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"Chemie mit dem Sportdirektor hat sofort gepasst"

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"Ich bin einfach nur unheimlich glücklich, mich wieder beweisen zu können."

Man hörte förmlich den Stein, der Guido Burgstaller im Gespräch mit LAOLA1 vom Herzen fiel.

Nach seinem halbjährigen Horror-Gastspiel bei Cardiff City in der englischen Championship löste der 25-Jährige am vergangenen Montag seinen Vertag auf und unterschrieb bereits am Freitag einen Zweieinhalb-Jahres-Kontrakt beim 1. FC Nürnberg, der ihn bis Sommer 2017 bindet.

Schlussendlich ging es nach der Vertragsauflösung auf der Insel recht schnell, wenngleich der Weg dorthin ein langer war.

„Als mir der neue Cardiff-Trainer kurz nach seinem Amtsantritt im Oktober gesagt hat, dass ich mir einen neuen Klub suchen kann, wurde an einer Vertragsauflösung gearbeitet. Das hat zwei, drei Monate gedauert. Es mussten verschiedenste Details geklärt werden.“

Nürnberg statt München

Gespräche mit dem „Club“ gab es freilich schon früher. „Herr Bader hat mich vor ein paar Wochen angerufen und gefragt, wie es bei mir mit meiner Zukunft aussieht. Das war der erste Kontakt. Nachdem mein Arbeitsverhältnis beendet wurde, sind die Gespräche intensiver geworden.“

Obwohl auch Okotie-Klub 1860 München großes Interesse an einer Verpflichtung zeigte, stand für den Kärntner der Wechsel ins Frankenland schnell fest.

„Die Chemie mit dem Sportdirektor hat gepasst. Mir gefällt die Zielsetzung des Klubs, wie die Mannschaft aufgebaut ist, einfach das ganze Umfeld. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Da wollte ich gar nicht mehr woanders hingehen.“

Leihe und Österreich kein Thema

Eine Rückkehr nach Österreich kam für den Ex-Rapidler eigentlich zu keinem Zeitpunkt in Frage, ebenso wenig ein Leihgeschäft.

„Dann wäre es im Sommer wieder losgegangen und ich hätte erneut einen neuen Verein finden müssen. Das wollte ich nicht. Ich wollte einen Schlussstrich ziehen, oder in Cardiff bleiben“, gesteht Burgstaller.

Über die verkorkste Zeit in England spricht der Offensiv-Allrounder schweren Herzens. Dabei fing es nicht schlecht an. Drei Einsätze absolvierte er zu Beginn der Meisterschaft unter Coach Ole Gunnar Solskjaer. Nachdem der Norweger aufgrund eines kapitalen Fehlstarts nach sieben Runden seinen Rücktritt erklärte, wurde Burgstaller von dessen Nachfolger Russel Slade abmontiert.

„Im Kopf stärker geworden“

 „Es war keine leichte Situation, weil ich immer mit den Amateuren trainieren musste. Da gab es in den letzten Monaten einige Momente, wo die Motivation nicht so hoch war. Es gab sicher Phasen, wo ich mich hängen ließ. Aber das ist ganz normal. Dennoch habe ich diese Zeit im Nachhinein mit Einzeltraining gut durchgezogen. Ich bin Laufen gegangen oder war im Fitnessraum.“

Trotz der negativen Erfahrungen nimmt Burgstaller durchaus positive Erkenntnisse mit. „Das halbe Jahr hat mir schon geholfen. Ich habe die Kehrseite der Medaille kennengelernt. Ich war bei meinen vorherigen Stationen immer Stammspieler. Jetzt habe ich die Erfahrung gemacht, links liegen gelassen zur werden. Ich glaube, ich bin dadurch im Kopf stärker geworden. Jetzt wirft mich nichts mehr aus der Bahn. Ich weiß, wie es sein kann. Jetzt hoffe ich auf eine gute Zeit beim Club.“

Große Vorfreude

Deswegen ist die Vorfreude auf seine neue Aufgabe in Nürnberg groß. „Ich möchte mich so schnell wie möglich in der Mannschaft zurecht finden, will die Spieler und die Spielphilosophie kennenlernen. Und ganz wichtig: Ich möchte so schnell wie möglich Spielpraxis sammeln.“

Der Kennenlern-Prozess dürfte flott gehen, stehen mit Tormann Samuel Radlinger und Alessandro Schöpf zwei weitere Österreicher im Kader. Mit Ersterem kickte Burgstaller gemeinsam bei Rapid.

„Ich habe mir von Sammy (Radlinger, Anm. d Red.) ein paar Infos geholt, aber das war nicht der Grund, warum ich hierher gewechselt bin. Mich hat einfach interessiert, wie alles abläuft. Ich war begeistert, als er mir davon berichtet hat.“

Burgstaller benötigt noch Zeit

Ein Einsatz zum Start der Rückrunde am kommenden Sonntag, 8. Februar kommt für den siebenfachen Internationalen laut eigenen Angaben noch zu früh.

„Ich brauche sicher noch Zeit. Es wird ein bisschen dauern, bis ich die Abläufe drinnen habe und der Mannschaft eine Verstärkung bin.“

Bis er sein Debüt feiert, will Burgstaller im Training Vollgas geben „um so schnell wie möglich der Alte zu werden, damit ich dem Team helfen kann.“

Vorerst ist er aber einfach nur überglücklich, sich wieder beweisen zu können.

 

Martin Wechtl

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