Alaba: Die "perfekte Lösung" für alle Bayern-Probleme

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DFB-Sportdirektor Matthias Sammer findet ihn „fantastisch“. Ottmar Hitzfeld, vorletzter Meistermacher des FC Bayern hat „höchsten Respekt“.

Und für den „Kaiser“, also für Franz Beckenbauer, ist David Alaba sogar „die perfekte Lösung“.

Seit der Wiener beim FC Bayern München den Platz links in der Viererkette einnimmt, singen praktisch alle namhaften Experten im deutschen Fußball ihre Lobes-Arien im Chor.

„Ich mache nur meinen Job“, bleibt der Hochgelobte wie eh und je am Boden, auch nach dem Halbfinal-Erfolg im DFB-Pokal – nach Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach.

Einfach nur den Job erledigen

Ausgerechnet Alaba war es, der 19-Jährige, der von Trainer Jupp Heynckes als erster Elferschütze auserkoren wurde.

Nicht Arjen Robben. Oder Kapitän Philipp Lahm. Auch nicht Franck Ribery.

Und natürlich machte er wieder seinen Job, verwandelte mit einer traumwandlerischen Sicherheit ins – vom Schützen aus gesehen – rechte untere Eck.

"Habe nicht viel nachgedacht"

Gladbach-Goalie Marc-Andre ter Stegen machte sich vergeblich lang.

„Der Trainer hat es bestimmt, dass ich als Erster schieße, aber ich habe damit kein Problem, habe gar nicht viel nachgedacht", war er vor dem Penalty auch nur ein kleines bisschen nervös.

Und dann glücklich über den Finaleinzug: "Wir haben uns das verdient, denn wir arbeiten zur Zeit sehr gut."

Hoffnungsträger mit Bieber-Beats

Sprach’s und schlenderte als erster Spieler zum Bayern-Bus, die lila Monster-Beats-Kopfhörer in der Justin-Bieber-Edition cool im Nacken, seine Tasche lässig geschultert.

Eben wie ein 19-Jähriger. Auf dem Platz aber, da ist David Alaba in den letzten Wochen wieder ein bisschen erwachsener geworden, hat es den Anschein.

Binnen weniger Spiele mutierte er zum Hoffnungsträger auf der Position des linken Außenverteidigers, den er schon zu Beginn bei den Bayern-Profis gegeben hat.

Dass er lieber zentral im Mittelfeld spielen würde, kommt Alaba in der Viererkette insofern zugute, als dass er die neue, alte Rolle hinter Ribery einerseits sehr offensiv auslegt und seinem Vordermann gleichzeitig trotzdem den Rücken freihält.

"Hat seinen Platz zementiert"

Gegen Gladbach klappte das mit der Offensive zwar anders als in den letzten Spielen nur selten, dennoch hatte er in der 41. Minute und nach Kombination mit seinem französischen Kumpel die Führung am Fuß.

„Alaba hat sich seine Einsätze mit Leistung verdient, er genießt zurecht das hundertprozentige Vertrauen des Trainers“, outet sich auch Stefan Effenberg, sonst eher gefürchtet als TV-Experte Kategorie „Wadlbeißer“, als Fan.

Und Matthias Sammer ergänzt: „Sehr laufstark, diszipliniert, mannschaftsdienlich, es ist bemerkenswert, wie er seinen Platz zementiert hat.“

Neue Stabilität dank Alaba

Das Zurückrücken in die Abwehr, das überhaupt nur möglich wurde, da Rafinha mit grippalem Infekt out war und Lahm mangels Alternativen nach rechts rücken musste, ist eine Win-Win-Situation für Spieler und Verein.

Die vor gar nicht allzu langer Zeit viel kritisierte und gescholtene Abwehr hat dank Alaba links, Boateng im Zentrum und Lahm auf rechts eine neue Stabilität bekommen – und damit das ganze Team.

Kantersiege gegen Hoffenheim, den FC Basel in der Champions League und Hertha BSC Berlin waren die Folge.

„David spielt den Außenverteidiger, als hätte er nie etwas anderes gemacht“, lobt Trainer Heynckes, der sich durch die Rochade auch eines „Problems“ entledigt hat.

Gedränge um Plätze im Mittelfeld

Mit Bastian Schweinsteiger, den Alaba im November und auch im Februar ebenfalls tadellos ersetzt hat, und Toni Kroos gibt es hochkarätige Konkurrenz um die begehrten Plätze im Mittelfeld.

Mit dem Basler Xherdan Shaqiri kommt im Sommer ein weiterer Neuzugang für das Mittelfeld.

Das Gedränge ist jetzt schon groß und wird noch größer, denn es wird wohl nicht beim Schweizer alleine bleiben.

Immerhin: Luiz Gustavo und Anatolij Timoschtschuk hat Alaba im Bayern-Ranking längst hinter sich gelassen und also aus der Startelf verdrängt.

Kaum ein Vorbeikommen

Und in der Abwehr müssen sich Rafinha und Daniel van Buyten hinter dem Österreicher anstellen, auch nicht irgendwelche Spieler.

Aber bei absoluten Top-Werten, wie den 92 Prozent gewonnenen Zweikämpfen wie beim 6:0 gegen die abstiegsbedrohte Hertha aus Berlin, wird es schwer werden, an David Alaba vorbei zu kommen.

Weil er als „perfekte Lösung“ für (fast) alle Bayern-Probleme unverzichtbar ist …

Stephan Schwabl

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