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Der "Unberechenbare" gegen die Super-Serie

Deutschland und Schweden haben vor dem direkten WM-Qualifikationsduell der Österreich-Gruppe C am Dienstag (20.45 Uhr) im Berliner Olympiastadion eines gemeinsam. Beide Teams halten beim Punktemaximum.

Ansonsten spricht allerdings so ziemlich alles für die vor den Schweden (6) voranliegende DFB-Truppe (9), die in den jüngsten Qualifikationen ungefährdet war. Gegen Zlatan Ibrahimovic und Co. haben die Löw-Schützlinge die Chance, den bereits 14. Sieg in einer Qualifikation in Serie einzufahren.

Nach Siegen gegen die Färöer (3:0), Österreich (2:1) und zuletzt am Freitag Irland (6:1) soll für die DFB-Auswahl auch im vierten und letzten Qualifikationsspiel des Jahres ein voller Erfolg her.

Kroos statt Khedira

DFB-Teamchef Joachim Löw wollte sich vom klaren Sieg gegen Irland aber nicht blenden lassen. "Die hervorragende Organisation des Gegners macht es immer schwer, gegen Schweden Tore zu erzielen", war sich der 52-Jährige bewusst.

Sami Khedira dürfte wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel ziemlich sicher ausfallen. Toni Kroos steht allerdings als idealer Ersatzmann parat, der zuletzt nach seiner Einwechslung zur Pause auch mit einem Doppelpack aufgezeigt hatte.

"Toni Kroos ist für uns in dieser Form ein ganz wichtiger Spieler, weil er technisch unglaubliche Möglichkeiten hat", betonte Löw. Kapitän Philipp Lahm kehrt nach seiner Sperre in die Mannschaft zurück.

Ibra, der Matchwinner

Bei den Schweden ruhen die Hoffnungen größtenteils auf Ibrahimovic. Der 31-jährige Stürmer von Paris St. Germain bewahrte seine Truppe am Freitag fast im Alleingang vor einer Blamage auf den Färöer, sorgte mit einem Assist und dem Siegestreffer zum erlösenden 2:1 für die Wende.

"Das Offensivspiel ist sehr stark auf Ibrahimovic fokussiert. Er ist ein Spieler, der unberechenbar ist, der auch in schwierigen Situationen eine Lösung findet ", beschrieb Löw den größten Schweden-Trumpf. "Er ist schon ein Schlüsselspieler, aber die Schweden funktionieren auch als Mannschaft."

DFB im Head-to-Head knapp vorne

Die Deutschen könnten jedenfalls mit einem Sieg eine kleine Vorentscheidung im Kampf um Gruppenrang eins herbeiführen, mit sechs Punkten Vorsprung auf den vermeintlich härtesten Rivalen könnten sie gelassen ins Jahr 2013 gehen.

Die Statistik spricht auch ganz klar für die DFB-Auswahl. Die Deutschen haben von bisher 77 WM-Qualifikationsspielen überhaupt erst zwei verloren (bei 58 Siegen und 17 Unentschieden), in Qualifikationen (WM und EM) sind sie bereits 25 Partien sowie seit dem 17. Oktober 2007 (0:3 gegen Tschechien in EM-Quali) unbesiegt.

Gegen die Schweden ist es für Deutschland aber nicht immer nach Maß gelaufen, ist das Head-to-Head doch mit 14 Siegen, 8 Unentschieden und 12 Niederlagen fast ausgeglichen.

Die letzte Niederlage liegt allerdings mit April 1978 (1:3 in Stockholm) schon lange zurück. "Wenn wir sie unterschätzen, wird es gefährlich. Aber diesen Fehler werden wir nicht machen", versprach DFB-Innenverteidiger Per Mertesacker.

Trapp bangt um seinen Job

Neben dem Topspiel und Österreichs Heimpartie gegen Kasachstan versucht sich Irland in Torshavn gegen die Färöer für die 1:6-Heimpleite gegen Deutschland zu rehabilitieren. Die irische Elf spielt dabei wohl auch um die Zukunft von Startrainer Giovanni Trapattoni, der stark in der Kritik steht.

Laut "Irish Indenpendent" nutzt dem "Maestro" nicht einmal ein klarer Sieg, um seinen Job zu sichern. 1,7 Millionen Euro würde eine Trennung kosten, rechnete die Zeitung vor - innerhalb der irischen Verbandsspitze würden die Stimmen lauter, die eine Trennung fordern.

Hoffnung macht die Rückkehr des zuletzt verletzt gewesenen Stürmers Robbie Keane. Die Iren (3) werden sich wohl mit Österreich (1) und Schweden (6) Platz zwei hinter Deutschland (9) untereinander ausmachen.

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