Die Legionäre der deutschen Bundesliga im Überblick

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Die deutsche Bundesliga startet diese Woche mit 15 Österreichern in die neue Saison. Das ÖFB-Spieler-Kontingent ist damit um einen Kicker im Vergleich zum Beginn der vergangenen Saison gewachsen. Neu dabei im deutschen Oberhaus ist etwa der mit dem 1. FC Köln samt Ex-Austria-Trainer Peter Stöger aufgestiegene Innenverteidiger Kevin Wimmer, der auch eine Liga höher Stammplatz-Chancen hat.

Florian Klein will sich zudem nach seinem Wechsel von Salzburg beim VfB Stuttgart etablieren. Schlechte Aussichten haben die Goalies Robert Almer und Samuel Radlinger bei Hannover 96. Österreichs Teamgoalie Almer muss sich mit der Rolle als Nummer zwei hinter Ron-Robert Zieler zufriedengeben, der von Rapid zurückgekehrte Radlinger wurde erst im Juli am Meniskus operiert.

Das Aushängeschild aus österreichischer Sicht ist nach wie vor David Alaba, der bei Rekordmeister Bayern München sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld ein Thema ist.

Überblick über die Situation der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, die am Freitag in ihre Saison startet:

  • David Alaba (22 Jahre, Verteidiger/Mittelfeld, Bayern München/Meister, 103 Bundesliga-Spiele/9 Tore): Österreichs Sportler des Jahres ist auch nach einer Umstellung von Vierer- auf Dreier-Kette und der Verpflichtung des Spaniers Juan Bernat für die linke Seite gesetzt. Alaba, der seinen Vertrag im Dezember bis 2018 verlängert hat, könnte aber wie am Wochenende im Cup auch im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommen. In einem Testspiel durfte er die Mannschaft sogar als Kapitän aufs Feld führen. Die Bayern gehen wieder als großer Favorit in die Meisterschaft.

 

  • Christian Fuchs (28, Außenverteidiger, Schalke 04/3., 158/8): Österreichs Teamkapitän könnte die Königsblauen noch vor dem Saisonstart verlassen. Klub-Manager Horst Heldt erklärte Ende vergangener Woche, dass es "mehrere Anfragen aus dem Ausland" gebe. Fuchs hat in der vergangenen Saison durch Sead Kolasinac starke Konkurrenz für seine Position links in der Verteidigung erhalten. Auch wegen einer Knieoperation Mitte März hat der Burgenländer nur neun Spiele von Beginn an bestritten, Ende Juli in einem Testspiel aber sein Comeback gegeben.

  • Martin Stranzl (34, Innenverteidiger, Borussia Mönchengladbach/6., 235/13): Der Burgenländer ist mit 235 Spielen aktuell der rot-weiß-rote Dauerbrenner in der Bundesliga. Der Innenverteidiger, der ursprünglich im Sommer seine Karriere beenden und nach Österreich zurückkehren wollte, hat seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert. Stranzl ist Kapitän der Borussia und im Defensiv-Zentrum unverändert der Ruhepol.

  • Julian Baumgartlinger (26, Mittelfeld, FSV Mainz/7., 67/0): Baumgartlinger ist so wie im ÖFB-Team der Abräumer im zentralen defensiven Mittelfeld der Mainzer. Der Salzburger hat wegen einer Meniskusoperation im Oktober den Großteil der vergangenen Saison verpasst und kam erst in den letzten drei Runden wieder zu Kurzeinsätzen. Die Cup-Blamage gegen den Drittligisten Chemnitz erlebte Baumgartlinger nur von der Tribüne, allerdings sollte er auch unter dem neuen dänischen Trainer Kasper Hjulmand zur Stammelf gehören.

  • Alexander Manninger (37, Tormann, FC Augsburg/8., 25): Der 37-Jährige hat seinen Platz im Tor von Augsburg in der vergangenen Saison an den zehn Jahre jüngeren Marwin Hitz verloren, den Schweizer bei Verletzungen aber gut vertreten. Der Lohn für Manninger war ein weiterer Einjahresvertrag. Der ehemalige ÖFB-Teamtormann war im November 2012 nach Augsburg gekommen und hatte mit starken Leistungen großen Anteil am Klassenerhalt in der Saison 2012/13.

  • Robert Almer (30, Tormann, Hannover 96/10., 1): Österreichs Nummer eins im Nationalteam heuerte nach langer Vereinssuche bei den Niedersachsen an, wurde von Hannover aber nur als Ersatz für Ron-Robert Zieler geholt. Nur bei einer Verletzung des deutschen Teamtorhüters darf Almer mit Liga-Einsätzen rechnen. Derzeit hält der 30-Jährige bei einem Bundesliga-Spiel (für Fortuna Düsseldorf 2012/13). Ob ÖFB-Teamchef Marcel Koller weiter auf Almer setzt, wird sich zeigen.

