"Verlorenes Jahr gibt es nie"

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"Ein verlorenes Jahr gibt es nie"

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Vor rund elf Monaten war Marco Djuricin ein gefeierter Held.

Die „Berliner Zeitung“ nannte ihn „Wunderbengel“, für die „Bild“ war er der „Super-Ösi“.

Der Wiener war in aller Munde.

Bereits in der Vorbereitung auf die Saison 2010/11 konnte der Hertha-Legionär mit einigen Toren glänzen, in der ersten Runde erzielte er beim 3:2-Sieg über RW Oberhausen einen Doppelpack.

"Das ist Vergangenheit"

„Das ist Vergangenheit. Im Fußball zählt immer, was jetzt passiert.“

„Was letzte Woche war, interessiert keinen mehr. Insofern ist das schon lange her“, winkt der 18-Jährige im Gespräch mit LAOLA1 ab.

"Ich hatte kein gutes Jahr"

Seither ist es ruhig geworden um den Stürmer. „Ich hatte kein gutes Jahr“, bringt es der Angreifer auf den Punkt.

Der Grund dafür ist schnell gefunden: „Verletzungen haben mich oft zurückgeworfen.“ Im Oktober war es das Sprunggelenk, danach hatte er Wadenprobleme.

"Das war die schlimmste Verletzung"

Rückblickend halb so wild. Denn was im Februar passieren sollte, war richtig übel. Bandscheibenvorfall, monatelange Pause.

„Das war die schlimmste Verletzung. Ich habe bis 10. Mai gebraucht, um fit zu werden“, stöhnt Djuricin.

"Jetzt ist alles wieder gut"

Keine einfache Situation, doch es gab Menschen, die dem U20-Internationalen in dieser schwierigen Phase Kraft gaben.

Der Youngster berichtet: „Meine Familie hat mich immer bestärkt. Auch die Hertha hat mir sehr geholfen, immer weiter zu arbeiten, den Kopf oben zu halten.“

Eine Kopfsache. Das wusste auch Vater Goran, der die ÖFB-U20 als Co-Trainer zur WM nach Kolumbien begleiten wird. „Er hat mir gesagt, ich solle positiv denken. Das habe ich gemacht. Und jetzt ist alles gut.“

"Da hatte ich Angst"

Der Deutschland-Legionär hat sich zurückgekämpft und kann seinen WM-Traum leben. Wenngleich er doch noch einmal zittern musste.

„Ich hatte im Frühjahr einen Muskelfaserriss. Da hatte ich Angst um meine WM-Teilnahme“, berichtet der Angreifer. Nun ist er aber fit.

"Ein verlorenes Jahr gibt es nie"

Dennoch war es letztlich eine Saison zum Abhaken. Doch Djuricin versucht, das Gute darin zu sehen, wie es ihm sein Vater beigebracht hat.

„Im Endeffekt muss ich das Positive daraus ziehen. Ich konnte etwas für meinen Körper und meine Stabilität machen. Ein verlorenes Jahr gibt es nie“, meint er.

"Für die Fans ein geiles Jahr"

Dem Wahl-Berliner ist aber klar: „Ich muss mich neu beweisen.“ Und zwar bei der Hertha als Bundesliga-Klub. Die Hauptstädter wurden bekanntlich Zweitliga-Meister.

„Für die Fans war es ein geiles Jahr. Sie sind mit der Mannschaft zusammengewachsen. Der Titel war das Tüpfelchen auf dem i“, schwärmt der Teenager.

Sein Klub wolle sich nun im Mittelfeld der höchsten Spielklasse etablieren: „Uns ist aber klar, dass in der Bundesliga ein anderer Wind weht.“

"Ich habe einen kleinen Nachteil"

Und wie schätzt er seine persönlichen Chancen auf Einsätze ein?

„Ich habe einen kleinen Nachteil, da ich die ersten drei Spiele wegen der WM verpasse. Wenn ich aber alles gebe, wird der Trainer schon auf mich aufmerksam werden und mich vielleicht auch spielen lassen.“

Zuerst steht aber eben die WM in Kolumbien auf dem Programm. Dass man dort mit guten Leistungen Heldenstatus erlangen kann, sollte seit der Endrunde 2007, als der ÖFB Vierter wurde, bekannt sein…


Harald Prantl

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