RB-Sportdirektor Rangnick fordert härtere Strafen

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Die Anfeindungen gegenüber RB Leipzig in der zweiten deutschen Bundesliga spitzen sich immer weiter zu.

Der Schwestern-Klub von Red Bull Salzburg befindet sich derzeit in der schwierigsten Phase seiner Vereinsgeschichte.

Die Vorfälle rund um das Spiel gegen Karlsruhe stellen ein unrühmliches Highlight dar.

Anonyme Drohbriefe

Im Vorfeld des montäglichen Topspiels wurden anonyme Drohbriefe an RB Leipzig, mehrere Fan-Organisationen und verschiedene Zeitungen geschickt.

Darin wurden die „Fußballfreunde aus Leipzig“ vor gezielten Aktionen gewarnt, die KSC-Anhänger gegen Auswärtsfans und das „Konstrukt Red Bull“ vorbereitet hätten.

Ging man anfangs von einer leeren Drohung aus, wurde man schnell eines Besseren belehrt, als 20 vermummte KSC-Fans das Mannschaftshotel der Leipziger stürmten.

Bedrohliche Anreise nach Karlsruhe

"Gott sei Dank waren die Spieler zu der Zeit auf den Zimmern", sagt Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick. "Der Hotelier hat dann die Polizei gerufen. Unter Absingen übelster Lieder und Stinkefingerzeigen haben sie dann das Hotel wieder verlassen."

„Auch auf unserer Anreise war es schon bedrohlich. Die Zufahrtswege waren 20 Minuten lang blockiert“, schildert er der „Bild“.

Guido Schäfer, Sportreporter der Leipziger Volkszeitung, berichtet auf Twitter davon, dass ein Security den Trikottausch von Phillip Max und Diego Demme nach dem Spiel wieder rückgängig machte, nachdem dies von den Rängen lautstark gefordert wurde.

Abreise verhindert

Bei der Abreise wurden der Mannschaftsbus von RB Leipzig und der Dienst-Porsche von Ralf Rangnick von den Karlsruher Fans am Verlassen des Stadionparkplatzes gehindert und mit Farbbomben beworfen. Die Leipziger mussten schließlich von der Polizei vom Gelände eskortiert werden.

Bereits im Vorfeld musste RB Leipzig ein Jugendcamp absagen, nachdem anonyme Drohungen auch hier zu Sicherheitsbedenken geführt hatten.

„Es ist der Zeitpunkt gekommen, wo es allerhöchste Zeit ist, über entsprechende Maßnahmen nachzudenken“, so der Leipziger Sportdirektor zu „dpa“.

Strafen nicht hart genug

„Bei uns in Deutschland werden Fans nicht hart genug bestraft. Momentan überschreiten die Chaoten klare Grenzen. In 20 Jahren Profi-Fußball habe ich so etwas noch nicht erlebt. Ich lasse mich davon aber nicht einschüchtern.“

Mögliche Verbesserungen erwartet sich Rangnick von der Einführung von personalisierten Tickets, mehr Schutz erwartet er sich künftig nicht nur von der Polizei: „Vereine, Verbände und der Staat müssen daran arbeiten.“

 

Alexander Neuper

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