Endspiele in Liga zwei

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Drei wollen rauf, sechs Teams nicht runter

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Nach dem Abstiegs-Thriller im deutschen Oberhaus, geht es am heutigen Sonntag (ab 15:30 Uhr) in Liga zwei im gleichen Ton weiter.

Drei Teams kämpfen noch um den Aufstieg, sechs Teams kämpfen – allesamt auswärts - gegen den Absturz in die Drittklassigkeit. Und Österreichs Legionäre sind “mittendrin, statt nur dabei“.

Aufstiegskampf:

Ralph Hasenhüttl sicherte sich bereits am vergangenen Spieltag mit dem FC Ingolstadt (mit den ÖFB-Nationalspielern Ramazan Özcan und Lukas Hinterseer) den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga.

Der Zweitplatzierte der zweiten Bundesliga steigt ebenfalls direkt auf, der Drittplatzierte muss sich in der Relegation mit dem Hamburger SV messen.

SV Darmstadt 98 (2./56 Punkte - gegen St. Pauli)

Die Darmstädter sind die große Überraschung dieser Zweitligasaison. Dem Aufsteiger könnte der Durchmarsch in die Bundesliga gelingen - zuletzt schaffte dieses Kunststück die TSG Hoffenheim in der Saison 2007/08.

Dass sich die Darmstädter, und nicht die favorisierten Leipziger, in dieser Situation befinden, verdanken sie vor allem ihrer starken Defensive, lediglich 26 Gegentore sind Liga-Bestwert.

Im letzten Spiel verlor man unglücklich gegen Abstiegskandidaten Greuther Fürth, davor gelangen jedoch Siege gegen die direkten Verfolger aus Karlsruhe und Kaiserslautern.

Nun trifft Darmstadt auf die formstarken Paulianer, die ihrerseits den Klassenerhalt fixieren wollen. 

Platz Verein Spiele G U V Tore Diff. Punkte
2 SV Darmstadt 98 33 14 14 5 43:26 17<span style=\'color: #999999; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 11px; background-color: #f6f6f6;\'> 56
3
Karlsruher SC 33 14 13 6 44:26 18<span style=\'color: #999999; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 11px; background-color: #f6f6f6;\'> 55
4 1.FC Kaiserslautern 33 14 13 6 44:30 14<span style=\'color: #999999; font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 11px; background-color: #f6f6f6;\'> 55

Karlsruher SC (3./55 Punkte - gegen 1860)

KSC-Stürmer Rouwen Hennings führt die Torschützenliste an

Karlsruhe brachte sich zuletzt mit einem Sieg gegen die - nun abgeschlagenen - Braunschweiger zurück ins Aufstiegsrennen, nachdem es zuvor zwei Spiele in Folge verloren hatte.

Der größte Trumpf des KSC ist in dieser Saison Rouwen Hennings, der mit 17 Treffern die Torschützenliste anführt und in den vergangenen neun Partien neun Treffer erzielte.

Allerdings geht man geschwächt in die entscheidende Partie, da das zentrale Mittelfeld-Duo Peitz und Yabo gesperrt ausfällt.

Trainer Markus Kauczinski will auf Rechenspielchen verzichten und verspricht im "Kicker", "etwas richtig Geiles" machen zu wollen.

1.FC Kaiserslautern (4./55 Punkte - gegen Ingolstadt)

Im Aufstiegsrennen spielen die Ingolstädter weiterhin eine entscheidende Rolle, denn sie sind zu Gast beim 1. FC Kaiserslautern, der als Vierter ebenfalls noch vom Aufstieg träumt.

Die Form spricht dabei gegen die roten Teufel: Nur eines der vergangenen sechs Spiele konnte gewonnen werden. Nach Niederlagen gegen Darmstadt und St. Pauli kamen sie zuletzt nicht über ein 0:0 gegen den Vorletzten aus Aue hinaus.

