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Van Gaal gelingt Trendwende nicht - Kritik bleibt aus

Sowohl für Louis van Gaal als auch die niederländische Nationalmannschaft ging es um Wiedergutmachung.

Doch der Start in die zweite Amtszeit des neuen Bondscoaches misslang gründlich.

Nach dem unterhaltsamen 2:4 in Belgien am Mittwochabend bleiben die Kritiker aber (noch) zurückhaltend.

Van Gaal selbst gab sich ungewohnt gelassen, dabei hätte er durchaus Anlass für einen seiner berüchtigten Wutausbrüche gehabt.

"Welpenschutz" für van Gaal

Die Niederlage sei eine "lehrreiche Lektion" titelte die Boulevardzeitung "De Telegraaf", die nicht gerade zur Fangemeinde des Trainers zählt.

Selbst der gefürchtete Kritiker Johan Derksen rechnete dem ehemaligen Trainer des FC Bayern München, Ajax Amsterdam und FC Barcelona die Niederlage nicht an.

"Die Spieler haben zu viele persönliche Fehler gemacht", sagte Derksen im niederländischen Fernsehen.

Drei Tore binnen fünf Minuten

Im Brüsseler König-Baudouin-Stadion ging es im Duell mit dem Nachbarn nicht nur um das Prestige.

Die Niederlande wollten nach dem blamablen EM-Aus einen gelungenen Neuanfang, bis auf Rechtsverteidiger Ricardo van Rhijn standen nur EM-Spieler in der Start-Elf.

Doch Belgien drehte die Partie mit drei Toren binnen fünf Minuten von der 75. bis 80. Minute von 1:2 auf 4:2.

Van Gaal hat "viel gelernt"

Der neue und alte Bondscoach zeigte sich nach der Partie dann als guter Verlierer.

"Ich habe viel gelernt in diesem Spiel. Darauf kann ich aufbauen", sagte Van Gaal, für den es wie für sein Team um Wiedergutmachung nach seiner katastrophalen ersten Amtszeit geht.

Viel Zeit hat er nicht, um sich zu beweisen. Am 7. September wartet die Türkei im ersten Qualifikationsspiel für die WM 2014 in Brasilien.

"August-Spiele sind kompliziert"

Nicht verschont wurde im Unterschied zu Van Gaal sein Kollege Didier Deschamps.

Das 0:0 zu Hause gegen Uruguay sei "zum Einschlafen" gewesen, schrieb die Sportzeitung "L'Equipe"

Deschamps habe vor dem Beginn der WM-Qualifikation "mehrere Gründe für Migräneanfälle", schrieb Starkolumnist Vincent Duluc. Die Fans quittierten den schwachen Auftritt in Le Havre mit Pfiffen.

Als fünfter Nationalcoach in Serie blieb Deschamps bei der Premiere ohne Sieg, er nahm sein Team in Schutz: "Die meisten Spieler stecken noch in der Saisonvorbereitung, Spiele im August sind sehr kompliziert."

Schwere WM-Quali-Gruppe

Bei den Franzosen traten immerhin acht Profis an, die bei der EM nicht dabei waren.

"Les Bleus" starten am 7. September in einer schwierigen Gruppe mit Titelverteidiger und Europameister Spanien in die WM-Qualifikation.

Erster Gegner ist auswärts Finnland.

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