedsspiel vor heimischem Publikum. Gladbach, die beste Mannschaft der Rückrunde, hat zwei Punkte Rückstand auf den VfL Wolfsburg, der Borussia Dortmund empfängt.

Dortmund kämpft so wie Bremen (je 43 Punkte) noch um einen Europacup-Startplatz, den derzeit Augsburg (46) und Schalke (45) innehaben.

Das Restprogramm der Abstiegskandidaten (2 Absteiger, 1 Relegation):

Hertha BSC (34 Punkte): Frankfurt (h), Hoffenheim (a)

HSV (32): Stuttgart (a), Schalke (h)

Freiburg (31): Bayern (h), Hannover (a)

Hannover (31): Augsburg (a), Freiburg (h)

Paderborn (31): Schalke (a), Stuttgart (h)

Stuttgart (30): HSV (h), Paderborn (a)

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