Die Kleinen sollen's richten

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Zwei Teams fehlen noch, dann ist das Viertelfinale komplett.

Nicht zuletzt die beiden Spiele von Montag-Abend haben gezeigt, dass es in den Achtelfinals richtig heiß hergeht.

Und auch diesmal kommt es zu zwei sehr interessanten Duellen. Um 18 Uhr treffen Lionel Messis Argentinier auf die Eidgenossen aus der Schweiz. Um 22 Uhr steht die Partie zwischen Belgien und den USA auf dem Programm.

Die kompakte Vorschau auf die Achtelfinal-Duelle:

ARGENTINIEN - SCHWEIZ

(Dienstag, 18.00 Uhr, Sao Paulo, Corinthians Arena, SR Jonas Eriksson/SWE)

DIE AUSGANGSLAGE:

Mit drei Siegen (2:1 gegen Bosnien-Herzegowina, 1:0 gegen Iran und 3:2 gegen Nigeria) haben die Argentinier die Vorrunde souverän gemeistert. Die Ergebnisse konnten aber nicht darüber hinweg täuschen, wie sehr die "Gauchos" von ihrem Superstar Lionel Messi abhängig sind - der Barca-Profi hat bereits vier Treffer erzielt. Gerüchten zufolge sollen Javier Mascherano und er mittlerweile auch die Taktik vorgeben, Teamchef Alejandro Sabella scheint seine Autorität verloren zu haben und mehr und mehr zum Statisten degradiert worden zu sein. Die Schweizer haben indes einen holprigen Weg ins Achtelfinale hinter sich. Ein knapper 2:1-Sieg gegen Ecuador, eine ganz schwache Vorstellung beim 2:5 gegen Frankreich und dann mit dem deutlichen 3:0 gegen Honduras gerade noch rechtzeitig die Kurve gekriegt. Vor allem Xherdan Shaqiri ist im letzten Gruppenspiel mit seinem Triplepack aufgeblüht und könnte die nicht immer sattelfest wirkende Argentinien-Defensive vor Probleme stellen.

DAS SAGEN DIE TRAINER:

Alejandro Sabella: "Lionel Messi kann jede Partie jederzeit im Alleingang entscheiden. Wir müssen nun versuchen, diesen Druck besser zu verteilen."

Ottmar Hitzfeld: "Wir sind klare Außenseiter. Wir haben nichts zu verlieren und viel zu gewinnen. Wir können Geschichte schreiben. Von Messi träume ich nicht, ihn genieße ich, wenn ich ihm beim Fussballspielen zuschauen kann. Ich bin ein Fan von ihm, wie alle, die den Fussball mögen. Allerdings wird er mich am Dienstag mit keiner noch so gelungenen Aktion begeistern können..."

PERSONELLES:

Bei den Argentiniern hat sich Kun Agüero eine Verletzung am linken Oberschenkel zugezogen und wird somit kein WM-Spiel mehr bestreiten können. An seiner Stelle rutscht Ezeqiuel Lavezzi in die Startelf. Sonst dürfte sich bei den Südamerikanern nichts ändern - Messi fühlt sich in dieser Formation pudelwohl, also wird sie auch beibehalten. Bei den Schweizern gibt es nach der guten Vorstellung gegen Honduras keinen Grund für Änderungen. Fabian Schär wird also vermutlich erneut in der Startelf stehen und Shaqiri hinter Drmic wirbeln.

DAS SAGEN DIE SPIELER:

Gonzalo Higuain: "Die Schweiz hat eine starke Mannschaft. Wir kennen ihre Fähigkeiten, aber auch ihre Schwächen."

Valon Behrami: "Wenn wir gegen Argentinien gewinnen sollten, dann würden wir damit ein Stück Schweizer Geschichte schreiben. Das würde auch die Zukunft jedes Spielers hier verändern."


