Powerranking: Wer wird Weltmeister?

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Nur noch acht Nationen dürfen sich Hoffnungen auf den Weltmeistertitel 2014 machen.

Bei einigen war es vorhersehbar, dass sie zu diesem Zeitpunkt der WM noch mit von der Partie sind, bei anderen wiederum überhaupt nicht.

Aber wer hat denn nun die besten Chancen, am Ende den ganz großen Triumph zu feiern? Wer ist gut in Form? Wer offenbart zu viele Schwächen?

Das Powerranking von LAOLA1 analysiert die Kräfteverhältnisse anhand der bisherigen Darbietungen:


1. KOLUMBIEN

Ursprünglich galten die Kolumbianer als Geheimfavorit. Als Team, das den WM-Titel wohl nicht holen wird, aber durchaus in der Lage wäre, ihn zu holen. Doch dann kam die Absage von Superstar Falcao und die Außenseiter-Chancen schienen dahin. In den vier bisherigen WM-Spielen haben die „Cafeteros“ diese Einschätzung völlig über den Haufen geworfen und vier – zumindest drei – souveräne Siege eingefahren (3:0 gegen Griechenland, 2:1 gegen die Elfenbeinküste, 4:1 gegen Japan und 2:0 gegen Uruguay). James Rodriguez entwickelt sich zum Superstar des Turniers und auch Juan Cuadrado ist immer für einen Geniestreich gut. Vorne immens gefährlich, hinten mit nur zwei Gegentoren unglaublich sattelfest – keine andere Nation ist bisher so stark aufgetreten wie die Kolumbier.


2. NIEDERLANDE

Die neue Zauberformel lautet 5-3-2 satt 4-3-3. Bondscoach Louis van Gaal machte sich mit seiner defensiven Ausrichtung in der Heimat wenig Freunde. Doch ohne ihren geliebten „totalen Fußball“ spielen die Niederländer erfolgreichen Fußball. Den drei Siegen in der Vorrunde folgte im Achtelfinale ein 2:1 gegen Mexiko. Damit ist die „Elftal“ neben Kolumbien und Frankreich die einzige Mannschaft, die sich eine Verlängerung ersparte. Angetrieben von „Wesley-van-Robben“ (Sneijder, Van Persie, Robben), einer untypischen Taktik und dem alten Trainerfuchs Van Gaal ist den Holländern einiges zuzutrauen. Speziell Robben befindet sich in der Form seines Lebens und könnte der Schlüssel zum langersehnten ersten WM-Titel sein.


3. FRANKREICH

Was ein gutes Klima nicht alles ausmacht. Vor vier Jahren in Südafrika „zerfetzten“ sich die Franzosen gegenseitig und schieden nach beschämenden Leistungen in der Vorrunde aus. In Brasilien erstrahlen „Les Bleus“ in einem ganz anderen Licht. Benzema und Co. präsentieren sich als echte Einheit. Diese Errungenschaft geht auch auf das Konto von Teamchef Didier Deschamps, dem es tatsächlich gelungen ist, tolle Individualisten zu einem Team zu formen. Dank der bisherigen Vorstellungen ist die „Equipe Tricolore“ ein heißer Anwärter auf den Titel. Und jetzt stelle man sich vor, dass auch noch der Verletzte Franck Ribery mitspielen würde… Kleiner Fun-Fact: Seit dem WM-Titel 1998 schied Frankreich bei der Endrunde entweder schon in  der Gruppenphase aus oder erreichte das Finale. Ein gutes Omen…


4. BRASILIEN

Neymar hat über sehr weite Strecken gehalten, was er versprochen hat. Die schillernde Figur dieser WM trägt die brasilianischen Hoffnungen mit unglaublicher Selbstsicherheit. Es erscheint aber mehr als fraglich, ob er diese Last bis zum großen Triumph schleppen kann. Der Rest der hochkarätig besetzten Truppe ist mal hui, mal pfui. In der Defensive war schon der ein oder andere Schnitzer zu sehen – man erinnere sich nur an das schmeichelhafte 3:1 gegen Kroatien. Und wenn Neymar mal auslässt, geht in der Offensive auch nicht so wirklich was weiter – siehe das 0:0 gegen Mexiko. Vor allem der Umstand, dass Stürmer Fred nicht in Hochform und Jo keine ernsthafte, aber scheinbar die einzige Alternative ist, macht den Fans Sorgen. Immerhin hat die Truppe beim Sieg gegen Chile im Elferschießen einigermaßen Nerven bewiesen. Ob das reicht…?


