LAOLA1: Hast du dich vor deiner Unterschrift bei Niklas Hoheneder oder Roman Wallner über Leipzig informiert?

Teigl: Niklas habe ich nicht richtig gekannt. Er ist ein paar Jahre älter und deswegen haben wir nie zusammenspielt. Roman habe ich ebenfalls nicht kontaktiert. Mir ist aber von vielen Seiten gesagt worden, dass Leipzig eine gute Adresse ist. Da ist etwas im Entstehen. Der Klub will unbedingt in die zweite Liga und deswegen bin ich hingegangen. Auch ich möchte in die zweithöchste Spielklasse. Das wäre die passende Liga für mich. Man kann die dritte Liga in Deutschland nicht mit jener in Österreich vergleichen. Das ist hier schon eine gute Bühne. Und das Ambiente ist dank Red Bull auch hier klasse. Dieser Konzern macht eben keine halben Sachen. Doch das war für mich nicht ausschlaggebend. Mir ist es nicht darum gegangen, weiterhin in der Wohlfühlzone zu sein. Ich wollte einfach zu einem Klub, der Ambitionen hat.

LAOLA1: Kann man überspitzt sagen, dass es eine Flucht aus Salzburg war beziehungsweise haben dir dort die Perspektiven gefehlt?

Teigl: Es war auf keinen Fall eine Flucht. Ich hätte auch noch ein halbes Jahr bleiben können. Aber es stimmt schon, mir haben die Aussichten auf Einsätze gefehlt. Auf Dauer ist diese Situation für den Kopf nicht einfach. Wenn du immer wieder dein Bestes gibst und „angast“, aber keine Spielpraxis bekommst, ist es schwierig. Solche Phasen haben aber schon viele Fußballer durchlebt. Es prägt einen. Ich habe versucht, positiv zu bleiben. Und ich glaube, das ist mir auch recht gut gelungen. Ich habe nie aufgesteckt oder gesagt: „Der Scheiß interessiert mich nicht mehr.“ Jetzt kam eben das Angebot und ich habe zugesagt.

LAOLA1: Dein Abgang hat sich aber irgendwie auch abgezeichnet. Letzte Saison hattest du in Salzburg noch 33 Einsätze, heuer gerade einmal sechs. Dann wurden im Sommer mit Meilinger und Reyna zwei neue Spieler auf deiner Position geholt. Hast du bereits zu diesem Zeitpunkt die Zeichen der Zeit erkannt?

Teigl: Natürlich denkt man viel nach und es ist nicht gerade förderlich, wenn wieder zwei Neue auf deiner Position kommen. Doch so etwas ist in Salzburg normal. Ich habe damals nicht gedacht, dass ich nicht mehr spielen werde, aber es erschwert die Sache. In Salzburg herrscht ein unheimlicher Konkurrenzkampf. Es ist bestimmt nirgends leicht, sich durchzusetzen, aber in Salzburg ist es schon eine besondere Situation.

LAOLA1: Du bist Niederösterreicher und bist von der Akademie in St. Pölten nach Salzburg gegangen. Ein Wechsel zu Austria oder Rapid wäre geografisch gesehen naheliegender gewesen.

Teigl: Weder Rapid noch Austria wollten mich in ihren Akademien haben. Sie meinten, ich wäre in meiner Entwicklung noch nicht so weit. Mit 18 Jahren war dann die Frage, ob ich zu den Rapid-Amateuren oder zu jenen von Salzburg gehe. Damals waren die Juniors in der Ersten Liga und damit eine Liga höher als die Wiener. Ich wollte zudem einmal eine neue Stadt sehen. Das waren die Hauptgründe, warum ich in Salzburg gelandet bin.

LAOLA1: Und wie lauten nun deine Ziele in Leipzig?

Teigl: Ich möchte möglichst schnell in die Mannschaft reinkommen und am Platz stehen. Ich muss von Woche zu Woche denken und ständig an mir arbeiten. Die Luft ist dünn. Das ist mein primäres Ziel. Langfristig gesehen, möchte ich mit der Mannschaft aufsteigen und nächste Saison in der zweiten Liga spielen.

LAOLA1: Abschließend Frage: Was sagst du eigentlich zum 3:0-Testspielsieg der Salzburger über Bayern? Hat das Ergebnis in Deutschland hohe Wellen geschlagen?

Teigl: Da ich kaum Zeitung lese, kann ich das nicht sagen. Ich habe das Spiel nicht live mitverfolgt, weil wir Training hatten, nur den Schluss. Als ich das Resultat gesehen haben, dachte ich nur: Wahnsinn! Es überrascht mich, dass es so gut gegen die Bayern geklappt hat, aber ich weiß, was die Mannschaft kann. Diese Spielweise ist niemand gewohnt. Wir haben aber auch lange dafür trainiert. Jeden Tag Pressing, jeden Tag die gleichen Übungen und die gleichen Abläufe. Irgendwann fruchtet das Ganze. Jeder einzelne Spieler versteht mittlerweile, was die Spielidee vermitteln soll. Das ist schon die halbe Miete. Jeder verhält sich richtig. So kommen dann richtig geile Spiele heraus.

 

Das Gespräch führte Martin Wechtl

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