In Wolfsburg regieren Kontinuität und Bescheidenheit

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Kontinuität wurde beim VfL Wolfsburg in den letzten Jahren nicht sonderlich groß geschrieben.

Trainer, Manager, Spieler – die Klubführung tauschte das Personal in einer Häufigkeit, die für Verwunderung sorgte.

Diego Benaglio war in jener Zeit eine der wenigen Konstanten bei den Niedersachsen. Seit 2008 dient er dem deutschen Bundesligisten und darf sich damit fast als „Urgestein“ im Kader des VfL fühlen.

Unter der aktuellen Führung – Klaus Allofs als Manager, Dieter Hecking im Traineramt – soll beim Meister von 2009 nun endlich langfristig Beständigkeit in den Klub einkehren.

Zurückhaltung am Transfermarkt

So überrascht es auch nicht, dass sich der einstige „Chefeinkäufer“ Wolfsburg am Transfermarkt verhältnismäßig ruhig verhielt. Lediglich vier Neuzugänge (Timm Klose, Daniel Caligiuri, Max Grün und Stefan Kutschke) stehen bislang zu Buche, ansonsten freute man sich über zahlreiche Rückkehrer, die zuletzt ausgeliehen waren.

„Insgesamt ist es die Bestätigung, dass wir in der Rückrunde gezeigt haben, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erklärt Benaglio auf LAOLA1-Nachfrage die neue Ausrichtung.

Tatsächlich erholte sich die Hecking-Elf nach einer katastrophalen Hinrunde (Rang 15) und zeigte mit Platz sechs in der bereinigten Frühjahrs-Tabelle, dass deutlich mehr in ihr steckt.

Neuzugänge nicht ausgeschlossen

Es sei ganz natürlich, dass „noch nicht alles so klappt, wie wir uns das vorstellen“, befindet der Wolfsburger Schlussmann. Die Mannschaft habe jedoch in den letzten Monaten „große Fortschritte gemacht“ und sei auf einem guten Weg.

„In der Breite, aber auch qualitativ sind wir sehr gut aufgestellt“, unterstreicht der Eidgenosse. Dennoch hätte er gegen einen Hochkaräter – der VfL hat Bayerns Luiz Gustavo ins Auge gefasst und öffentlich Interesse bekundet – nichts einzuwenden.

„Wenn es so ist, dass sich die Möglichkeit ergibt, einen Spieler mit noch mehr Qualität zu verpflichten, dann kann man das unter Umständen überlegen.“ Insgesamt sieht er sich und seine Truppe für den Vergleich mit der ligainternen Konkurrenz gerüstet.

Wolfsburger Bescheidenheit

Wolfsburg sei ein Klub, der alles mitbringe, um sich dauerhaft in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen. Besonders die Arbeit von Hecking scheint es dem 29-Jährigen angetan zu haben.

„Er hat eine sehr gute Ansprache an die Mannschaft“, lobt Benaglio. „Meiner Meinung nach hat er eine tolle Philosophie und Auffassung davon, wie er Fußball spielen lassen will. Es zeichnet ihn auch aus, wie er die Spieler dazu bringt, seine Ideen umzusetzen.“

Von konkreten Saisonzielen will er indes nichts wissen. Wichtig sei zunächst nur, gut aus den Startblöcken zu kommen. „Im Vorjahr sind wir schlecht gestartet, das gilt es zu vermeiden. Gelingt uns das, bringt es das nötige Selbstvertrauen.“

Große Töne, die man in den letzten Jahren aus Wolfsburg zu hören bekam, bleiben aus. Neben Kontinuität gibt es bei den „Wölfen“ ein zweites Zauberwort: Bescheidenheit.

 

Christoph Nister

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