Die Abstiegsangst geht um

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HSV, Hertha, Köln: Traditionsteams in Abstiegsangst

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Vier Spieltage vor Schluss geht in der Bundesliga die Angst um.

Das Abstiegsgespenst treibt wieder einmal sein Unwesen und droht zahlreiche Traditionsteams in die zweite Liga zu stürzen.

Um dem Absturz zu entrinnen, werden Stammspieler plötzlich degradiert, Trainer entlassen oder kurzfristig Trainingslager eingestreut.

Für die einen ist es Torschlusspanik, für die anderen ein Zeichen, um sich gegen den Abstieg zu stemmen.

HAMBURGER SV

Rang 14 - 31 Punkte, 33:55 Tore

Mit Ausnahme des knappen 1:0-Erfolgs über den 1. FC Kaiserslautern hatten die HSV-Fans in den letzen Wochen nichts zu lachen. Die Aufbruchsstimmung nach dem Amtsantritt Thorsten Finks wich der Abstiegsangst.

Die Aussage des Trainers nach dem 0:4 bei Hoffenheim stimmt bedenklich: "Ich habe keinen Abstiegskampf gesehen." Worauf warten die Rothosen? Präsentieren sich die Norddeutschen weiter so harmlos, ist man das Image des "Bundesliga-Dinos" bald los.

Was für Finks Mannen spricht, ist das vermeintlich leichte Restprogramm. Neben Hannover (h) und Nürnberg (a) warten Mainz 05 (h) und der FC Augsburg.

FC AUGSBURG

Rang 15 - 30 Punkte, 32:47 Tore

Und plötzlich steckt man wieder ganz tief drin im Abstiegsstrudel. Nachdem FC Augsburg zwischen dem 23. und 28. Spieltag ungeschlagen blieb und sich etwas Luft verschaffte, hagelte es bei den Bayern (1:2) und gegen Stuttgart (1:3) Niederlagen.

Der gemessen an Ballbesitz schwächsten Mannschaft der Liga droht im Endspurt die Luft auszugehen. Speziell in fremden Gefilden wirkt man häufig nicht Bundesliga-tauglich, nicht umsonst liegt man in der Auswärtstabelle noch hinter Kaiserslautern am Ende des Feldes.

Zu allem Überfluss hat es das Restprogramm wahrlich in sich. Mit Wolfsburg (a), Schalke (h) und Gladbach (a) warten drei Europacup-Anwärter in den nächsten Wochen. Im finalen Showdown kommt der HSV nach Augsburg.

1. FC KÖLN

Rang 16 - 29 Punkte, 36:63 Tore

Chaos-Klubs gibt es viele, ungeschlagene Nummer 1 sind derzeit die "Geißböcke". Trainer raus, Stars raus, Stars besoffen, Führung verwirrt, dazu die Schießbude der Liga: Es spricht nicht sonderlich viel für einen Klassenverbleib des "Effzeh", dem auch ein Kurztrainingslager keinen Erfolg brachte.

Interimstrainer Frank Schaefer soll nun die Kohlen aus dem Feuer holen. Er kennt Klub und Spieler wie seine Westentasche, sprang er doch schon einmal nach der Entlassung Zvonimir Soldos ein und war bis zuletzt Talent-Koordinator der Rheinländer.

Ob der ausstehenden Spielpaarungen wird einem wiederum angst und bange. Zuerst geht es nach Gladbach, ehe Stuttgart nach Köln kommt. In Freiburg müssen anschließend dringend Punkte her, da zum Abschluss der Gang zum FC Bayern auf dem Programm steht.

HERTHA BSC

Rang 17 - 27 Punkte, 31:54 Tore

Erst Babbel, dann Skibbe, nun Rehhagel - der Trainerverschleiß der Hertha ist beträchtlich. "König Otto" entpuppte sich entgegen der Erwartungen von Manager Michael Preetz doch nicht als der große Heilsbringer, so dümpelt der Hauptstadt-Klub auf dem 17. Platz herum.

Was für den Aufsteiger spricht, ist die Tatsache, dass er gefälliger spielt, als es die Resultate ausdrücken. Die mangelnde Chancenauswertung ist allerdings ein Problem, das es schnellstmöglich abzustellen gilt.

Das Restprogramm bietet durchaus Möglichkeiten, das rettende Ufer zu erreichen. Leverkusen steht auswärts auf dem Programm, ehe die Heimpartie gegen Kaiserslautern zum Schlüsselspiel avanciert. Danach geht es nach Gelsenkirchen, um abschließend die TSG Hoffenheim im Olympiastadion zu empfangen.

1. FC KAISERSLAUTERN

Rang 18 - 20 Punkte, 19:44 Tore

"Wir sind ohne Chance, also sollten wir sie nutzen!" So oder so ähnlich lautet das Motto des FCK. Neun Zähler fehlen auf den Relegationsplatz, selbst bei vier Erfolgen in vier Spielen - was angesichts der bisherigen drei Siege in 30 Matches nach Utopie klingt - würden wohl nicht reichen.

19 Treffer dokumentieren die Harmlosigkeit der Pfälzer, die seit 22. Oktober (1:0 gegen Freiburg) auf einen vollen Erfolg warten. Wer 20 Spiele in Folge ohne Sieg bleibt, hat in der ersten Liga auch nicht wirklich was verloren. Der dritte Abstieg der Vereinsgeschichte ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Das Restprogramm sieht Spiele gegen Nürnberg (h) und die Hertha (a) vor. Borussia Dortmund (h) wird am 33. Spieltag eine kaum zu überspringende Hürde sein, ehe Lautern in Hannover voraussichtlich seine Abschiedsvorstellung gibt.

 

chn

 

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