Sechs Vereine zittern noch

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Der Hamburger SV beschwört den Geist von Malente, Hannover hofft auf die inspirierende Atmosphäre eines Klosters und Paderborn vertraut 51 Schornsteinfegern als Glücksbringer.

Vor dem Abstiegs-Showdown in der letzten Runde der deutschen Fußball-Bundesliga ziehen die Clubs alle Register, um den Sturz in die Zweitklassigkeit zu vermeiden.

Das übrige involvierte Trio mit Hertha BSC, dem SC Freiburg und dem VfB Stuttgart setzt hingegen auf gewohnte Abläufe sowie kleine psychologische Tricks und Sticheleien.

Kritik an den Bayern

Freiburgs Coach Christian Streich ging verbal auf die Vereinsvertreter der Rivalen los, die Bayern München nach dem 1:2 im Breisgau am vorigen Samstag Wettbewerbsverzerrung unterstellt hatten.

"In solchen Extremsituationen kommen die Charaktere heraus. Viele können mit dem Druck nicht umgehen", meinte der Trainer des Tabellen-14. vor dem Spiel beim punktgleichen Verfolger Hannover 96.

Paderborn empfängt im Abstiegsendspiel den VfB Stuttgart

Wilfried Finke baut auf ein ähnliches Psycho-Manöver. Allerdings reiht sich der Präsident des Schlusslichts SC Paderborn, das im zweiten direkten Treffen zweier Abstiegsaspiranten mit einem Sieg gegen Stuttgart bestenfalls den Relegationsplatz 16 erreichen kann, in die Heerschar der Bayern-Kritiker ein.

Man habe dem Titelverteidiger die "Völlig-egal-Haltung" in Freiburg nach dem Treffer zum 1:2 anmerken können, meinte Finke.

Sowohl der VfB Stuttgart mit den ÖFB-Teamspielern Martin Harnik und Florian Klein, der sich mit einem Erfolg in Paderborn unabhängig von den anderen Ergebnisse retten kann, als auch die Ostwestfalen tragen vor dem Finale ihr Selbstbewusstsein zur Schau.

"Wir sind emotional gut gerüstet für alle Fälle. Wir haben in dieser Saison schon alles erlebt", sagte Stuttgart-Sportvorstand Robin Dutt.

Keine Zwischenstände in den Stadien

Um die Profis auf dem Rasen nicht abzulenken, sollen in den Stadien in Hannover, Paderborn und Hamburg keine Zwischenergebnisse von den anderen Schauplätzen eingeblendet oder durchgesagt werden. Die Trainer lassen sich freilich auf dem Laufenden halten.

Im Gegensatz zur Konkurrenz änderte der bisher noch nie abgestiegene HSV vor dem Heimspiel gegen Schalke die Abläufe und suchte in einem Kurztrainingslager den Geist von Malente.

In der abgeschiedenen Sportschule bereiteten sich einst die DFB-Auswahlteams auf die erfolgreichen Weltmeisterschaften 1974 und 1990 vor.

Trainer Bruno Labbadia führte zahlreiche Einzelgespräche, um den Profis die Angst vor dem Scheitern zu nehmen und Selbstvertrauen einzuimpfen."Das ist Kopfarbeit. Ich muss Impulse geben, damit die Spieler ihre Fähigkeiten stärken."

Einen ähnlichen Weg schlug Hannover ein. Im Kloster von Marienfeld nutzte Trainer Michael Frontzeck die Ruhe und Abgeschiedenheit, um das schlechteste Rückrundenteam optimal auf das ultimative Spiel gegen Freiburg vorzubereiten.

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