Von Willie bis Fuleco

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Fuleco ist das 13. Maskottchen einer Fußball-Weltmeisterschaft.

Das Gürteltier reiht sich in eine lange Liste von Tieren, Früchten, Menschen und Fantasie-Figuren.

LAOLA1 hat die WM-Maskottchen von Willie bis Fuleco unter die Lupe genommen.

 

Brasilien 2014: Fuleco

Man hätte vor ein paar Jahren wohl viel Geld gewonnen, hätte man darauf gewettet, dass es ein brasilianisches Dreibindengürteltier, auch nicht besser bekannt als Tolypeutes tricinctus, mal zum WM-Maskottchen schafft. Dass die Wahl nicht zuletzt wegen des Umweltschutzes getroffen wurde, ist angesichts der Begleiterscheinungen rund um die Stadionerrichtungen blanker Hohn.

 

Südafrika 2010: Zakumi

Zu allererst: Ja, er hatte eine Hose an. Der Leopard mit knallgelbem Fell und grünen Haaren sollte die Menschen, die Geografie und den Geist Südafrikas repräsentieren. Ob er dazu tatsächlich im Stande ist, liegt im Auge des Betrachters. Der Name Zakumi setzt sich aus „ZA“, dem Kürzel für Südafrika, und dem Wort „zumi“, das in mehreren afrikanischen Sprachen „10“ bedeutet, zusammen.

 

Deutschland 2006: Goleo und Pille

Er hatte keine Hose an und sang ein seltsames Lied. Und noch dazu war da dieser komische Ball, der sprechen konnte. Die Deutschen wurden mit ihrem Maskottchen lange nicht wirklich warm, am Ende entwicklte sich das ungleiche Duo aber doch noch zum Verkaufsschlager.

 

 

Japan/Südkorea 2002: Ato, Kaz und Nik

So richtig wusste niemand, woran er an diesem Trio, das aus einem Trainer und zwei Spielern bestand, war. Gemeinsam hörten sie auf den Namen „Die Spheriks“ und spielten „Atmoball“ - was immer das auch sein mag. Bei der WM hielten sie sich angenehm im Hintergrund.

 

 

Frankreich 1998: Footix

Quelle surprise! Ein Hahn! Die Franzosen wählten eines ihrer National-Symbole aus und fuhren damit gar nicht so schlecht. Die Endung des Namens sollte an die beliebten Asterix-Comics erinnern. Kein grafisches Highlight, aber auch nicht schlecht.

 

 

USA 1994: Striker

Ein Hund, der Fußball spielt. Was Ursula Stenzel, würde sie das in einem Park in der Wiener Innenstadt zu sehen bekommen, einem Herzinfarkt nahe brächte, gefiel den US-Amerikanern. Der Name Striker zeugte hingegen nicht gerade von sonderlich viel Kreativität.

 

 

Italien 1990: Ciao

Es war einmal etwas Anderes. Das Strichmännchen war der feuchte Traum jedes Geometrie-Fans. Und dem Wort Kopfball wurde eine völlig neue Bedeutung verliehen. Ob Ciao nun als Begrüßung oder Verabschiedung gewertet werden sollte, war unterdessen nicht wirklich klar.

 

 

Mexiko 1986: Pique

Eine scharfe Sache. Die Proportionen der Chili-Schote passten nicht ganz. Der Ball war genauso groß wie der gesamte Körper und die Schuhe ebenfalls. Mit dem Sombrero dürfte Pique es bei Kopfbällen reichlich schwer gehabt haben. Aber: Ein beachtlicher Schnauzer.

 

 

Spanien 1982: Narajito

Es dürfte ein Malbewerb in einer Volksschule gewesen sein, dem diese Orange entsprungen ist. Narajito trug ein Leibchen, das rund zehn Mal so breit wie hoch war. Und mit dieser Fehlstellung der Beine ist ein ordentliches Dribbling sicher auch nicht möglich.

 

 

Argentinien 1978: Gauchito

Keine Angst, was Gauchito da in der Hand hält, sieht zwar aus wie ein Messer, ist aber eine Reitgerte. Schickes Halstuch und ein netter Cowboy-Hut, noch dazu alles in den Landesfarben gehalten. Wäre es nicht die dritte Figur in Folge, die so aussieht, wäre es gelungen.

 

 

Deutschland 1974: Tip und Tap

Tip und Tap waren keine siamesischen Zwillinge, sie umarmten sich nur stets. Während Taps Kinn jenes von Michael Schumacher vorweg nahm, glich Tips Kopf einem Football. Und aus ihren Leibchen waren die beiden auch schon lange heraus gewachsen.

 

 

Mexiko 1970: Juanito

Nicht unsympathisch, dieser kleine, etwas übergewichtige, mexikanische Junge mit dem breiten Grinsen und den zusammengekniffenen Augen. Der Sombrero ist Pflicht. Und woher Tip und Tap die bauchnabelfreien Leibchen haben, ist damit auch geklärt.

 

 

England 1966: World Cup Willie

Das erste WM-Maskottchen. Dass die „three lions“ einen Löwen wählten, war keine sonderlich große Überraschung. Sein Trikot wäre den Briten bei den Olympischen Spielen 2012 in London wesentlich besser gestanden, als dieses Etwas, das sie tatsächlich trugen.

 

 


Harald Prantl

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