Gipfeltreffen und Proteste gegen WM 2014

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Packendes Rendezvous für Frankreich mit Titelverteidiger Spanien, Losglück für England, brisante Begegnung auf dem Balkan zwischen Kroatien und Serbien.

Der erste Schritt auf dem langen Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien (12. Juni - 13. Juli) hat manch einen nicht gerade in Samba-Laune versetzt.

"Wir müssen das Ergebnis der Auslosung akzeptieren, denn das Schicksal hat entschieden, und wir werden uns damit arrangieren", kommentierte Spaniens Weltmeister-Trainer Vicente del Bosque die Auslosung der Qualifikationsgruppen am Samstag in Rio de Janeiro.

Gipfeltreffen zwischen Spanien und Frankreich

Das Gipfeltreffen des Titelverteidigers mit dem Weltmeister von 1998 ist das Tüpfelchen auf der Europa-Gruppe I. Del Bosque warnte aber in einem Interview auf der FIFA-Homepage bereits: "Eines ist klar: Wenn man sich nur auf Frankreich konzentriert, verliert man gegen einen anderen Gegner und erschwert sich die Qualifikation genauso."

Kollege Laurent Blanc gewann dem Weltmeister-Duell auch Positives ab: "Es ist zumindest klar, dass man uns nicht das Etikett Favorit verpassen kann."

Die Augen dürften sich nach der Auslosung Italiens Tifosi gerieben haben. Der Campione von 2006 trifft in der Gruppe B auf Dänemark, Tschechien, Armenien, Malta und die von Lothar Matthäus trainierten Bulgaren.

"Ich habe heute in Europa schon viel einfachere Gruppen gesehen", meinte der deutsche Rekordnationalspieler.

"Wird alles haben, was ein Derby braucht"

Während das Fußball-Mutterland England durchaus "amused" über die Kontrahenten Montenegro, Ukraine, Polen, Moldawien und San Marino in der Gruppe H sein durfte und auch Vize-Weltmeister Niederlande mit Türkei, Ungarn, Rumänien, Estland und Andorra durchaus zufrieden sein kann, kommt es in der Gruppe A zur politisch heiklen Begegnung zwischen Kroatien und Serbien.

Die beiden Spiele "werden alles haben, was ein Derby braucht", meinte Serbiens Coach Vladimir Petrovic. Mit den weiteren Gegnern Belgien, Schottland, Mazedonien und Wales scheint die Gruppe zudem ausgeglichen wie keine andere.

Beim ersten Höhepunkt im Vorfeld der WM-Endrunde in drei Jahren waren geschätzte 500 Millionen Zuschauer in 200 Ländern via TV live dabei. Mit der Glamour-Show im malerischen Jachthafen der Marina da Gloria ist Brasilien in die Warm-up-Phase für die WM 2014 gestartet.

Die FIFA-Show unterm Zuckerhut legte sogar den Flugverkehr lahm. Das Donnern der Maschinen sollte die Auslosung nicht stören, deshalb wurde Rios Stadtflughafen Santos Dumont kurzerhand für vier Stunden gesperrt.

"Wir werden sie mit ofenen Armen empfangen"

"Willkommen in Rio, der Cidade Maravilhosa (Wunderbaren Stadt)", "Willkommen im Land der Fußballkunst", empfingen die Moderatoren Fernanda Lima und Tadeu Schmidt die TV-Zuschauer und 2.000 geladene Gäste, darunter Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, FIFA-Präsident Joseph Blatter und Jahrhundert-Fußballer Pele.

Rund 20 Millionen Reais (13,5 Millionen Euro) ließen sich Stadt und Bundesstaat Rio das erste WM-Top-Event auf heimischem Boden nach Medienberichten kosten.

"Wir werden Sie mit offenen Armen empfangen", versprach Staatschefin Rousseff der FIFA und den WM-Fans. "Sie werden ein gut vorbereitetes Volk finden. Wir sind gewappnet."

Milliarden sollen bis zum Anpfiff der WM 2014 in Stadien, Flughäfen und Straßen fließen. Das legendäre Maracana-Stadion wird derzeit grundrenoviert und mehrere Stadien in den insgesamt zwölf Ausrichterstädten neu gebaut.

Proteste gegen WM-Turnier 2014

Doch nicht alle sind mit den Mega-Projekten der WM 2014 und den zwei Jahre später stattfindenden Olympischen Spielen 2016 in Rio einverstanden. Vor der Marina protestierten etwa 1.000 Demonstranten gegen die Geldverschwendung.

Während Millionen in die Stadien fließen, blieben wichtige Investitionen im Bildungs- und Gesundheitsbereich aus. Die Proteste richteten sich auch gegen erzwungene Umsiedlungen von Tausenden Bewohnern von Rio. "Die Menschenrechte werden mit Füßen getreten", schimpften die Organisatoren.

Auch der mächtige Chef des brasilianischen Fußball-Verbandes (CBF), Ricardo Teixeira, war Zielscheibe der Demonstranten, die ihn als "Chef einer korrupten Bande" beschimpften.

"Ricardo Teixeira - Game over", war auf Schildern zu lesen. Der 64 Jahre alte Topfunktionär saß am Samstag in der ersten Reihe und war wenig begeistert über seinen Sitznachbarn, den Präsidentin Rousseff demonstrativ als "besten Fußballspieler aller Zeiten" würdigte: "König Pele".

Wäre es nach Teixeira gegangen, dann wäre der 70-Jährige nicht in die Marina eingeladen worden. Nur durch die Ernennung zum WM-Ehrenbotschafter durch die Präsidentin war Pele beim Kick-Off der WM 2014 dann doch dabei.

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