"Wir können uns nur selber schlagen"

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Vor der Übermacht des FC Bayern in der deutschen Fußball-Bundesliga kapituliert selbst der Vizemeister.

Im ersten Heimspiel während des Oktoberfestes schenkte der Spitzenreiter dem entzauberten Titelkonkurrenten Bayer Leverkusen ohne übermäßige Kraftanstrengung ein 3:0 ein, das die gesamte Liga in Katerstimmung versetzt haben dürfte.

Internationaler Kracher wartet

Den Bayern gehen nach dem sechsten Zu-Null-Sieg und 21:0 Toren national die Gegner aus - als Ansporn bleibt wohl nur die Champions League mit dem großen Ziel Heimfinale 2012.

"Wir wissen, dass am Dienstag eine Mannschaft kommt, die qualitativ besser ist", bemerkte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger vielsagend mit Blick auf das Duell mit Manchester City.

Gegner zeigt Ehrfurcht

Auch wenn die Tabellenführung nach der 7. Runde erst zwei Punkte beträgt, gefühlt spielen die Münchner in einer eigenen Liga.

"Das ist das Niveau von Barcelona, von Real Madrid. Bayern München spielt in der Bundesliga eine absolute Sonderrolle", kommentierte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler.

Demütig ergänzte der frühere DFB-Teamchef: "Unser Niveau sind Dortmund, Bremen, Wolfsburg. Mit denen müssen wir uns messen."

Gegen Vizemeister Kräfte gespart

Für Philipp Lahm ist die Meisterschaft schon fast gewonnen. "Wir können uns nur selber schlagen in der Verfassung, in der wir sind", meinte der Kapitän.

Zurückhaltender gab sich Trainer Jupp Heynckes. "Es war nicht so brillant wie in den letzten Wochen", erklärte der 66-Jährige, der David Alaba in der 82. Minute einwechselte.

Doch der Energiesparmodus war nach dem schnellen 2:0 gewünscht. "Wir haben ein riesiges Spiel in der Champions League vor uns, in dem wir wieder 90 Minuten Höchsttempo gehen müssen."

Kurz-Comeback macht Freude

Abgesehen von der Verhaftung des Brasilianers Breno wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung ist die Bayern-Welt rosarot.

Seit 838 Pflichtspielminuten steht bei Goalie Manuel Neuer die Null - und das Glück perfekt machte das kurze Comeback von Arjen Robben.

Frenetisch feierten die Zuschauer den späteren Torschützen bei seiner Einwechslung nach fünf Wochen Spielpause wegen einer Schambeinentzündung.

Martin Stranzl spielt mit Mönchengladbach um den Europacup

Ganz Gladbach euphorisch

Erster Bayern-Verfolger war am Samstag überraschend Borussia Mönchengladbach. Die "Fohlen" setzten sich daheim gegen Nürnberg mit 1:0 durch, wobei Martin Stranzl erstmals seit seiner überstandenen Wadenverletzung wieder in der Startformation stand.

Trainer Lucien Favre war danach bemüht, die Euphorie nach dem besten Saisonstart der Borussen seit 1987/88 einzudämmen.

"Wir sind extrem zufrieden, müssen aber am Boden bleiben. Ich schaue nicht nur nach oben, sondern ich schaue mir die ganze Tabelle von Platz 1 bis 18 an."

Lucien Favre der Heilsbringer

Als Favre nach 22 Runden der vergangenen Saison die Elf übernahm, war sie mit 16 Punkten Tabellenletzter und hatte 56 Gegentore hingenommen.

Danach kassierten die Gladbacher in 21 Liga-Partien nur noch 14 Treffer, schafften den Klassenerhalt und dürfen momentan sogar vom Europacup träumen.

Dafür muss sich laut Stranzl aber die Chancenauswertung verbessern. "Wenn wir die Möglichkeit hätten, die Chancen für die nächsten Spiele aufzuheben, muss uns nicht bange sein", sagte der Innenverteidiger.

Sieg gehört Rangnick

Neben Gladbach hatte auch Schalke 04 mit Christian Fuchs Grund zur Freude, und das trotz des Schocks nach dem Rücktritt von Coach Ralf Rangnick.

"Dieser Sieg gehört ihm. Wir wollten ihm zusätzliche Kraft geben, die er in den kommenden schwierigen Wochen benötigt", sagte Goalie Ralf Fährmann.

Selbst der zuletzt leidgeprüfte Manager Horst Heldt konnte erstmals seit Tagen wieder lächeln. "Der Sieg hat gezeigt, dass wir nicht führungslos sind. Er gibt uns die Zeit, die wir für die Trainersuche brauchen."

Trainer mit allen Mitteln gesucht

Die Suche will Heldt nicht nur auf die derzeit freien Trainer beschränken. "In der Not gilt es, das Beste für den Verein zu machen. Und wenn ich es für richtig halte, werde ich deshalb auch Kontakt zu Leuten aufnehmen, die woanders unter Vertrag stehen."

Nach eigenen Angaben hat Heldt vor der Partie noch mit keinem Kandidaten gesprochen, will aber in den kommenden Tagen in die Offensive gehen. "Viele passen nicht in unser Profil. Deshalb fokussiert sich die Suche auf einige wenige", sagte Heldt.

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