Aktuelle Top-Form reicht für Spanien nicht aus

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Stell dir vor, du bist Teamchef!

Da steht dir ein 24-jähriger Offensiv-Spieler zu Verfügung, der schon 19 Mal im A-Team die Farben seines Landes getragen und dabei sechs Tore erzielt hat.

Dein potentieller Kandidat hat in seinem Lebenslauf einen Weltmeister-Titel, einen EM-Titel, bei dem er mit einem Tor im Finale sogar aktiv Anteil hatte, den Gewinn der Champions League sowie zahlreiche weitere Trophäen vermerkt.

Würdest du diesen Mann zum nächsten Länderspiel einberufen?

Del Bosque in Erklärungsnot

Torres und Mata, gemeinsam bei den "Blues", getrennt bei "La Roja"

Torres pro Mata

Wer in diesen Worten des besten Torschützen bei der letzten EURO Verständnis an der Teamchef-Entscheidung heraushört, irrt gewaltig.

„Bei dem Level, auf dem er zur Zeit spielt, braucht er sich keine Sorgen machen“, so Torres, der den Faible für seinen Klub-Kollegen schließlich durch Verschwiegenheit ausdrückt: „Ich werde nicht mehr über dieses Thema sagen, da ich nicht objektiv sein kann.“

Mit der Einberufung gerechnet

Der Ausgebootete selbst gibt offen zu, dass er aufgrund seiner aktuellen Form – vier Tore und vier Vorlagen in elf Saisoneinsätzen – mit einer Einberufung gerechnet hat: „Ich hatte die Hoffnung und Zuversicht, dabei zu sein, hauptsächlich aufgrund der momentanen Situation bei Chelsea.“

Unterkriegen lässt sich „El Tobillo Magico“ (Das magische Fußgelenk), wie der 1,70-Meter große Filigrantechniker von seinen Bewunderern genannt wird, von diesem Rückschlag allerdings nicht.

„Ich werde weiterhin das Maximum in jedem Training und Spiel aus mir herausholen. Ich glaube, das hat mich zu einem so wichtigen Klub wie Chelsea und ins Nationalteam gebracht.“

Kumpel Torres ist sich sicher, dass Mata „eine sehr gute Gegenwart und Zukunft in der ‚Seleccion‘ hat und ein sehr wichtiger Spieler für dieses Team sein wird.“

Aktuell ist er es allerdings nicht.


Christian Eberle

Vicente del Bosque tat es nicht. Bei besagtem Spieler handelt es sich um Juan Mata, der nicht etwa angeschlagen oder außer Form ist, Spaniens Teamchef weiß einfach nichts mit ihm anzufangen.

„Wir finden keinen Platz für ihn“, lautete die einfache Erklärung über seinen überraschenden Verzicht.

Durch die Rückkehr des wiedergenesenen Rekord-Torschützen David Villa musste ein Angreifer aus dem Kader Spaniens gestrichen werden, getroffen hat es Chelseas Nummer 10.

„Es liegt an der enormen Konkurrenz auf dieser Position und an nichts anderem. Er spielt sehr gut, macht in der Premier League hervorragende Partien, aber er spielt dort, wo wir sehr viele Alternativen haben“, führt Del Bosque weiter aus.

Problem der 23 Stammspieler

In diesem Punkt ist dem Erfolgscoach nicht zu widersprechen. Ein Blick auf den Kader des Titelverteidigers vor dem WM-Qualifikationsspiel in Weißrussland offenbart Matas Problematik.

Roberto Soldado und Fernando Torres sind die einzigen zwei Mittelstürmer, mit Pedro, Villa, Jesus Navas, David Silva, Santi Cazorla und Andres Iniesta kommen gleich sechs Spieler bevorzugt über die Außenbahn.

„Wir haben sehr vielseitige Leute im Kader“, kommentiert dazu Torres, wie Mata bei den „Blues“ in London beschäftigt. „Im Team spielen nicht immer dieselben, einige kommen dazu, andere gehen. Das ist das großartige an der ‚Seleccion‘. Wir haben 23 Stammspieler“.

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