"Das Spiel unseres Lebens"

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Sensationsteam gegen Minimalisten

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Der größte Außenseiter und der Minimalist unter den Aufsteigern spielen sich bei der WM in Brasilien ein Viertelfinal-Ticket aus.

In Recife treffen am Sonntag (22.00 Uhr MESZ) Costa Rica und Griechenland im Achtelfinale aufeinander, womit zumindest ein Überraschungsteam die Runde der besten acht Teams erreichen wird.

Während die Griechen mit nur zwei Treffern und einem negativen Torverhältnis die Gruppenphase überstanden haben, war Costa Rica als Gruppensieger vor den Ex-Weltmeistern Uruguay, Italien und England die positive Überraschung der ersten zwei Wochen.

Eines haben aber beide Teams gemeinsam: eine starke Defensive.

Schon jetzt ist Jorge Luis Pinto, Teamchef von Costa Rica, der Stolz über das Erreichte anzumerken. "Einige Leute hätten das nicht für möglich gehalten", sagte der redselige Kolumbianer.

Das weltweite Erstaunen über die Auftritte der "Ticos" registrierte Pinto mit spürbarer Zufriedenheit. "Es macht mich stolz, die Spieler verdienen diese Beachtung."

"Ein Riesenerfolg"

Bei gerade einmal 4,5 Millionen Einwohnern ist die Genugtuung verständlich. "Das ist für uns und unser Land schon ein Riesenerfolg. Wir sind jetzt auf der Fußball-Landkarte", sagte Celso Borges, der auf weitere Erfolge hofft. Er und seine Kollegen wollen das Team von 1990 überflügeln, das bei der WM in Italien ebenfalls ins Achtelfinale aufgestiegen ist, ehe gegen die Tschechoslowakei Endstation war.

"Wir sind überzeugt, dass wir sogar noch weiter kommen können. Jetzt liegt die nächste Herausforderung vor uns, die gleichzeitig aber auch eine große Chance bedeutet", erklärte Borges.

Starke Defensive

Für die nächste Heldentat wird Teamchef Pinto wieder auf die verlässliche Abwehr vor dem starken Torhüter Keylor Navas, Clubkollege von Andreas Ivanschitz bei Levante, bauen.

In der Qualifikation der Nord- und Mittelamerika-Zone erhielt Costa Rica die wenigsten Gegentreffer, in Brasilien konnten Stars wie Balotelli, Rooney oder Cavani die Abwehr der "Ticos" aus dem Spiel nicht überwinden. Lediglich Uruguays Cavani traf gegen Navas per Foulelfmeter.

Doch auch das seit dem sensationellen EM-Titel 2004 gefürchtete griechische Abwehrbollwerk hat mit Ausnahme der Eröffnungspartie gegen Kolumbien (0:3) bisher gehalten.

"Das Spiel unseres Lebens"

Erstmals in der Geschichte stehen die Griechen daher im Achtelfinale und dürfen mit einer Fortsetzung des Erfolgslaufs spekulieren.

"Das Spiel unseres Lebens", schrieb die Zeitung "Goal" am Freitag, nachdem sie tags zuvor noch staatstragend formulierte:

"Warum nicht weiter träumen und hoffen, dass man nächste Woche auch gegen Holland antreten darf? Die Mannschaft, die weiß, wie man Geschichte schreibt, ist bereit für die nächste Herausforderung."

Karnezis wieder fit

Teamchef Fernando Santos bremste aber die Euphorie. "Costa Rica hat die Gruppe überstanden, die als Todesgruppe bezeichnet worden ist. Sie haben diese Gruppe gewonnen, das ist ein Zeichen, dass sie stark sein müssen", erklärte der Portugiese.

Santos kann wieder auf den gegen die Elfenbeinküste gesperrten Kapitän Konstantinos Katsouranis zurückgreifen, neben Georgios Karagounis der einzige, der aus dem Europameister-Team noch dabei ist. Mittelfeldspieler Panagiotis Kone fällt wegen einer Muskelverletzung aus, Torhüter Orestis Karnezis soll dagegen seine Rückenprobleme überwunden haben.

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

WM-Achtelfinale: Costa Rica - Griechenland

Sonntag, 22.00 Uhr MESZ, Recife, Pernambuco Arena, SR

Costa Rica: 1 Navas - 16 Gamboa, 3 Gonzalez, 6 Duarte, 4 Umana, 15 Diaz - 17 Tejeda, 5 Borges, 10 Ruiz - 7 Bolanos, 9 Campbell

Ersatz: 18 Pemberton, 23 Cambronero - 2 Acosta, 8 Mora, 12 Francis, 13 Granados, 22 Cubero, 19 Miller, 14 Brenes, 11 Barrantes, 21 Urena, 20 Calvo

Teamchef: Jorge Luis Pinto (COL)

Griechenland: 1 Karnezis - 15 Torosidis, 4 Manolas, 19 Sokratis, 20 Holebas - 2 Maniatis, 21 Katsouranis, 10 Karagounis, 16 Christodoulopoulos - 14 Salpingidis, 7 Samaras

Ersatz: 12 Glykos, 13 Kapino - 3 Tzavellas, 5 Moras, 11 Vyntra, 6 Tziolis, 18 Fetfatzidis, 9 Mitroglou, 22 Samaris, 23 Tachtsidis, 17 Gekas

Es fehlt: 8 Kone (Muskelverletzung)

Teamchef: Fernando Santos (POR)

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