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Protest und Party bei WM-Start in Sao Paulo

Tumulte, Streiks und Randale haben die fröhliche Auftaktstimmung bei der WM in Brasilien getrübt.

Bilder von Straßenschlachten gingen wenige Stunden vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels zwischen dem Gastgeber und Kroatien um die Welt. Es gab mehrere Verletzte.

Doch die Zehntausenden WM-Fans ließen sich am Donnerstag davon wenig beeindrucken und feierten den Beginn der "Copa".

Polizei geht gegen Demonstranten vor

"Eine WM zwischen Protest und Party" - das könnte in den kommenden Wochen das Szenario bleiben.

Die Anti-WM-Stimmung entzündete sich am Vormittag bei der U-Bahn-Station Carrao etwa zehn Kilometer vom WM-Eröffnungsstadion entfernt. Maskierte Randalierer knickten Straßenschilder um, rissen Mülleimer aus den Halterungen und setzten den Müll in Brand.

Zudem bewarfen sie Polizisten mit Steinen, die ihrerseits mit Tränengasgranaten, Gummigeschossen und Schlagstöcken gegen Demonstranten vorging.

Die Aktion wurde von zahlreichen Journalisten begleitet, die mit Helmen und Schutzmasken ausgestattet waren. Zwei CNN-Journalistinnen wurden leicht verletzt.

Ihnen geht es aber gut, wie der Sender versicherte. Es soll mindestens fünf Festnahmen gegeben haben.

Buntes Eröffnungsfest im Stadion

Bevor der Ball in der WM-Arena von Sao Paulo rollte, gab es ein buntes Eröffnungsfest mit über 600 Tänzerinnen und Tänzern, die künstlerisch die drei Schätze Brasiliens darstellten: Natur, Menschen und Fußball.

Im Zentrum der Darbietung stand eine riesige beleuchtete Motiv-Kugel, die sich zum Höhepunkt der Zeremonie öffnete und die Bühne freigab für die US-Popdiva Jennifer Lopez, Rapper Pitbull und die brasilianische Sängerin Claudia Leitte.

Das Trio sang den offiziellen WM-Song "We are one". Unter den rund 62.000 Zuschauern war auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

An Rios Copacabana verfolgten Tausende Fans die Eröffnungszeremonie und das anschließende Spiel Brasilien-Kroatien beim FIFA-Fanfest.

Doch auch in der Stadt am Zuckerhut, wo am 13. Juli das Finale ausgetragen wird, gingen Hunderte WM-Gegner im Zentrum der Stadt, rund zehn Kilometer von der Copacabana entfernt, auf die Straße.

Auch dort kam es zu Tumulten. Es waren aber wie in Sao Paulo eher isolierte Aktionen.

Probleme in Rio

In Rio sorgte zudem ein Streik des Bodenpersonals an den Flughäfen für Verärgerung. Wegen einer kurzzeitigen Blockade der zentralen Zufahrtsstraße zum internationalem Flughafen Galeao kam es zu kilometerlangen Staus. Einige Passagiere verpassten ihre Flüge.

In der WM-Stadt Natal im Nordosten Brasiliens waren die Busfahrer im Streik und nur 30 Prozent der Busse im Einsatz.

Wichtig für die Stimmung im Land wird vor allem das Abschneiden der Gastgeber sein. Rund 70 Prozent der Brasilianer glauben Umfragen zufolge, dass ihre Selecao den Traum vom sechsten WM-Titel wahr machen wird. "Die Zeit ist gekommen. Das ist unsere WM", kündigte Trainer Luiz Felipe Scolari an.

Brasiliens Fußballverbandschef Jose Maria Marin hatte die Latte Anfang der Woche hoch gehängt: "Wenn wir die WM gewinnen, kommen wir alle in den Himmel. Wenn wir verlieren, landen wir in der Hölle.

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