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"Wir fahren nach Paris, um zu gewinnen"

Spaniens hoch dekorierter Fußball-Nationalmannschaft drohen in der WM-Qualifikation Überstunden.

Der regierende Welt- und Europameister tritt im vorentscheidenden Spiel der Gruppe I am Dienstagabend (21.00 Uhr) im Stade de France an.

Nur mit einem Erfolg in Pariser Vorort St. Denis kann der Titelverteidiger noch aus eigener Kraft Erster werden und sich die direkte Qualifikation für Brasilien 2014 sichern.

Fällt die Vorentscheidung?

Frankreich hält nach vier Spielen bei drei Siegen sowie einem in letzter Sekunde in Madrid eroberten 1:1-Remis und somit zehn Zählern.

Spanien hat nach dem jüngsten Punkteverlust gegen Finnland (1:1) nur acht Punkte zu Buche stehen. Gewinnen die heimischen "Bleus" gegen "La Roja", scheint die Entscheidung in der Fünfer-Gruppe gefallen.

Spanien bliebe noch die Chance, als Zweiter via Play-off auf den WM-Zug aufzuspringen.

"Fahren nach Paris, um zu gewinnen"

Mit diesbezüglichen Überlegungen wollten sich die Iberer nach außen hin aber nicht beschäftigen.

"Für uns hat sich nichts verändert. Wir fahren nach Paris, um zu gewinnen", meinte Rekordtorjäger David Villa fast trotzig.

Der Ausrutscher gegen die Finnen soll seiner Meinung nach noch zusätzliche Kräfte freisetzen: "Nun sind wir noch motivierter, die drei Punkte zu holen."

Gute Bilanz gegen Frankreich

Die jüngste Bilanz gegen Frankreich sieht für den Weltmeister rosig aus. Spanien hat bis auf das Heimspiel im vergangenen Oktober drei der vier jüngsten Vergleiche gewonnen.

Im EM-Viertelfinale 2012 gewann der spätere Turniersieger 2:0, zuletzt setzte es gegen den Nachbarn im WM-Achtelfinale 2006 eine Niederlage (1:3).

Frankreich reicht bereits ein Remis, um danach aus eigener Kraft in Spielen gegen Georgien, Weißrussland und Finnland das WM-Ticket zu lösen.

"Benzema singt und trifft nicht"

England braucht gegen Montenegro einen Sieg

England gegen Überraschungsteam

England schoss sich zuletzt mit einem 8:0 gegen San Marino für die Partie in Montenegro ein. Die Gastgeber liegen in Gruppe H als Tabellenführer mit 13 Zählern aus fünf Partien zwei Punkte vor den Briten.

Bereits in der Qualifikation für die EM-Endrunde 2012 hielten die Balkan-Kicker die "Three Lions" mit zwei Unentschieden in Schach.

"Sie haben Spieler von Weltklasse-Format"

Sorgen bereiten Englands Teamchef Roy Hodgson Personalprobleme in der Abwehr, die Montenegros Serie-A-Stürmer Mirko Vucinic (Juventus) und Stevan Jovetic (Fiorentina) entscheidend nutzen könnten.

"Sie haben einige Spieler von Weltklasse-Format. Wir wissen, welche Aufgabe uns erwartet", sagte Englands Kapitän Steven Gerrard.

"Ich weiß nicht, ob das Wort entscheidend für dieses Spiel zutrifft. Aber sicherlich wäre ein gutes Resultat für uns von Nutzen."

Diesbezüglichen Überlegungen verweigerte sich Teamchef Didier Deschamps jedoch. "Die Realität ist, dass Spanien das Spiel gewinnen will. Aber ich kann meine Mannschaft nicht darauf vorbereiten, einfach nur zu verteidigen", sagte der Nachfolger von Laurent Blanc.

Deschamps dürfte im Pariser Vorort St. Denis wieder auf Karim Benzema als Solo-Spitze vertrauen - obwohl der Stürmer von Real Madrid seit elf Länderspielen auf einen Torerfolg wartet.

Beim 3:1 gegen Georgien war Benzema nicht nur deshalb ausgebuht worden. Auch seine Weigerung, die Nationalhymne mitzusingen, hat in Frankreich eine Polemik ausgelöst.

"Benzema singt nicht und trifft auch nicht", witzelte die spanische Tageszeitung "El Pais".

Ballbesitz aber keine Tore

Spanien muss neben dem gesperrten David Silva auch den verletzten Jordi Alba vorgeben. Anstelle des Barcelona-Außenspielers dürfte Nacho Monreal von Arsenal gegen Franck Ribery verteidigen.

Zählen darf Erfolgstrainer Vicente del Bosque wieder auf die zuletzt angeschlagenen Schlüsselkräfte Xavi und Xabi Alonso.

Sie sollen mithelfen, Spaniens größtes Manko zu beheben: Die Ballkünstler kontrollieren zwar das Spiel, schießen aber kaum Tore.

"El Pais" belegte dies durch die Statistik: Spanien kam in seinen letzten Spielen beim Ballbesitz stets auf einen Anteil von über 70 Prozent, schoss aber seltener auf das gegnerische Tor als viele andere europäische Mannschaften wie Deutschland, Portugal oder die Slowakei.

Italien und Niederlande souverän

Abseits des Schlagers peilen weitere europäische Fußball-Großmächte den nächsten Schritt zur WM-Teilnahme an.

Italien hofft nach dem Aufwärmprogramm gegen Brasilien (2:2) auf Malta auf den vierten Sieg im fünften Spiel in Gruppe B, die Niederlande streben in Gruppe D zu Hause gegen Rumänien den bereits sechsten Sieg im sechsten Spiel an.

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