BELGIEN - USA

(Dienstag, 22.00 Uhr, Salvador, Arena Fonte Nova, SR Djamel Haimoudi/ALG)

Die Ausgangslage:

Schönheitspreise gibt es bei Weltmeisterschaften keine zu gewinnen. Sollte dem doch so sein, wären die Belgier gewiss kein Anwärter darauf. Mit einem 2:1 gegen Algerien und jeweils einem 1:0 gegen Russland und Südkorea haben die "Roten Teufel" die Vorrunde staubtrocken, aber ungemein effizient hinter sich gebracht. Drei der vier belgischen Treffer haben Joker erzielt, was für die Breite des überaus talentierten Kaders spricht. Die USA indessen mussten bis zuletzt um den Einzug ins Achtelfinale zittern, können sich aber rühmen, die "Todesgruppe" G überstanden zu haben. 2:1 gegen Ghana, 2:2 gegen Portugal, 0:1 gegen Deutschland - das hat zum Aufstieg gereicht. Die US-Boys haben in den ersten drei Partien vor allem durch Willensstärke, Physis und Kampfkraft imponiert. Zudem hat die Klinsmann-Truppe bei Standardsituationen große Gefährlichkeit bewiesen.

Argentinien

Schweiz

Hauptstadt

Buenos Aires

Bern

Einwohner

40,52 Mio.

8,11 Mio.

Fläche

2.780.400 km²

41.285 km²

Konföderation

CONMEBOL

UEFA

Weltrangliste

5.

21.

WM-Teilnahmen

16

10

Teamchef

Alejandro Sabella

Ottmar Hitzfeld

DAS SAGEN DIE TRAINER:

Marc Wilmots: "Sie sind körperlich sehr stark und geben immer Vollgas. Das wird ein Kampf. Was bedeutet es, schön zu spielen? Was am Ende zählt, ist das Resultat. Wir sind hier, um zu gewinnen, mit welchem Spielstil auch immer."

Jürgen Klinsmann: "Wir dürfen nicht zufrieden sein. Was wir jetzt brauchen, ist der Hunger auf den nächsten Schritt. Und das ist, Belgien zu schlagen. Wenn wir eines Tages wirklich zu den Top 10 oder 12 der Welt gehören wollen, dann ist jetzt der Moment, das zu zeigen und zu beweisen."

PERSONELLES:

Thomas Vermaelen ist nicht rechtzeitig fit geworden und kann deshalb nicht eingesetzt werden - Jan Vertonghen wird also wie schon in den ersten beiden Gruppenspielen in der Startelf stehen. Ein Fragezeichen steht indes noch hinter Vincent Kompany. Es ist wahrscheinlich, dass der angeschlagene Innenverteidiger das Rennen gegen die Zeit gewinnt. Nicht mit dabei sind die beiden verletzten Vanden Borre und Ciman sowie der gesperrte Defour. Außerdem dürfte der drei Mal als starker Joker aufgetretene Divock Origi den im bisherigen Turnier eher blassen Romelu Lukaku an vorderster Dront ersetzen. Die große Frage, die sich Jürgen Klinsmann vor dem Spiel stellen muss - was tun mit dem wieder fitten Jozy Altidore? Gut möglich, dass der Angreifer von Beginn an eingesetzt wird, dann würde Dempsey ein wenig nach hinten rücken. Es gilt jedoch als wahrscheinlicher, dass Altidore den Joker mimt und Dempsey zunächst ganz vorne beginnt. Auch sonst sind alle US-Boys fit, weshalb unter Umständen etwa auch Bedoya oder Cameron einen Platz in der Startelf ergattern könnten.

DAS SAGEN DIE SPIELER:

Thibaut Courtois: "Wir haben bisher eine gute defensive Organisation gezeigt und nur sehr wenige Chancen zugelassen. Vielleicht haben wir hier noch nicht den Standard erreicht, zu dem wir fähig sind, aber wir haben neun von neun möglichen Punkten geholt. Wenn wir gegen die USA keinen super Fußball spielen, aber trotzdem gewinnen, ist das gut genug für mich."

Michael Bradley: "Belgien hat vielleicht nicht so eine Geschichte wie Deutschland oder Italien, aber wenn man sich die letzten Jahre und die Qualität der Spieler ansieht, muss man über eines der besten Teams Europas sprechen."

Belgien

USA

Hauptstadt

Brüssel

Washington D.C.

Einwohner

11,04 Mio.

317,24 Mio.

Fläche

30.528 km²

9.629.091 km²

Konföderation

UEFA

CONCACAF

Weltrangliste

11.

13.

WM-Teilnahmen

12

10

Teamchef

Marc Wilmots

Jürgen Klinsmann

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