Hier kicken die ÖFB-Legionäre:

  • Samuel Radlinger (21, Torhüter, Hannover 96/10., 0): Der 21-Jährige war zuletzt eine Saison an Rapid verliehen, kam aber nur zu einem Liga-Einsatz und wurde von Hannover wieder zurückgeholt. Radlinger ist in der Torhüter-Hierarchie der 96er höchstens die Nummer drei, derzeit muss er wegen einer Meniskus-Operation pausieren.

  • Sebastian Prödl (27, Innenverteidiger, Werder Bremen/12., 127/7): Prödl verpasst wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel den Saisonauftakt, ist sonst aber in der Innenverteidigung gesetzt. Der Vertrag des Langzeit-Bremers (seit Sommer 2008) läuft mit dieser Saison ab, Werder will vorzeitig verlängern. Verhandlungen Ende Juli führten vorerst zu keinem Ergebnis.

  • Zlatko Junuzovic (26, Mittelfeld, Werder Bremen/12., 71/5): Nach dem Abgang von Aaron Hunt (Wolfsburg) ist Junuzovic auf seine Lieblingsposition ins zentrale Mittelfeld gerückt. Dort soll er mithelfen, Werder wieder in höhere Tabellenregionen zu führen. Seine Vertragssituation ist dieselbe wie bei seinem ÖFB-Teamkollegen Prödl: Der Vertrag läuft 2015 aus, Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit beider Manager Jürgen Werner führten Ende Juli zu keiner Unterschrift. "Ich werde bei beiden an unsere Schmerzgrenze gehen", erklärte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin.

  • Richard Strebinger (21, Tormann, Werder Bremen/12., 0): Der junge Niederösterreicher erhielt im Sommer eine Vertragsverlängerung bis 2017 und rückt in der Torhüter-Hierarchie von Werder zur Nummer zwei auf. Strebinger löst den abgewanderten Sebastian Mielitz als Ersatz für Raphael Wolf ab. Bisher war der 21-Jährige U23-Torhüter von Werder.

  • Philipp Zulechner (24, Stürmer, SC Freiburg/14., 7/1): Der Stürmer hat sich bei den Breisgauern noch nicht durchgesetzt. Zulechner ist im Jänner von Grödig nach Freiburg gewechselt, kam aber nur auf sieben Einsätze, davon nur einen von Beginn an. An dem um 4 Mio. Euro fix verpflichteten Admir Mehmedi scheint kein Weg vorbeizuführen. Zuletzt spielte der 24-Jährige zweimal in Freiburgs Regionalliga-Mannschaft.

  • Martin Harnik (27, Mittelfeld/Stürmer, VfB Stuttgart/15., 143/43): Der schnelle Flügelspieler ist im System von Trainer Armin Veh im rechten Mittelfeld gesetzt. Harnik ist mit 43 Bundesliga-Treffern von den aktiven ÖFB-Legionären der mit Abstand erfolgreichste Torschütze.

  • Raphael Holzhauser (21, Mittelfeld, VfB Stuttgart/15., 36/0): Der Mittelfeldspieler war zuletzt ein Jahr an Augsburg verliehen und geht in sein letztes Vertragsjahr in Stuttgart. Bei einem passenden Angebot dürfte ihn der VfB noch in dieser Transferperiode ziehen lassen. Angeblich hat der deutsche Zweitligist 1. FC Kaiserslautern großes Interesse an einer Verpflichtung des ehemaligen U21-Teamspielers.

  • Florian Klein (27, Außenverteidiger, VfB Stuttgart/15., 0): Klein ist im Sommer von Salzburg nach Stuttgart gewechselt und kämpft um einen Platz als rechter Außenverteidiger in der Viererkette.

  • Kevin Wimmer (21, Innenverteidiger, 1. FC Köln/Aufsteiger, 0): Wimmer hatte in der Aufstiegssaison einen Stammplatz in der Innenverteidigung und sich mit starken Leistungen auch sein Debüt im Nationalteam (im November gegen die USA) verdient. Nun will sich der junge Oberösterreicher unter Trainer Peter Stöger auch eine Klasse höher beweisen. Mit Mergim Mavraj von Greuther Fürth hat er allerdings zusätzliche Konkurrenz auf seiner Position bekommen.

 

Trainer:

  • Peter Stöger (1. FC Köln/Aufsteiger): Erstmals seit dem Abschied von Kurt Jara beim 1. FC Kaiserslautern im April 2005 hat wieder ein österreichischer Trainer bei einem deutschen Erstligisten das sportliche Sagen. Stöger hat die Wiener Austria 2012/13 zum Meistertitel geführt, die Wiener aber trotzdem in Richtung des deutschen Traditionsklubs verlassen. Stöger führte die Kölner souverän zum Meistertitel in der zweiten Liga und damit zurück ins Oberhaus und ist mit seiner Art zu einem Liebling der Fans geworden.

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