Das erwartet Burgstaller

Aufmacherbild
 

Das erwartet Guido Burgstaller in Nürnberg

Aufmacherbild
 

Guido Burgstaller wechselt nach seinem kurzen England-Gastspiel in die 2. deutsche Bundesliga zum 1. FC Nürnberg, wo er einen Vertrag über zweieinhalb Jahre bis Sommer 2017 unterschreibt.

Der Kärntner soll den Franken dabei helfen den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen.

Kein leichtes Unterfangen, liegt man derzeit nur auf Platz acht, sechs Punkte hinter einem Aufstiegsplatz. Ein freundlicher Empfang sollte Burgstaller aber sicher sein, pflegen die Nürnberger Ultras (UN94) doch eine Fan-Freundschaft mit den Ultras von Burgstallers Ex-Verein Rapid Wien.

Was den 25-Jährigen sonst noch erwartet, haben wir uns für euch angesehen.

Abstieg nach fünf Jahren

Nach fünf Saisonen in der höchsten Spielklasse dachte man im Frankenland, dass man sich in der Bundesliga etabliert hätte. Umso härter wurde man vom lange nicht für möglich gehaltenen Abstieg in der letzten Saison getroffen.

19 Spieler verließen den Club im Sommer, 17 Neue wurden verpflichtet. Zudem wurde mit Ex-Bayern-Profi Valerien Ismael ein neuer Trainer verpflichtet, nachdem man sich drei Spieltage vor Saisonende vom Niederländer Gertjan Verbeek getrennt hatte.

Gemischte Gefühle

Im Umfeld wurde der Umbruch mit gemischten Gefühlen aufgenommen, ein Teil der Fans war froh die „Absteiger“ nicht mehr sehen zu müssen, ein anderer Teil war mit der Qualität der Neuzugänge nicht zufrieden, da verstärkt auf Talente und Spieler aus unteren Klassen zurückgegriffen wurde.

Auch die Kommentare der sportlichen Leitung trugen nicht dazu bei die Stimmung zu verbessern, die „Korsettstangen“, die Sportdirektor Martin Bader laut eigener Aussage unbedingt halten wollte, waren die Ersten, die dem Club den Rücken zuwendeten.

Fehlende Qualität

Dass dieser neu aufgestellte Kader nicht zu den hoch gesteckten Zielen passt, mussten die Clubberer bereits früh in der Saison schmerzlich erkennen.

Trotz zweier später Transfers, der Verpflichtung des Tschechen Ondrej Celustka (25, vertragslos) und der Leihe des Portugiesen Daniel Candeias (26, Benfica Lissabon), fehlte es dem Kader an Qualität, vor allem im Offensivbereich. Das Trainer-Debüt von Valerien Ismael im Profi-Fußball wurde aufgrund der anhaltenden Probleme nach nur 132 Tagen wieder beendet.

Neuer Trainer

Der Neue auf der Trainerbank ist Rene Weiler, ein 41-jähriger Schweizer, der in seiner Heimat mit dem FC Aarau in die Erste Liga aufgestiegen war.

Unter ihm stabilisierte sich der Club vor allem in der Defensive und konnte einige knappe Siege einfahren. Im Spiel nach vorne krampft es aber auch unter ihm, mehrmals kritisierte er bereits die Kaderzusammenstellung und die fehlende Breite im Kader.

Mit dem Torschützenkönig der letzten Saison, dem Tschechen Jakub Sylvestr (25), dem österreichischen Jung-Star Alessandro Schöpf (20) und dem Ex-Bremer Niclas Füllkrug (21) habe er nur drei Spieler im Kader, die wüssten wo das Tor steht, gab Weiler in der Winterpause zu Protokoll.

Burgstallers Konkurrenz

Verbesserungsbedarf sieht man in Nürnberg derzeit vor allem auf dem Flügel, auch ein kopfballstarker Stürmer soll noch kommen. Für den Flügel wurde bereits eine Verstärkung gefunden, der Freiburger U20-Nationalspieler Sebastian Kerk (19) wurde im Winter für 1,5 Jahre ausgeliehen.

Um für finanziellen Spielraum zu sorgen, wurden im Gegenzug die Leihen von Linksverteidiger Christian Ramirez (20) und des enttäuschenden Flügelstürmers Daniel Candeias wieder beendet.

Guido Burgstaller hat mit Niclas Füllkrug und Sebastian Kerk nur zwei echte Konkurrenten auf den Außenpositionen.

Danny Blum hat nach einem Knorpelschaden noch Trainingsrückstand, Timo Gebhart kämpft seit Jahren mit Leistenproblemen und seinen eigenen Disziplinlosigkeiten, die Jugendspieler Max Dittgen und Mike Ott haben sich im Profibereich noch nicht durchgesetzt und Markus Mendler, der vor wenigen Jahren noch mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze als drittbester Jung-Profi seines Jahrganges ausgezeichnet wurde, spielt nach einer Vielzahl von Verletzungen keine Rolle mehr.

Erwartungshaltung

Die Erwartungshaltung in Nürnberg ist gedämpft, an den Aufstieg glauben nur noch die wenigsten. Selbst Finanz-Vorstand Ralf Woy sprach in seiner Neujahresansprache von einem „Wunder“, auf das er noch hoffe.

Für viele Anhänger ist ein ablösefreier Österreicher nur ein weiterer Billigtransfer des inzwischen angezählten Sportdirektors Martin Bader. Wenn es Burgstaller aber gelingt an seine gute letzte Saison bei Rapid anzuschließen, kann er die Herzen der Franken schnell erobern.

Schöpfs Aufstieg

Wie schnell das gehen kann, kann ihm sein Tiroler Team-Kollege Alessandro Schöpf erzählen. Der U21-Nationalspieler ist aus der Stammelf der Nürnberger nicht mehr wegzudenken und ist innerhalb eines Halbjahres zum absoluten Fanliebling geworden. In der Winterpause soll der 20-Jährige bereits Angebote von mehreren Bundesligisten bekommen haben.

Sollte es den Nürnbergern heuer nicht gelingen den Aufstieg noch zu meistern, könnte Schöpf das Abenteuer Bundesliga andernorts in Angriff nehmen. Nürnberg hingegen muss aufpassen, nicht das Schicksal von 1860 München oder des 1. FC Kaiserslautern zu erleiden,  sich langfristig in Liga Zwei einzunisten.

 

Alexander Neuper

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen