Herzog: Brasiliens Druck zu groß

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Herzog: "Der Erfolgsdruck war einfach zu groß"

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Für US-Nationalteam-Co-Trainer Andreas Herzog ist die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien seit dem Achtelfinale Geschichte, die heiße Turnierphase verfolgt er nun intensiv aus der Ferne.

Darunter natürlich auch die 1:7-Schlappe von Gastgeber Brasilien gegen Deutschland am Dienstag im ersten Halbfinale, die auch für ihn in der Höhe überraschend kam.

"Die Brasilianer wollten jeden einzelnen Brasilianer glücklich machen. Der Erfolgsdruck war einfach zu groß", betrieb Herzog Ursachenforschung.

"Brasilianer waren nicht souverän"

Dass es für den Titel nicht reichen werde, habe sich schon abgezeichnet, auch da Routiniers nicht dabei gewesen wären. "Die Brasilianer waren im Turnierverlauf nicht souverän", sagte Österreichs Rekord-Nationalspieler.

So hatten sich Neymar und Co. etwa im Achtelfinale gegen Chile nach einem 1:1 nach Verlängerung erst im Elfmeterschießen mit 3:2 weitergezittert.

Superstar Neymar fehlte nun aufgrund seines im Viertelfinale gegen Kolumbien (2:1) erlittenen Lendenwirbelbruchs bei der Schmach in Belo Horizonte genauso wie der gesperrte Kapitän Thiago Silva.

"Das sind sicher zwei wichtige Spieler, aber Dante spielt bei Bayern München und hat etwa auch eine super Qualität", sagte Herzog. Dante hatte Thiago Silva in der Innenverteidigung vertreten.

Die Deutschen nutzen jeden Fehler der "Selecao" eiskalt aus und spielten sich in einen wahren Rausch. "Sie waren einfach zu gut", lobte Herzog den dreifachen Weltmeister, der sich auf dem Weg nach Brasilien in der Qualifikation auch zweimal gegen Österreich durchgesetzt hatte.

"Sie haben 60.000 bis 70.000 Fans gegen sich, aber bleiben ruhig und konzentriert, das sind die Deutschen", ergänzte der 45-jährige Wiener.

Finale auf Augenhöhe?

In der Gruppenphase hatte Herzog mit den USA Bekanntschaft mit Deutschland gemacht. Die Löw-Truppe setzte sich im abschließenden Gruppe-G-Spiel knapp mit 1:0 durch, beide Teams stiegen auf. "Das war ein ganz anderes Spiel. Ich habe gewusst, dass sie sich steigern können und auch werden", meinte Herzog.

Im Finale am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro bekommen es WM-Rekord-Torschütze Miroslav Klose und Co. nun mit Argentinien oder den Niederlanden zu tun.

"Man muss abwarten, gegen wen es geht, aber es werden zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegeneinander spielen. Da gibt es keinen Favoriten und das 7:1 zählt da nichts mehr", betonte Herzog.

Herzog sieht keine Überheblichkeits-Gefahr

Dass das 7:1 eventuell einen Negativ-Effekt haben könnte, weil die Deutschen medial sicher in die Favoritenrolle gedrängt werden, glaubt Herzog nicht.

"Die deutschen Spieler haben nach dem Spiel richtig gesagt, dass das Finale ein ganz anderes Spiel wird. Sie wissen schon, wie sie damit umgehen müssen", ist der Ex-Rapidler überzeugt.

Herzogs Trainer-Zukunft ist übrigens noch nicht geklärt, er ist seit Jänner 2012 für den US-Verband tätig.

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