„Ich gehe daheim auch nicht um 9 Uhr schlafen“

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“Jeder Fußballer will Fußball spielen. Wenn man ihm den Ball wegnimmt, ist das wie der Tod. Das ist mir jetzt passiert.“

So dramatisch formulierte Marko Arnautovic in der TV-Sendung „Sport am Sonntag“ die Auswirkungen der von seinem Verein Werder Bremen verhängten Sperre bis zum Saisonende.

Die Norddeutschen, die erst am Samstag mit einem 1:1-Remis gegen Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt fixierten, erteilten dem ÖFB-Teamspieler für seinen nächtlichen Ausflug vor zwei Wochen nicht nur ein Spielverbot, er darf nicht einmal mit der Mannschaft mittrainieren.

„Gehe daheim auch nicht um 9 Uhr schlafen“

„Es ist natürlich nicht toll, wenn man um 3 Uhr in der Nacht von der Polizei aufgehalten wird“, gab der 24-jährige Wiener zu. „Ich dachte, dass ich eigentlich eine andere Strafe bekommen würde.“

Die große Aufregung um seine Person kann Arnautovic trotzdem nur bedingt nachvollziehen. Schließlich habe er nichts Verbotenes gemacht.

„Wir waren in Holland und haben mit Ex-Kollegen Fenerbahce gegen Benfica angesehen. Ich habe mir dabei auch nichts gedacht. Ich gehe daheim auch nicht um 9 Uhr am Abend schlafen.“

In den eigenen vier Wänden hätte sich Arnautovic freilich die nächtliche Heimfahrt erspart, die ihm schließlich zum Verhängnis wurde.

Unglücklicher Ablauf

„Wir wurden bei einer Kontrolle angehalten. Der Polizist hat meine Papiere bekommen. Wir sind alle ausgestiegen, weil wir uns die Beine vertreten wollten. Der Polizist hat dann aber Angst bekommen und Verstärkung gerufen“, erklärte er die unglückliche Situation.

Auf die Exekutive ist Arnautovic allerdings auch deshalb nicht gut zu sprechen, weil die Geschichte innerhalb kürzester Zeit durchsickerte und an die Öffentlichkeit kam.

„Am nächsten Tag bin in der Früh zum Training gegangen und Frank Baumann (Anm.: Direktor Profifußball und Scouting) hat mich gleich ins Gesprächszimmer gerufen. Die Polizei hat das auf jeden Fall weitergegeben.“

„Aus Ameise wird oft Elefant gemacht“

Zudem ärgerte es ihn, „dass bei mir aus einer Ameise oft ein Elefant gemacht wird. Ich habe sicher ab und zu mal etwas gemacht, was nicht besonders klug war. Seitdem stürzen sich bei mir die Medien auf alles. Das haben aber andere Fußballer auch schon mitmachen müssen.“

Arnautovic gab zu, auch selbst an seinem Image als „Bad Boy“ schuld zu sein. „Wahrscheinlich denke ich nicht nach. Ich mache, was ich will und dann explodiert gleich immer alles. Im Nachhinein denke ich mir oft, dass ich das vielleicht besser anders gemacht hätte“, würde er besonders einige Trainings-Rangeleien gerne aus dem Gedächtnis streichen. „Manchmal weiß ich selber nicht, was ich mache. Ich hoffe, dass sich das bald einstellt.“

„Will mich auf den Fußball konzentrieren“

Für die Zukunft gelobt er auf jeden Fall Besserung: „Ich will mich nur auf den Fußball konzentrieren. Dann schauen wir mal, ob sich mein Image ändert. Ich glaube aber, das ändert sich nicht so leicht. Das ist eine schwere Aufgabe, ich werde aber alles dafür tun.“

Ob er dies in der nächsten Saison in Bremen machen werde, hänge nicht von ihm ab. „Dafür ist mein Bruder zuständig. Er wird mit Bremen sprechen. Ich weiß noch nicht, was die vorhaben“, will er vorher mit den Hanseaten klären, ob er sich für 2013/2014 einen neuen Verein suchen soll/muss.

Positive Gedanken an WM-Qualifikation

Von seiner Seite aus stünde einem Verbleib an der Weser allerdings nichts im Wege. „Werder Bremen ist eine Top-Adresse. Es tut mir weh, wenn ich die Mannschaft nur von der Tribüne aus sehe. Das Wichtigste ist aber, dass wir jetzt nicht abgestiegen sind.“

Positiv blickt Arnautovic auch den entscheidenden Spielen in der WM-Qualifikation entgegen. „In der WM-Qualifikation ist alles drin. Schweden wird kein leichtes Spiel werden. Sie wollen auch gewinnen und haben eine Top-Mannschaft. Wir können Schweden aber schlagen.“

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