So steht es um das Leipziger Austro-Quartett

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Stefan Ilsanker, Marcel Sabitzer, Georg Teigl und Stefan Hierländer. Vier Österreicher in Diensten von RB Leipzig, die gemeinsam ein großes Ziel haben: Die Bundesliga.

„Unser Ziel ist der Aufstieg. Wir haben den richtigen Trainer und ich denke auch die richtige Mannschaft. Es ist ein großer Traum – und den wollen wir uns erfüllen“, stellt Ilsanker im Gespräch mit LAOLA1 klar.

Die Ostdeutschen haben tief in die Tasche gegriffen und aufgerüstet, um die „Mission Aufstieg“ erfolgreich in Angriff zu nehmen.

„Unser Kader ist so tief, dass wir jede Position annähernd gleich stark doppelt besetzen können. Das war auch unser Ziel. In den nächsten zwei Wochen heißt es dann die Elf zu finden, die gegen den FSV Frankfurt spielen soll. Das wird nicht leicht werden, das kann ich jetzt schon sagen“, weiß Trainer Ralf Rangnick.

Welche Rolle nehmen die Österreicher im Aufstiegskampf ein? LAOLA1 beleuchtet die Situation des Quartetts.

Stefan Ilsanker

Stefan Ilsanker ist zwar neu bei Leipzig, aber mit Red Bull bestens vertraut. Dementsprechend einfach verlief seine Eingewöhnungsphase, sowohl sportlich als auch sozial „Das System haben schon alle verinnerlicht, egal ob in Salzburg oder in Leipzig. Von dem her habe ich mir leicht getan.“ Der 26-Jährige weiter: „Im ersten Testspiel habe ich mit fünf Spielern zusammengespielt, die ich schon aus Salzburg kenne. Es ist eine sehr junge Truppe, wir haben sehr viel Spaß miteinander, wir trainieren aber auch extrem hart, so soll es sein.“

Im Gegensatz zu Salzburg wird es wohl keine Ausflüge mehr in die Innenverteidigung geben („Grundsätzlich bin ich als Sechser geholt worden.“). Die Chancen Ilsankers auf einen Stammplatz stehen nicht schlecht. Coach Rangnick schätzt den unbändigen Willen und Einsatz des ÖFB-Teamspielers. Außerdem ist die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld Leipzigs im Vergleich zu anderen Mannschaftsteilen nicht so groß. Jungstar Joshua Kimmich hat den Verein in Richtung Bayern verlassen. Bleiben noch Rani Khedira und Diego Demme als Startelf-Alternativen, Dominik Kaiser wird wohl offensiver eingesetzt werden.

Marcel Sabitzer

Nach langem Wechsel-Hick-Hack scheint die Welt zwischen Marcel Sabitzer und RB Leipzig nun in Ordnung zu sein. Wie Ilsanker gewöhnte sich auch Sabitzer schnell an das neue und dennoch einigermaßen vertraute Umfeld, auch wenn er noch nicht voll im Saft steht. „Sabi ist körperlich noch nicht ganz bei einhundert Prozent, eher bei etwa 85. In den nächsten Wochen heißt es, die fehlenden Prozente draufzupacken. Ich mache mir da aber keine Sorgen“, ist Rangnick von seinem Schützling überzeugt.

Der 21-Jährige wird seine volle Leistungs-Stärke abrufen müssen, um in der hervorragend besetzten Offensive der Bullen Fuß fassen zu können. Der Angriff um Davie Selke, Emil Forsberg, Yussuf Poulsen, Terrence Boyd, Nils Quaschner und eben Sabitzer hört sich eigentlich schon schwer nach Bundesliga an. Vom Potential her, hat es Sabitzer auf jeden Fall drauf, sich durchzusetzen, schon in Salzburg strafte er seine Kritiker mit irren Scorer-Werten (27 Tore, 21 Assists) Lügen. Die System-Frage sollte für den Steirer eine untergeordnete Rolle spielen, da er sich sowohl im Angriffs-Zentrum als auch als Flügelstürmer wohl fühlt.

Georg Teigl

Nach Anlaufschwierigkeiten in seiner ersten Saison in Leipzig, biss sich Georg Teigl 2014/15 auf der Rechtsverteidiger-Position fest. „Das ist mein Platz im Team“, hat sich der 23-Jährige mit seiner Rolle angefreundet. „Wir sind ohnehin keine typischen Außenverteidiger, die nur hinten warten, sondern mehr oder weniger auf einer Linie mit den offensiven Mittelfeldspielern“, weiß der Niederösterreicher, dass er seinen Offensiv-Drang nicht zügeln wird müssen.

Es ist ohnehin möglich, dass der Flügelflitzer, wie schon in der vergangenen Spielzeit, das eine oder andere Mal weiter vorne eingesetzt werden wird. Polyvalenz und Schnelligkeit sind keine schlechten Voraussetzungen, um auf Einsatzminuten zu kommen. Lukas Klostermann bildet rechts hinten wohl die Hauptkonkurrenz, eventuell kämpft auch Teigls Landsmann Stefan Hierländer um Spielzeit auf dieser Position.

Spieler Mannschaftsteil gekommen von
Peter Gulacsi Tormann RB Salzburg
Willi Orban Verteidigung
  1. FC Kaiserslautern
Atinc Nukan Verteidigung Besiktas Istanbul
Mikko Sumusalo Verteidigung Hansa Rostock
Dmitri Skopintsev Verteidigung Zenit St. Petersburg
Ken Gipson Verteidigung VfB Stuttgart
Stefan Ilsanker Mittelfeld RB Salzburg
Gino Fechner Mittelfeld VfL Bochum
Massimo Bruno Mittelfeld RB Salzburg
Emil Forsberg Mittelfeld Malmö FF
Davie Selke Angriff Werder Bremen
Marcel Sabitzer Angriff RB Salzburg
Nils Quaschner Angriff RB Salzburg

Stefan Hierländer

Aus dem österreichischen Quartett hat es Stefan Hierländer definitiv am schwersten. 2014/15 machte der Kärntner sechs Liga-Spiele von Beginn an, dabei wurde er meist im zentralen oder rechten Mittelfeld eingesetzt. Vor allem am offensiven Flügel scheint die Konkurrenz zu groß und zu stark zu sein.

Seine Vielseitigkeit könnte Hierländer allerdings zu zusätzlicher Spielpraxis verhelfen: Rangnick ließ den 24-Jährigen im Test gegen Rubin Kasan (1:0) rechts hinten ran. Kommt es auf dieser Position gar zum rot-weiß-roten Duell mit Teigl? „Das will ich für ihn nicht hoffen“, meint Teigl scherzhaft.


Máté Esterházy/Christoph Kristandl

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