Das Team von Kevin Stöger (zwei Tore und drei Vorlagen in 29 Spielen) braucht eine Kehrtwende, wenn der Aufstieg noch klappen soll. Gewinnen Darmstadt und Karlsruhe, müsste Kaiserslautern um vier Tore höher gewinnen als der KSC, um aus eigener Kraft aufzusteigen.

 

Abstiegskampf:

Der VfR Aalen, der Ex-Klub von Ralph Hasenhüttl, ist mit 31 Punkten bereits am vergangenen Wochenende abgestiegen. Der Vorletzte der 2. Bundesliga steigt ebenfalls direkt ab, das Team, das auf Platz 16 landet, bekommt es mit dem Dritten der 3. Liga zu tun - Holstein Kiel.

Platz Verein Spiele G U V Tore Diff. Punkte
12 SV Sandhausen 33 10 11 12 32:37 -5 38
13
SpVgg Greuther Fürth 33 8 13 12 34:40 -6 37
14 FC St. Pauli 33 10 7 16 40:50 -10 37
15 1860 München 33 9 9 15 41:49 -8 36
16
FSV Frankfurt 33 9 9 15 38:51 -13 36
17 Erzgebirge Aue 33 9 8 16 30:45 -15 35  

SV Sandhausen (12./38 Punkte – spielt in Bochum)

Kulovits ist Kapitän in Sandhausen

Der SV Sandhausen hat klar die beste Ausgangsposition im Abstiegskampf, obwohl ihnen wegen Verstößen gegen die Lizenzauflagen im laufenden Betrieb drei Punkte abgezogen wurden. Sollte der Klassenerhalt geschafft werden, startet man zudem mit -3 Punkten in die neue Saison.

Aufgrund der verhältnismäßig guten Tordifferenz können die Sandhäuser wohl nur mehr auf den Relegationsplatz zurückfallen, und selbst dafür müssten alle fünf Teams, die hinter ihnen liegen, gewinnen.

Im Spiel gegen die bereits geretteten Bochumer kann der Klassenerhalt fixiert werden.

Für Stefan Kulovits und Marco Knaller, deren Verträge erst vor wenigen Tagen verlängert wurden, schaut alles nach einem weiteren Jahr in der zweiten Bundesliga aus. Bei Rene Gartler stehen die Zeichen auf Trennung, nachdem er in den letzten Monaten keine Berücksichtigung mehr fand.

SpVgg Greuther Fürth (13./37 Punkte – spielt in Leipzig)

Die SpVgg Greuther Fürth hofft dank eines 1:0-Sieges über Darmstadt in der Vorwoche wieder auf den Klassenerhalt. 

Die Franken, die traditionell eher im oberen Drittel der Liga zu finden sind ("unaufsteigbar"), durchleben eine regelrechte Seuchensaison. Vor allem offensiv drückt der Schuh. Beweis gefällig?

Robert Zulj ist mit seinen fünf Saisontoren, gemeinsam mit Kacper Przybylko und Tom Weilandt, der Top-Torschütze der Weiß-Grünen.

Gegen RB Leipzig, das sich nach drei Niederlagen in Folge endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hat, soll nun zumindest das Minimalziel Klassenerhalt erreicht werden.

FC Sankt Pauli (14./37 Punkte – spielt in Darmstadt)

Der Kult-Klub aus Hamburg ist das formstärkste Team der Liga. Mit fünf Siegen aus den vergangenen sieben Spielen legten die Paulianer ein Saisonfinish hin, das ihnen niemand mehr zugetraut hätte.

Trainer Ewald Lienen ("Zettel-Ewald") hauchte der Truppe nach seinem Amtsantritt im Winter neues Leben ein, auch wenn die Ergebnisse anfangs noch zu wünschen ließen.

Mit Darmstadt haben die Hamburger nun einen denkbar schwierigen Gegner vor der Brust, dennoch glauben sie fest daran, es dem Stadtrivalen HSV nachzumachen und den Abstieg abwenden zu können. Fast ganz Fußball-Deutschland drückt ihnen dabei die Daumen.

