Kaiserslautern-Legionäre peilen Durchbruch an

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Die Nummer 20 für die Nummer 30, Kevin Stöger für Christopher Drazan.

Die 61. Minute im Testspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Sturm Graz am vergangenen Freitag symbolisierte, dass sich zwei Österreicher mitten im Kampf um Einsatzminuten beim Spitzenklub der 2. Deutschen Bundesliga befinden.

Während es für Drazan darum geht, nach seinem ersten Frühjahr endgültig bei den „Roten Teufeln“ Fuß zu fassen, möchte sich Stöger in dieser Saison einen Namen im Profigeschäft machen.

„Ich habe mich relativ schnell für Kaiserslautern entschieden – ein super Verein mit super Fans. Ich denke, dass die Mannschaft richtig stark ist, das sieht man in den Vorbereitungsspielen. Ich freue mich auf diese Aufgabe“, erklärt der Oberösterreicher im Gespräch mit LAOLA1.

„Vielleicht klappt es schon hier mit der Bundesliga“

Am 1. Juli wurde sein leihweiser Wechsel vom VfB Stuttgart zum Pfälzer Traditionsverein fixiert. In den kommenden zwei Jahren soll sich Stöger beim Zweitligisten mit Aufstiegsambitionen weiterentwickeln, ehe er zum VfB, wo er bis 2017 unter Vertrag steht, zurückkehren wird.

„So lautet der Plan von uns allen. Ich freue mich bereits auf die nächsten zwei Jahre bei Kaiserslautern. Vielleicht klappt es ja schon hier im nächsten Jahr mit der Bundesliga“, betont der 19-Jährige.

Vergangenen Sommer rückte Stöger in den Profikader des VfB auf. Ein Bundesliga-Einsatz war ihm bei den Schwaben bislang jedoch nicht vergönnt, die eine oder andere Einberufung in den Spieltagskader das Höchste der Gefühle.

Spielpraxis sammelte er weiterhin bei der zweiten Mannschaft in der 3. Liga, für die er 2012/13 auf 22 Einsätze und zwei Tore kam.

„Ich will auf mich aufmerksam machen“

Für einen Youngster, dem der Ruf eines großen Talents vorauseilt, ist es freilich kein einfacher Spagat zwischen dem Drang, auch auf höherem Level sein Können zu zeigen, und der für einen Spieler im Teenager-Alter notwendigen Geduld.

Kevin Stöger durfte gegen Sturm in der letzten halben Stunde ran

Vorher zählt es jedoch zu schuften, wie auch Trainer Franco Foda betont: „Kevin ist leider sehr spät zu uns gekommen, er hat natürlich noch Nachholbedarf. Aber er ist ein junger, talentierter Spieler, der über viel fußballerisches Potenzial verfügt und vor allem im Eins gegen Eins gut ist. Dort findet er Lösungen. Ich bin der Überzeugung, dass er uns weiterhelfen wird.“

Stöger glaubt an seine Chance beim früheren Sturm-Coach und berichtet von sehr guten Gesprächen mit dem 47-Jährigen vor seinem Wechsel. „In der Vorbereitung hat jeder die Chance, genauso ich. Ich muss mich reinhängen und mich zeigen“, strotzt das Talent vor Tatendrang.

Drazan: „Jeder Spieler braucht ein Eingewöhnungszeit“

Selbiges trifft auf Drazan zu. Die Bilanz des linken Flügels nach seiner Übersiedlung von Rapid zu Lautern im Jänner liest sich bislang wenig positiv. Acht Mal kam er in der Liga zum Einsatz, jeweils als Joker.

„Jeder Spieler braucht eine Eingewöhnungszeit. Ich habe auch ein bisschen Pech gehabt, da ich krank war. Ich glaube, dieses Jahr wird besser als das letzte“, ist der 22-Jährige von einem Aufwärtstrend überzeugt.

„Du musst die Geduld bewahren“, stellt Stöger klar, „du kannst nicht sagen: Jetzt habe ich ein Jahr nicht gespielt, jetzt höre ich auf zum Fußballspielen. Ich hätte mir mehr erhofft, aber es geht weiter.“

Der Sprung zu Kaiserslautern sei der nächste Schritt, wobei sein Fazit der Lehrjahre in Stuttgart ohnehin nicht negativ ausfällt: „Ich habe viel gelernt. Ich habe mit den Profis trainiert, die Vorbereitung mitgemacht, Freundschaftsspiele absolviert und in der dritten Liga gespielt. Das war natürlich eine super Sache für mich.“

Das persönliche Ziel beim neuen Arbeitgeber liegt ohnehin auf der Hand: „Ich will auf jeden Fall spielen und auf mich aufmerksam machen.“

Arbeit an der Robustheit

Dafür muss Stöger vermutlich weiter an seiner größten Schwäche arbeiten. Während dem offensivstarken Mittelfeldspieler niemand die fußballerischen Fähigkeiten abspricht, mangelt es dem 1,75 Meter großen Techniker bisweilen noch an der nötigen Robustheit.

Der gebürtige Steyrer weiß, was diesbezüglich auf ihn zukommt: „Die 2. Deutsche Bundesliga ist natürlich Härte, die Defensivarbeit muss stimmen. Offensiv habe ich meine Qualitäten, die will ich umsetzen.“

Sowohl Drazan als auch Foda betonen, dass es im Winter ein Manko gewesen sei, dass der dreimalige A-Team-Spieler die Vorbereitung nicht mit seinen neuen Kollegen absolviert habe.

„Ich will sicher mehr spielen als im letzten Jahr. Wenn man die Vorbereitung gleich im Verein startet, ist es natürlich immer leichter, als wenn man erst dazustößt. Ich habe mir vorgenommen, in jedem Training alles zu geben und in den Matches zu zeigen, was ich kann“, möchte Drazan den Frühjahrs-Eindruck schnellstmöglich korrigieren.

„Hoffe, dass es dieses Jahr mit dem Aufstieg klappt“

Foda baut darauf, dass sein Schützling an jene Darbietungen anschließen kann, wie er sie aus Österreich kennt: „Ich hoffe natürlich, dass er nach der Vorbereitung in einem guten Zustand ist und letztendlich diese Leistungen abrufen kann, die er bei Rapid Wien oft genug gezeigt hat.“

Was in Kaiserslautern unter dem Strich herauskommen soll, ist ohnehin kein Geheimnis. Auch die beiden Österreicher im Kader träumen von der Beförderung in die höchste Spielklasse.

Drazan: „Wir müssen jedes Spiel ernst nehmen und alles geben, damit wir gewinnen. Ich hoffe, dass es dieses Jahr mit dem Aufstieg klappt.“

Peter Altmann

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