Allofs: "Denke, wir können nach oben schielen"

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 Mehr als 13 Jahre diente Klaus Allofs dem SV Werder Bremen und bildete mit Thomas Schaaf ein eingespieltes Duo.

Zur Überraschung vieler sprengte er selbiges, indem er im November 2012 zum VfL Wolfsburg wechselte, um dort den Posten des Geschäftsführers Sport zu bekleiden.

„Die Farben haben sich ja nicht verändert“, erklärt er lachend bei einem von Cashpoint organisierten Pressegespräch im Rahmen des Testspiels des SCR Cashpoint Altach gegen den VfL Wolfsburg (1:3, nach Hagel in der 86. Minute abgebrochen).

„Die Mannschaft war in einer schwierigen Situation, es gab eine Menge Unruhe“, spricht der 56-Jährige über die nicht immer einfache Anfangszeit.

Inzwischen sei vieles besser geworden, sodass er zuversichtlich in Richtung Saisonstart – am 3. August wartet der Karlsruher SC auswärts in der ersten Runde des DFB-Pokals, eine Woche später erfolgt der Bundesliga-Auftakt bei Hannover 96 – blickt.

„Können nach oben schielen“

„In der Rückrunde waren wir Sechster und da haben wir sehr viele Spiele unnötigerweise Unentschieden gespielt. Das zeigt ein bisschen, was die Mannschaft kann. Ich glaube, dass wir uns verbessert haben und mit den Rückkehrern (u.a. Sio, Koo, Ochs), aber auch mit unseren Neuzugängen (u.a. Klose, Caligiuri) noch stärker geworden sind. Ich denke schon, dass wir nach oben schielen können.“

Für Wolfsburg-Verhältnisse verlief der Sommer verhältnismäßig ruhig. „Wir müssen Kontinuität in den Klub bekommen“, erläutert Allofs, warum man sich am Transfermarkt nicht mehr so austobt wie in der jüngeren Vergangenheit. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass der VfL seine Kaderplanungen bereits abgeschlossen hat.

Gustavo kann man gebrauchen

Luiz Gustavo wurde beispielsweise in den letzten Tagen immer wieder mit den Niedersachsen in Verbindung gebracht, das Thema sei allerdings „nicht konkret“. Ausschließen will Allofs indes nichts, wenngleich es einige Fragen zu beantworten gebe: „Will Bayern ihn wirklich abgeben? Will er bei einem Klub spielen, der nicht im Europacup vertreten ist? Wie sieht es finanziell aus?“ Es seien viele Hürden zu überwinden, gebrauchen könne man einen brasilianischen Nationalspieler aber sehr gut.

Klaus Allofs kennt Marko Arnautovic besser als die meisten anderen

Bleibt die Frage, wie man solche Kaliber nach Wolfsburg locken will? „Mit der Vision und den Plänen, die wir mit diesem Klub haben“, antwortet der gebürtige Düsseldorfer Allofs. „Ich glaube, wir haben gute Argumente. Das wichtigste – darauf lege ich sehr viel Wert – ist nicht das Geld. Wir müssen Spieler haben, die sich mit diesem Klub identifizieren und an das Projekt und die Möglichkeiten, die wir haben, glauben.“

Pogatetz-Trennung „beste Lösung“

Nicht länger Teil dieses Projekts ist Emanuel Pogatetz. Der ÖFB-Teamspieler trennte sich vor Saisonbeginn von den „Wölfen“ und heuerte beim Ligarivalen 1. FC Nürnberg an. Für Allofs ein logischer Schritt. „Wir hatten in der letzten Saison neun Innenverteidiger. Da kann man sich vorstellen, wie die Situation ist. Zudem hatten wir drei Trainer mit unterschiedlichen Ideen. Es war schwer für Pogatetz. Vielleicht ist er unter Wert verkauft worden, denn er kann viel besser spielen als das, was er bei uns gezeigt hat. Die Trennung war daher die beste Lösung.“

Wenngleich er sein Hauptaugenmerk ganz klar auf Wolfsburg legt, hängt sein Herz natürlich auch noch am SV Werder. Dort war er maßgeblich daran beteiligt, die Legionäre Zlatko Junuzovic, Sebastian Prödl und Marko Arnautovic an die Weser zu locken. Auf alle hält er – noch immer – große Stücke.

Arnautovic „ein besonderes Thema“

„Zlatko hat sich nach Anfangsschwierigkeiten inzwischen etabliert und ist ein richtig guter Bundesliga-Spieler. Bei Basti ist es so, dass er jetzt den nächsten Entwicklungsschritt gehen muss“, so der VfL-Geschäftsführer. Der Steirer müsse zudem „noch mehr zum Leader“ reifen.

Arnautovic sei indes „ein besonderes Thema“. Zwar nicht für Wolfsburg – hier bestehe kein Interesse – dafür aber generell. „Marko ist ein Riesentalent, aber er muss für sich den richtigen Weg finden. Er muss sein Talent abrufen und darf sich nicht von anderen Dingen ablenken lassen.“

Bei seinem Abschied aus Bremen hatte Allofs das Gefühl, „dass er auf einem guten Weg ist. Ich kenne ihn besser als die meisten anderen und sehe vieles differenzierter. Ohne ihm einen Freifahrtschein ausstellen zu wollen, aber er hat es manchmal auch nicht leicht.“

 

Christoph Nister

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