"Eintrag in den Jahresrückblick"

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"Eintrag in den Jahresrückblick wohl sicher"

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Das Eröffnungsspiel der deutschen Bundesliga hat am Freitagabend Lust auf mehr gemacht, nicht nur bei den gleich wieder erfolgreichen Bayern.

Drei Tore von WM-Teilnehmern und ein unfassbarer Fehlschuss des Wolfsburgers Junior Malanda sorgten als Höhepunkte für beste Unterhaltung beim 2:1-Heimsieg des Titelverteidigers.

"Es hätte auch 4:1, 5:2 oder wie auch immer ausgehen können. Das wird eine hochemotionale Saison, da kann sich der Fan in Deutschland drauf freuen", resümierte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach der ersten von 306 Partien in der 52. Bundesliga-Saison.

"Hintenraus hat uns die Kraft gefehlt"

Was viele nach zwei Jahren Langeweile im Titelkampf erhofft hatten, trat zum Start jedoch nicht ein: Die Bayern trotzten erfolgreich ihrem anfänglichen Handicap aus WM-Nachwehen und Verletzungspech.

"Hintenraus hat uns die Kraft gefehlt, aber wir wollten unbedingt diese drei Punkte haben", betonte Kapitän Philipp Lahm zufrieden nach einem für Sportvorstand Matthias Sammer "knappen, verdienten und etwas glücklichen Sieg".

Denn nach dem 2:0 durch Weltmeister Thomas Müller (37.) und dem schon wieder bärenstarken WM-Dritten Arjen Robben (47.) kam Wolfsburg in der zweiten Halbzeit noch einmal stark auf. Der Ex-Münchner Ivica Olic (52.) verkürzte.

Malandas "Kunststück"

Und dann brachte VfL-Joker Junior Malanda das Kunststück zuwege, seinen von Tormann Manuel Neuer an die Latte abwehrten Schuss im Nachsetzen aus einem Meter neben das Münchner Gehäuse zu bugsieren (79.).

"Seinen Eintrag in den Jahresrückblick hat er wohl sicher", kommentierte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking, der insgesamt "Konsequenz und Abgezocktheit" vor des Gegners Tor vermisste.

"Ärgerlich" war auch VfL-Manager Klaus Allofs: "Wenn du 0:2 hinten liegst, kannst du gegen die Bayern eigentlich nichts mehr machen. Aber heute wäre hier etwas möglich gewesen."

Die prophezeiten Probleme

In der Tat: Die prophezeiten Probleme der Bayern traten deutlich zutage, nachdem der neue Stürmerstar Robert Lewandowski die Großchance zum 3:1 vergeben hatte (57.). "Die letzten zehn Minuten haben wir nur noch gebissen", gestand Torschütze Müller.

Die kurze Vorbereitungszeit der WM-Stars schlug durch. "Wir haben aktuell nur Beine für 65 bis 70 Minuten", bemerkte Trainer Pep Guardiola. Und doch war es verblüffend, welche Power etwa Robben oder Müller schon wieder auf den Rasen brachten. "A la bonne heure, was die abgeliefert haben", bemerkte Rummenigge.

Lob für Gaudino und Alaba

Ein "Riesenkompliment" gab es von Robben zudem an jene Burschen, die für die fehlenden Leistungsträger wie Schweinsteiger, Ribery, Boateng, Martinez oder Thiago in die Bresche springen mussten.

Holger Badstuber trat bei seinem Comeback nach 20 Monaten in der Abwehr so auf, als wenn er nie weggewesen wäre. Und Youngster Gianluca Gaudino verblüffte bei seinem Bundesliga-Debüt an der Seite von ÖFB-Star David Alaba im defensiven Mittelfeld alle im ausverkauften Stadion.

"Ich bin erstaunt, dass ein 17-jähriger Bursche bei Bayern München in der ersten Mannschaft eine solche Leistung abliefert", erklärte Rummenigge.

Alaba, der als einer von drei Spielern bei seinem Bayern-Debüt sogar noch jünger als der Sohn von Ex-DFB-Nationalspieler Maurizio Gaudino war, bekam indes in der Spieler-Einzelkritik von der "Süddeutschen Zeitung" Lob: "Bemüht, das Spiel zu strukturieren. Nicht mit der Dynamik, die ihn auf der Außenbahn auszeichnete. Dafür mit einer bemerkenswerten Ruhe. Behielt diese auch, als Wolfsburg in der zweiten Halbzeit den Druck erhöhte."

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