5. ARGENTINIEN

Folgende zwei Erkenntnisse haben die vier bisherigen Auftritte der Argentinier gebracht: Lionel Messi spielt stärker, als man das vermuten konnte. Argentinien spielt schwächer, als man das erwartet hat. Kurzum: Das Spiel der „Albiceleste“ steht und fällt mit der Laune des vierfachen Weltfußballers. Im Idealfall kann das reichen, realistisch betrachtet wird es das aber nicht. Taktisch fehlt der Plan B, nachdem der Superstar selbst schon zur Pause des ersten Spiels das 3-5-2 bzw. 5-3-2 für völlig untauglich erklärt hat. Positiv ist aus Sicht der Argentinier, dass sie körperlich sehr stark wirken und auch in der Verlängerung gegen die Schweiz (1:0) einen langen Atem bewiesen. Negativ ist jedoch zu bewerten, dass sie in der Defensive nicht gerade unverwundbar erscheinen. Und immer kann es auch Messi nicht richten.


6. BELGIEN

Die Pflicht ist erfüllt. Als Geheimfavorit gestartet, konnten die „Red Devils“ zum Teil den Erwartungen gerecht werden – zumindest ergebnistechnisch. Um den ganz großen Coup zu landen, müssen jedoch die Auszeiten, die sich die Truppe von Teamchef Marc Wilmots in jeder Partie genommen hat, reduziert werden. Das Potenzial der jüngsten Mannschaft im Turnier scheint gewaltig, doch wie sieht es mit den Nerven aus? Für fast alle Spieler ist es das erste Groß-Ereignis. Im Viertelfinale wartet auf die in Pflichtspielen seit über zweieinhalb Jahren ungeschlagenen Belgier mit Argentinien die Kür. Schalten die jungen Wilden rund um Eden Hazard den zweifachen Weltmeister mit Superstar Lionel Messi aus, hat das Wort „Geheimfavorit“ wohl ausgedient.


7. DEUTSCHLAND

Das Formbarometer zeigt nach unten. Statt der „Löwschen“ Annahme, dass sich seine Spieler mit Fortdauer des Turniers steigern werden, ist das Gegenteil der Fall. Nach dem mühevollen Kraftakt gegen Algerien (2:1 n.V.) schrillen bei unseren Lieblings-Nachbarn die Alarmglocken. Fehlende Dynamik nach vorne und Abwehrprobleme bereiten Sorgen. Als Hauptgrund wird der Systemwechsel auf ein 4-3-3 mit vier Innenverteidigern ausgemacht. Deutschland, stets als Mitfavorit gehandelt, gleicht derzeit jedenfalls einer Wundertüte. Nur wenn die Baustellen (Hier geht’s zu Story) behoben werden können, darf vom Titel geträumt werden. Gelingt das nicht, könnte im Viertelfinale gegen Frankreich bereits Schluss sein.


8. COSTA RICA

Es ist die Erfolgsgeschichte der bisherigen Endrunde. Costa Rica hat es als Erster durch die Todesgruppe D geschafft und die wesentlich höher eingeschätzten Uruguayer (3:1), Italiener (1:0) und Engländer (0:0) hinter sich gelassen. Und als ob das nicht genug wäre, haben die Mittelamerikaner auch noch das Achtelfinale gegen Griechenland gepackt – nach fast einer Stunde in Unterzahl und dank großer Nervenstärke im Elferschießen. Der pfeilschnelle Joel Campbell hat sich zu einer der großen Entdeckungen des Turniers gemausert und Bryan Ruiz trägt die Truppe trotz einer schwachen Saison auf Klubebene erstaunlich gut durchs Turnier. Da liegt aber auch schon der Hund begraben: Wenn es ein Team schafft, Campbell und Ruiz aus dem Spiel zu nehmen, sieht es für „Ticos“ schlecht aus. Die Truppe schwimmt auf einer Welle der Euphorie, den Druck haben die anderen. Weltmeister werden aber auch andere.

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