Referees im Kreuzfeuer

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Referees im Kreuzfeuer der Kritik

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Die ersten drei Partien der Fußball-WM in Brasilien haben eines gemein gehabt: eklatante und folgenschwere Fehlentscheidungen der Schiedsrichter.

Begonnen hatte alles mit einem Elfergeschenk am Donnerstagabend im Eröffnungsspiel des Gastgeber gegen Kroatien (3:1).

Am Freitag folgten unter anderem falsche Abseitsentscheidungen sowie der nächste umstrittene Elferpfiff.

Kovac mächtig sauer

Die Penalty-Entscheidung des japanischen Schiedsrichter Yuichi Nishimura, der nach einem harmlosen Zweikampf zwischen Kroatiens Verteidiger Dejan Lovren und Stürmer Fred auf Foulelfer für Brasilien entschieden hatte, sorgte für heftige Diskussionen.

Vor allem Kroatiens Teamchef Niko Kovac konnte sich nach dem Eröffnungsspiel kaum beruhigen.

"Wir hören besser auf und fahren nach Hause. Das FIFA-Logo ist Respekt, Respekt für beide Teams. Wir haben keinen erfahren", schimpfte Kovac. Der ehemalige kroatische Teamkapitän und Salzburger Co-Trainer sprach von einer "Schande. Die Jungs wurden beraubt."

Jeder im Stadion und zweieinhalb Milliarden Menschen vor den Fernsehern hätten gesehen, dass der Referee einen großen Fehler begangen habe.

Busacca schwächt Kritik ab

Massimo Busacca, Referee-Obmann der FIFA, nahm den erfahrenen Nishimura in Schutz.

"Es ist nicht Schwarz oder Weiß. Es gibt auch Zwischenstufen, und der Schiedsrichter muss die Gestik beurteilen", meinte Busacca am Freitag in Rio de Janeiro.

Es habe einen Kontakt mit beiden Händen zwischen Lovren und Fred gegeben. Letzterer beteuerte in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme: "Das war ein klarer Elfmeter."

Weitere Fehltritte

Dass die Diskussionen um die Unparteiischen weitergehen werden, liegt an weiteren glasklaren Fehlentscheidungen, die am Freitag getroffen worden sind.

Mexiko kam am Freitag in Natal gegen Kamerun zwar zu einem völlig verdienten 1:0-(0:0)-Sieg, spannend blieb es im zweiten Gruppe-A-Spiel aber nur, weil der kolumbianische Schiedsrichter Wilmar Roldan in den Mittelpunkt rückte und zwei reguläre Treffer von Giovanni dos Santos (11., 29.) nicht anerkannte.

Fahne im Dauereinsatz

Beim herrlichen Dos-Santos-Volleytreffer nach Herrera-Flanke in Minute elf entschied Roldan erstmals zu Unrecht auf Abseits, da der Mexiko-Stürmer auf gleicher Höhe mit zwei Kamerun-Abwehrspielern stand.

Einen noch größeren Fehler leistete sich der Referee in Minute 29.

Einen von Kameruns Eric Choupo-Moting weitergeleiteten Eckball drückte Dos Santos am langen Eck stehend aus kurzer Distanz über die Linie, der Treffer wurde allerdings neuerlich wegen Abseits nicht gegeben.

Strittiger Elfer

Und auch im anschließenden großen Schlager zwischen Titelverteidiger Spanien und Vizeweltmeister Niederlande trat keine Besserung ein, obwohl mit dem Italiener Nicola Rizzoli ein erfahrener UEFA-Referee in Salvador da Bahia im Einsatz war.

Dieser entschied nach 26 Minuten nach einem Tackling von Stefan De Vrij auf Elfer, weil Spaniens Stürmer Diego Costa zu Boden ging.

Die Zeitlupe bewies, dass dieser von Xabi Alonso verwandelte Strafstoß wohl zu Unrecht verhängt wurde.

Casillas in Bedrängnis

Viel schwerer wog aber die Entscheidung von Rizzoli beim vorentscheidenden 3:1 für die Niederländer, die am Ende die Neuauflage des 2010-Endspiels klar 5:1 gewannen:

Stürmer Robin van Persie attackierte Spaniens Tormann Iker Casillas im Luftkampf im Fünf-Meter-Raum ganz klar mit dem Ellbogen, doch die Pfeife des Italieners blieb stumm und der Treffer von De Vrij in Minute 64 zählte.

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