Spanien nach "Weckruf" plötzlich unter Druck

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Ausgerechnet der angeblich so zerstrittene französische Haufen hat die stolze Erfolgsserie der spanischen Nationalmannschaft beendet.

Nach 24 Qualifikationssiegen in Folge musste sich der Welt- und Europameister am Dienstagabend im Madrider Calderon-Stadion mit einem 1:1 zufriedengeben.

Vorentscheidung verpasst

Die Spanier hatten in der Neuauflage des EM-Viertelfinales vor der Pause alles im Griff.

Ein Kopfballtor von Sergio Ramos brachte die Iberer im Match der WM-Qualifikations-Gruppe I auf Kurs (25.), doch Cesc Fabregas vergab einen Elfmeter und somit die Vorentscheidung (41.).

In den zweiten 45 Minuten kamen die Franzosen auf und wurden spät belohnt: nach Flanke von Franck Ribery traf der eingewechselte Olivier Giroud per Kopf (93.).

Verletzungen beunruhigen

"Wir hatten das Spiel unter Kontrolle. Aber dann bekamen wir Probleme, vielleicht waren wir müde. Ich habe die Balance im Mittelfeld vermisst", meinte Teamchef Vicente del Bosque.

Aus den Bahn geworfen haben die Spanier auch die Muskelverletzungen von David Silva und Alvaro Arbeloa.

Spaniens Torschütze Ramos sah das Unentschieden als "Weckruf". "Dieses Remis bringt uns ein bisschen zurück auf den Boden.

Wir sind es gewohnt zu gewinnen, deshalb können wir dieses Ergebnis nur sehr schwer akzeptieren", sagte Ramos.

Seit einem 0:1 im November 2006 gegen Rumänien hatten die Spanier bis Dienstag 25 Heim-Länderspiele in Folge gewonnen.

Sergio Ramos bejubelt die zwischenzeitliche Führung

Nächster Schlager im März

Im nächsten Schlagermatch der Gruppe am 26. März in Paris stehen die Spanier unter Druck.

Im Falle einer Niederlage drohen erstmals seit vielen Jahren Komplikationen in einer Quali.

"Spanien schießt sich selbst in den Fuß", titelte die Sportzeitung "Marca". "Nun muss Spanien in Paris gewinnen oder ab in die Relegation", ergänzte das Konkurrenzblatt "As".

Frankreich mit neuem Selbstvertrauen

"Spanien ist weiterhin der Favorit in unserer Gruppe. Aber wieso sollten wir sie nicht abfangen können?", erklärte der französische Torschütze Giroud.

Sogar ein Sieg wäre möglich gewesen, schließlich wurde den Gästen kurz vor der Pause ein völlig reguläres Tor von Jeremy Menez wegen angeblicher Abseitsstellung aberkannt.

Balotelli überzeugt

Eine perfekte Bilanz ohne Punkteverlust weisen somit nur noch die Niederlande (Gruppe D) und Russland (F) auf.

EM-Finalist Italien ist nach einem 3:1-Heimerfolg gegen Dänemark ebenfalls voll auf Kurs.

Starstürmer Mario Balotelli spielte erstmals seit der EURO fürs Nationalteam und überzeugte mit einem Tor und einem Assist.

Portugal "im Eimer"

Für eine der größten Überraschungen des Quali-Abends sorgte in Gruppe F Nordirland mit einem 1:1 in Portugal.

Im 100. Ländermatch von Cristiano Ronaldo verhinderte erst ein später Treffer von Helder Postiga eine Heimpleite der Portugiesen.

Ronaldo und Co. rutschten hinter Israel auf Rang drei ab. "Jetzt ist alles im Eimer", klagte am Mittwoch das Sportblatt "O Jogo", und die Zeitung "Publico" fürchtet: "Die WM 2014 wird zur Fata Morgana".

Einige europäische Mittelgewichte sind beim Kampf ums Brasilien-Ticket noch weiter ins Hintertreffen geraten: Serbien (Gruppe A), Dänemark (B), die Türkei (D), Slowenien (E) und die Ukraine (H) haben einen klassischen Fehlstart in die Quali hingelegt.

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