1860 München (15./36 Punkte – beim KSC)

Rubin Okotie soll die Münchner Löwen - wieder einmal - retten

Beim Klub von Rubin Okotie stimmen Anspruch und Realität oftmals nicht überein. Vor Saisonbeginn gab Trainer Ricardo Moniz ein Ziel aus: Meisterschaft. Alles andere sei mit dieser Mannschaft eine Enttäuschung.

Acht Spiele später war der ehemalige Salzburg-Coach Vergangenheit und der Abstiegskampf eröffnet.

Okotie war dabei lange Zeit die Lebensversicherung der Sechziger, ohne seine Treffer wäre das Licht in München schon vor langer Zeit ausgegangen.

13 Tore konnte der ÖFB-Internationale erzielen, erst eine Verletzung in der Rückrunde bremste seinen Lauf.

Dass die Löwen noch Hoffnung auf den Klassenerhalt haben, verdanken sie zwei Siegen in den Spielen gegen Nürnberg und Frankfurt - und Schiedsrichter Dr. Jochen Drees, der nach minutenlanger Diskussion den regulären Ausgleichstreffer der Nürnberger aberkannte.

Auswärts beim KSC, der unbedingt aufsteigen will, brauchen die Münchener ein kleines Fußballwunder - oder einen Rubin Okotie, der seine Form vom Beginn der Saison wieder findet.

FSV Frankfurt (16./36 Punkte – spielt in Düsseldorf)

Der FSV Frankfurt schritt am Montag zur Tat und ersetzte Trainer Benno Möhlmann durch Tomas Oral. Was auf den ersten Blick nach Aktionismus aussieht, ist auf den zweiten Blick das Eingeständnis eines Fehlers.

Die Frankfurter spielten lange eine solide Saison, lagen am 22. Spieltag auf Rang neun und schienen von allen Sorgen befreit zu sein. Was danach passierte, kann wohl kaum jemand erklären.

Elf sieglose Spiele in Folge, zuletzt drei Niederlagen am Stück. Frankfurt zog die Notbremse und vertraut nun auf die - eigentlich vorhandene - spielerische Klasse der Mannschaft.

Mit Hoffenheim-Leihgabe Vincenzo Grifo (sieben Tore, acht Vorlagen) hat man einen der begehrtesten Zweitliga-Profis in den eigenen Reihen.

Über das Schicksal von Frankfurt wird auch Michael Liendl entscheiden, der sich mit Düsseldorf würdig aus der Saison verabschieden will. Jimmy Hoffer könnte dabei zu seinem Abschiedsspiel für die Fortuna kommen.

Erzgebirge Aue (17./35 Punkte – spielt in Heidenheim)

Für Erzgebirge Aue geht es um alles oder nichts, nur ein Sieg in Heidenheim kann den Ostdeutschen den Klassenerhalt sichern. Und die Chancen stehen nicht einmal schlecht.

Zum einen ist Heidenheim ein Gegner, für den es um nichts mehr geht, zum anderen holte Aue aus den vergangenen drei Spielen sieben Punkte.

Auch auf Seiten von Erzgebirge zittert ein Österreicher mit: Stipe Vucur (drei Tore, eine Vorlage) ist in der Innenverteidigung gesetzt.

 

LAOLA1-Kommentar:

Ein deutscher Sender behauptet von Jahr zu Jahr die "beste zweite Liga aller Zeiten" zu übertragen - das trifft in dieser Saison nicht zu.

An der Spitze sah es lange so aus, als würden sich alle Mannschaften mit Händen und Füßen gegen den Aufstieg wehren, am anderen Ende der Tabelle entwickelte sich ein Schneckenrennen.

Dass am 34. Spieltag neun Mannschaften noch nicht wissen, in welcher Liga sie nächstes Jahr spielen, zeigt, wie unberechenbar diese Liga ist. Das mag kein Zeichen von Qualität sein, aber wir dürfen uns zumindest auf einen spannenden Schlussakt freuen.

 

Alexander Neuper 

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