"In höchstem Maße gewalttätig"

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Ronaldo: "Es war in höchstem Maße gewalttätig"

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Brasiliens WM-Rekordtorschütze Ronaldo hat das Foul an Neymar durch den Kolumbianer Juan Zuniga als absichtlich und gewalttätig kritisiert.

"Es gab eine Absicht von dem kolumbianischen Spieler, Schaden zu verursachen. Ich glaube, es war sehr gewalttätig", sagte Ronaldo bei einer FIFA-Pressekonferenz am Samstag in Rio de Janeiro. "Was geschehen ist, war im höchsten Maße gewalttätig und gegen die Regeln, aber was jetzt passiert, ist nicht mehr wichtig."

Eine nachträgliche Bestrafung durch die FIFA lehnte Ronaldo ab. Neymar hatte sich bei dem Foul einen Wirbelbruch zugezogen und kann bei der WM nicht mehr spielen.

"Unser Herz blutet"

Auch Fußball-Legende Pele hat sich am Samstag via Twitter zum WM-Ausfall von Superstar Neymar zu Wort gemeldet. "Unser Herz blutet, dass er nicht mehr Brasilien bei dieser WM repräsentieren kann", schrieb der 73-Jährige, der drei WM-Titel mit der "Selecao" eroberte.

Gleichzeitig erinnerte Pele daran, dass er sich auch während der WM in Chile im Jahr 1962 verletzt hatte und Brasilien trotzdem Weltmeister geworden war. "Gott hat damals Brasilien geholfen, die WM zu gewinnen. Ich hoffe, dasselbe passiert nun bei dieser WM", twitterte Pele.

Neymar nicht eins zu eins zu ersetzen

Ronaldo richtet indes eine klare Botschaft an Brasiliens Halbfinal-Gegner Deutschland: "Wenn die deutsche Mannschaft jetzt glaubt, sie würde gegen eine schwache, entmutigte Mannschaft spielen, wäre das ein enormer Fehler. Wir haben wunderbare Spieler", betonte Ronaldo. "Auch ohne Neymar ist Brasilien Favorit."

Ex-Weltmeister Lothar Matthäus drückte bei der FIFA-Pressekonferenz das Bedauern "aller deutschen Fußball-Fans" aus. "Kein deutscher Fan und kein deutscher Spieler freut sich über die Verletzung von Neymar. Das verbietet das Fair Play. Schade, dass es Brasilien so hart getroffen hat. Neymar eins zu eins zu ersetzen, geht nicht. Das muss die Mannschaft gemeinsam schaffen", meinte Matthäus.

DFB bedauert Ausfall

Die Sportliche Leitung der deutschen Nationalmannschaft sieht die schwere Verletzung von Neymar als Verlust für die Attraktivität der WM-Endphase. "Es ist schade, wenn sich so ein Weltklassespieler verletzt und aus dem Turnier ausscheidet", bedauerte Hansi Flick, Assistenzcoach von Bundestrainer Joachim Löw.

Die Aufgabe für das eigene Team im Halbfinale am Dienstag gegen den WM-Gastgeber sei trotz des Ausfalls von Neymar und der Gelbsperre für Kapitän Thiago Silva schwer, betonte Flick.

"Brasilien hat hervorragende Fußballer in seinen Reihen und wird das kompensieren können", sagte der Löw-Assistent am Samstag beim Training der DFB-Mannschaft in Santo Andre.

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