HSV düpiert den Meister vor eigenem Publikum

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David Alaba ist am Samstag als Goalgetter in Erscheinung getreten. Österreichs Fußballer des Jahres erzielte beim 4:0-(2:0)-Kantersieg des FC Bayern München in der Allianz-Arena gegen den FC Schalke 04 zum ersten Mal in Deutschlands Oberhaus einen Doppelpack.

Der Rekordmeister (54 Punkte) kann damit wohl schon den Meistersekt einkühlen, vergrößerte sich doch der Vorsprung auf die Verfolger Borussia Dortmund (39) und Bayer Leverkusen (38) weiter. Noch nie in 50 Jahren Bundesliga hat ein Tabellenführer nach 21 Runden so deutlich geführt.

Schalke weiter in der Krise

Die stark ersatzgeschwächten Schalker kassierten ohne den gesperrten Christian Fuchs im Kampf um die Europacupplätze den nächsten Rückschlag, sind nach der zweiten Niederlage in Folge nach dem Heim-1:2 gegen Schlusslicht Fürth schon drei Partien sieglos.

In den jüngsten zehn Partien gab es nur einen Sieg, in den vergangenen sechs Auswärtsspielen holte man nur einen Punkt. In der Tabelle ging es für die Truppe des stark in der Kritik stehenden Trainers Jens Keller zurück auf Rang neun.

Alaba erzielt die Führung

Der Sieg der über 90 Minuten ganz klar dominierenden Bayern wurde von Alaba eingeleitet. Franck Ribery wurde im Strafraum gelegt und der ÖFB-Teamspieler verwertete den verhängten Elfmeter souverän zum 1:0 ins Eck (19.). Es war bereits sein zweiter Elfmetertreffer in der laufenden Saison nach jenem beim Heim-2:0 gegen Eintracht Frankfurt.

Noch vor der Pause erhöhte Bastian Schweinsteiger mit einem aus rund 25 Metern direkt verwandelten Freistoß, der via Innenstange den Weg ins Tor fand, auf 2:0 (32.).

Nach dem Seitenwechsel legte Mario Gomez aus stark abseitsverdächtiger Position uneigennützig zurück auf Alaba, der aus acht Metern keine Mühe hatte, einzuschieben (51.). Es war Tor Nummer sieben für den Linksverteidiger in der Bundesliga.

"Alaba vielleicht der beste Linksverteidiger der Welt"

Den Schlusspunkt setzte dann Gomez selbst (63.). Wie beim 5:0-Sieg gegen Schalke während der Wintervorbereitung in Katar war es erneut fast ein Trainingsspiel für den Leader. "Natürlich hat es sehr viel Spaß gemacht, wichtig ist aber, dass wir die drei Punkte geholt haben", sagte Alaba im Sky-Interview.

Vorzeitige Meistergratulationen wolle man noch nicht entgegennehmen. "Daran denken wir noch nicht, wir versuchen uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, schauen von Woche zu Woche und wollen da jedes Spiel gewinnen", erklärte der Doppel-Torschütze.

Lob für Alaba gab es vom Ex-Rapid-Stürmer Jan Age Fjörtoft. "Es spricht für sein Standing in der Mannschaft, dass er die Elfmeter schießen darf. Er ist vielleicht der beste Linksverteidiger der Welt", sagte der Sky-Experte.

HSV schießt BVB ab

Borussia Dortmund kann die erfolgreiche Titelverteidigung in der deutschen Bundesliga wohl endgültig abschreiben. Der Meister kassierte im ausverkauften Signal Iduna Park gegen den Hamburger SV eine bittere 1:4-Niederlage.

Der BVB ist aber hinter Bayern München nach wie vor Zweiter, da sich Bayer Leverkusen in einer packenden Auswärtspartie bei Borussia Mönchengladbach mit einem 3:3-Remis zufriedengeben musste. Martin Stranzl hatte die Gladbacher in Führung gebracht.

Zwei Mal Rot in Dortmund

Für die Dortmunder war es die erste Niederlage nach drei Siegen in Serie und die zweite in dieser Saison gegen den HSV nach einem 2:3 in Hamburg. Für die Hamburger trafen Artjoms Rudnevs (18., 62.) und Heung Min Son (26., 89.) jeweils doppelt. Robert Lewandowski brachte den BVB in der 17. Minute in Führung.

In Minute 31 sah der Pole für ein Foul die Rote Karte, der mit viel Körpereinsatz protestierende HSV-Star Rafael van der Vaart aber nur Gelb. Das Spiel drohte kurzfristig aus den Fugen zu geraten, so wurde Van der Vaart bei einem Eckball von einem Gegenstand am Kopf getroffen. Aufseiten des HSV wurde Jeffrey Bruma wegen einer Notbremse ausgeschlossen (59.).

Stranzl sorgt für Führung

Der Dritte Leverkusen musste sich aufgrund eines späten Gegentores von Patrick Hermann (86.) in Gladbach mit einem Punkt begnügen. Für die Hausherren hatten zuvor auch der aufgerückte Stranzl nach einem Eckball mit der Schulter (44.) und Luuk de Jong (58.) getroffen.

Leverkusen blieb trotz Toren von Sidney Sam (52.), Stefan Kießling (60.), der zum 100. Mal in der Bundesliga traf, und Andre Schürrle (65.) nur ein Remis. Gladbach wartet damit weiter seit 24 Jahren auf einen Heimsieg im direkten Duell.

Stranzl gab nach überstandenem grippalen Infekt sein Comeback, agierte dieses Mal allerdings als Rechtsverteidiger und war bei Standardsituationen immer wieder gefährlich. Neben seinem zehnten Bundesligatreffer sorgte er mit einem Kopfball, der gerade noch zur Ecke abgewehrt wurde (54.), für Gefahr.

Zu seinem Debüt kam der Ex-Rapidler Muhammed Ildiz beim torlosen Auswärtsremis des 1. FC Nürnberg gegen Eintracht Frankfurt. Der Mittelfeldspieler wurde in der 86. Minute eingewechselt.

Bittere Pleite für Stuttgart

Werder Bremen schoss den VfB Stuttgart noch tiefer in die Krise. Die Schwaben kassierten mit dem 1:4 vor eigenem Publikum bereits die fünfte Niederlage in Folge. Die Bremer dagegen durften sich dank Toren von Mehmet Ekici (34., 74.), Aaron Hunt (60.) und Kevin de Bruyne (92.) zum ersten Mal seit November 2011 über zwei Siege in Folge freuen.

Zlatko Junuzovic spielte im Mittelfeld durch und hätte mit einem gut parierten Gewaltschuss fast einen Treffer erzielt (32.). Sebastian Prödl wurde in der 85. Minute eingewechselt. Marko Arnautovic stand wegen muskulärer Probleme nicht im Kader. Aufseiten der Verlierer, für die Ibrahima Traore traf (50.), spielte der zuletzt gesperrte Martin Harnik bis zur 68. Minute, Raphael Holzhauser kam nicht zum Zug.

Der VfL Wolfsburg besiegte Greuther Fürth auswärts 1:0, Hannover 96 behielt gegen 1899 Hoffenheim ebenfalls mit 1:0 die Oberhand.

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