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Almer stellt klar: "Rapid war nie ein Thema"

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Es mutete seltsam an, Robert Almer im Rahmen des Trainingslagers des FC Energie Cottbus einen Besuch abzustatten.

Der Grund dafür war das Hotel, in dem der deutsche Zweitligist acht Tage in Seefeld verbrachte.

Zu Gast im "Fall in Love"-Hotel

"Alpenhotel - Fall in Love" heißt es und bietet alles, was das Herz von Schwerverliebten begehrt. Dass ausgerechnet eine Profi-Mannschaft dort residiert, erwartet man indes nicht unbedingt.

"Die Mannschaft war letztes Jahr auch hier, da hieß es noch anders und war auch anders ausgestattet", erklärte Almer im Gespräch mit LAOLA1.

Im Interview sprach der ÖFB-Teamtorhüter über seine Rolle im neuen Team, die Möglichkeit, in die Premier League zu wechseln und das Gerücht über einen Transfer zu Rapid.

LAOLA1: Robert, bei den Testspielen des FC Energie hast du das eine oder andere Mal die Zuschauerrolle eingenommen. War das verletzungsbedingt oder geschah es in Absprache mit dem Klub?

Robert Almer: Wehwehchen hat jeder in der Vorbereitung. Es war vor dem Trainingslager abgesprochen, dass ich im ersten Spiel eine Halbzeit lang spiele, das zweite komplett auslasse und im dritten durchspiele. Das letzte Vorbereitungsspiel soll ich dann auch 90 Minuten spielen.

LAOLA1: Du hast vom Trainer die klare Zusage, dass du die Nummer eins bist?

Almer: Ja, klar. Für mich wäre es sonst auch nicht sinnvoll gewesen, hierher zu wechseln. Es hat ja auch andere Möglichkeiten gegeben.

LAOLA1: Es gab immer wieder Gerüchte über Verhandlungen mit anderen Vereinen, u.a. mit dem SK Rapid. Was war an diesen dran?

Robert Almer geht als Nummer eins des FC Energie Cottbus in die neue Saison

Almer: Rapid war nie ein Thema, ich habe nie ein Gespräch mit den Verantwortlichen geführt. Von daher war es ein schön aufgebauschtes Gerücht. In England habe ich mit einem Premier-League-Klub Gespräche geführt. Dort wäre es aber so gewesen, dass ich wahrscheinlich als Nummer zwei hätte hingehen müssen. Für mich es aber auch speziell wegen der Nationalmannschaft wichtig, dass ich zu regelmäßigen Einsätzen komme. Das kann man mir hier bieten.

LAOLA1: Gab es vorab schon Gespräche mit Trainer Rudi Bommer über deine Position?

Almer: Wir haben mehrere Telefonate geführt und uns dann auch angenähert, was das Vertragliche betrifft. Für mich war schnell klar, dass Cottbus die beste Entscheidung ist.

LAOLA1: Es sind deine ersten Wochen unter der Ägide von Rudi Bommer. Wie schätzt du ihn ein? Welcher Typ Trainer ist er?

Almer: Es ist auf alle Fälle kein Vergleich zu Düsseldorf. Es ist ein viel harmonischerer Umgang mit den Spielern. Es gibt viel mehr Kontakt, viel mehr Gespräche. Es wird hin und wieder Spaß gemacht. Von daher macht es auch mir riesigen Spaß, jeden Tag auf den Platz zu gehen.

LAOLA1: War es für dich wichtig, dass du bei einem deutschsprachigen Verein unterschreibst?

Almer: Nicht vorrangig. Es ist natürlich für die Familie einfacher, wenn man in einem Land ist, in dem man die Sprache versteht. Wenn man nach England geht, ist die Kommunikation anders, auch die Behördenwege. Zuletzt war meine Familie ja in Wien, deshalb ist wohl auch das Gerücht mit Rapid aufgekommen. Ich bin ja nach jedem Spiel nach Österreich geflogen und bin sicher auch öfter in Wien gesichtet worden.

LAOLA1: Du hast dein erstes Trainingslager mit deinem neuen Klub absolviert. Wie fällt dein Fazit aus? Wie gut hast du dich eingelebt?

Almer: Das geht bei mir immer recht schnell und war von Beginn an kein Problem. Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, das Umfeld passt perfekt. Auch in Cottbus haben wir super Bedingungen zum Trainieren, daher war es eine gute Entscheidung von mir.

LAOLA1: Du hast erwähnt, froh zu sein, Düsseldorf hinter dir gelassen zu haben. Hast du dort keine Zukunft mehr gesehen?

Almer: Es war die sportliche Situation nicht so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Ich hatte gehofft, im Frühjahr eine Chance zu bekommen, was nicht passiert ist. Für mich war aber eigentlich im Winter schon klar, dass ich den Verein verlasse, weil es keinen Sinn mehr macht, in Düsseldorf zu bleiben.

LAOLA1: Betrachtest du die letzte Saison als verlorene Zeit?

Almer: Das ist halt so im Sport. Einmal passt es, einmal nicht. Ich habe mich mit allen sehr gut verstanden. Die Person, die die Entscheidung getroffen hat, dass ich nicht spiele, ist im Endeffekt nicht mehr dort. Daher gibt es keine negativen Gedanken. Es ist aber schon etwas Spezielles, wenn man das erste Saisonspiel gleich gegen seinen Ex-Klub hat. Ein Funke mehr Motivation ist auf alle Fälle dabei, es ist aber ein Spiel wie jedes andere.

LAOLA1: Gab es Probleme mit Trainer Norbert Meier?

Almer: Das würde ich nicht sagen. Er hat sich eben für jemand anderen entschieden. Ob das im Endeffekt die richtige Entscheidung war, muss der Trainer für sich selbst wissen. Im Sport ist es nun einmal so, dass der Trainer die Aufstellung macht. Das muss man als Spieler akzeptieren und hart an sich weiterarbeiten.

LAOLA1: Energie Cottbus landete in der Vor-Saison auf dem achten Tabellenrang. Was traust du der Mannschaft in dieser Spielzeit zu? Welches Potenzial steckt in ihr?

Almer: Man wird sehen, wie sich die Saison entwickelt. So schwer wie heuer war es noch nie, vorne mitzuspielen. Du hast so viele Vereine mit Tradition, du hast sehr viele gute Klubs mit großem Potenzial. Man muss einen sehr guten Start haben und die ganze Saison sehr konstant spielen, um vorne dabei zu sein.

LAOLA1: Ein Dutzend neuer Spieler wurde verpflichtet. War ein Umbruch von Nöten? Besteht dadurch die Gefahr, zu Saisonbeginn noch nicht das nötige Spielverständnis untereinander zu haben?

Almer: Die Gefahr sehe ich nicht. In Düsseldorf haben sie letzte Saison auch über 20 Spieler geholt und es hat zu Beginn sehr gut funktioniert. Das sollte kein Problem sein. Die Spieler sind Profis genug, dass sie wissen, dass sie sich schnell integrieren müssen.

LAOLA1: Welches Saisonziel wird ausgegeben?

Almer: Wir wollen natürlich besser platziert sein als letzte Saison.

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führten Christian Eberle und Christoph Nister

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