Frankreich dank guter Schlussphase im Viertelfinale

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Einen Tag nach den Niederlanden hat sich mit Frankreich das nächste europäische Schwergewicht ins Viertelfinale der Fußball-WM in Brasilien gemüht.

Die Franzosen setzten sich am Montag im Achtelfinale gegen Nigeria in einem Geduldsspiel mit 2:0 (0:0) durch.

Die späten Treffer in Brasilia fielen durch einen Kopfball von Jungstar Paul Pogba (79.) und ein Eigentor von Joseph Yobo (91.).

Gegen Ende aufgedreht

Die Franzosen wirkten lange nicht wirklich souverän. Erst in der Schlussphase kam die in der Gruppenphase so starke Offensive in Schwung.

Pogba nutzte einen Fehler des bis dahin starken Torhüters Vincent Enyeama nach einem Corner, Yobo traf vom eingewechselten Antoine Griezmann bedrängt ins eigene Netz.

Im Viertelfinale am Freitag (18.00 Uhr) geht es für Frankreich entweder gegen Mitfavorit Deutschland oder Außenseiter Algerien.

Lange schwer getan

Der Weltmeister von 1998 tat sich gegen die gut stehenden Nigerianer schwer, einen Spielfluss zu finden.

Teamchef Didier Deschamps setzte im Angriffszentrum auf den statischen Olivier Giroud.

Stürmerstar Karim Benzema konnte dadurch auf den linken Flügel ausweichen, beide blieben aber wirkungslos. In der Innenverteidigung ersetzte Arsenals Laurent Koscielny den angeschlagenen Mamadou Sakho.

Mutiger Nigerianer

Bei Nigeria kam Victor Moses im offensiven Mittelfeld statt des verletzten Michael Babatunde zum Einsatz.

Die Afrikaner hielten in der Anfangsphase gut dagegen, versuchten mit langen Bällen immer wieder Solospitze Emmanuel Emenike einzusetzen.

So auch in der 19. Minute, als ein Treffer des Stürmers von Fenerbahce Istanbul nach Flanke von Ahmed Musa wegen Abseits aberkannt wurde - eine Zentimeterentscheidung.

Enyeama durfte sich bei einem Kopfball von Benzema erneut auszeichnen (79.), beim folgenden Corner griff er aber daneben. Der Keeper des französischen Erstligisten OSC Lille lenkte den Eckball von Valbuena ungenügend ab, Pogba reagierte gut und nickte ein.

Eigentor setzt Schlusspunkt

Enyeama ließ eine sensationelle Parade gegen Griezmann folgen (84.), in der Nachspielzeit war er aber erneut geschlagen. Einen Querpass von Cabaye nach einem kurz abgespielten Corner lenkte Kapitän Yobo im Duell mit Griezmann ins eigene Tor.

Die Nigerianer verloren damit auch ihr drittes WM-Achtelfinale. 1994 und 1998 waren die "Super Eagles" ebenfalls in der ersten K.o.-Runde gescheitert.

Frankreich dagegen ist auf bestem Weg, sich für die WM-Pleite von 2010 zu rehabilitieren. Damals war die "Equipe Tricolore" nach heftigen internen Streitigkeiten blamabel in der Vorrunde gescheitert. Ihr erstes K.o.-Spiel haben die Franzosen bei einer WM dagegen noch nie verloren.

Wenig zugelassen

Schon vor der Pause fand Pogba die beste Gelegenheit für die Franzosen vor.

Einen Volley des 21-Jährigen von Juventus Turin nach Flanke von Mathieu Valbuena entschärfte aber Enyeama (22.).

Rechtsverteidiger Mathieu Debuchy schoss aus aussichtsreicher Position am Tor vorbei (40.). Die Nigerianer ließen wenig zu, waren zu Beginn der zweiten Hälfte sogar die bessere Mannschaft.

Griezmann bringt Wende

Frankreichs Torhüter und Kapitän Hugo Lloris musste bei einem Schuss von Peter Odemwingie retten (62.).

Erst als Deschamps den agileren Flügelspieler Griezmann für Giroud brachte und Benzema ins Zentrum rückte, wurden auch die "Bleus" gefährlicher.

Nach sehenswertem Doppelpass mit Griezmann scheiterte Benzema aber an Enyeama. Den zweiten Versuch kratzte Moses von der Linie (70.).

Geduld zahlt sich aus

Im Finish erhöhten die Franzosen wie am Vortag die Niederlande gegen Mexiko (2:1) die Schlagzahl.

Die Geduld sollte sich auszahlen. Zunächst klärte Kenneth Omeruo gegen Benzema, den Abpraller setzte Yohan Cabaye an die Querlatte (77.).

Frankreich

Nigeria

Ballbesitz

52,90%

47,10%

Zweikämpfe

53,54%

46,46%

Eckbälle

12

9

Torschüsse

13

9

Torschüsse außerhalb Strafraum

4

7

Torschüsse innerhalb Strafraum

10

2

Kopfballchancen

3

0

Abseits

3

2

Fouls

12

15

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