USA gegen Ghana "wie K.o.-Runden-Partie"

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Nach dem "Gigantenduell" Deutschland gegen Portugal treffen in Gruppe G am Montag (Dienstag 0.00 Uhr MESZ) die Außenseiter Ghana und die USA aufeinander.

Eine Niederlage kann sich kein Team erlauben, wenn es mit dem Achtelfinale klappen soll. "Wir wollen zum Start gleich drei Punkte holen", sagte daher auch US-Assistenztrainer Andreas Herzog. Die Vergangenheit spricht allerdings für die Afrikaner.

"Das ist für uns bereits wie eine K.o.-Runden-Partie", meinte US-Chefcoach Jürgen Klinsmann, der allerdings um die schmerzhaften WM-Erfahrungen der US-Amerikaner mit dem Gruppengegner bestens Bescheid weiß.

USA will Revanche

Vor acht Jahren in Deutschland besiegelte ein 1:2 gegen die Westafrikaner das fixe Vorrunden-Aus, beim Turnier 2010 in Südafrika jubelten die "Black Stars" im Achtelfinale und schickten die US-Boys heim. "Die USA waren zweimal in 50:50-Situationen unterlegen. Jetzt liegt es an uns, das zu ändern", sprach der Deutsche Klartext.

Wer die Partie in Natal verliert, kann angesichts der folgenden Duelle mit den Mitfavoriten Deutschland und Portugal wohl nur noch theoretisch aufs Weiterkommen spekulieren.

"Das erste Spiel ebnet den Weg, es wird das härteste Spiel des Bewerbs", kommentierte Ghanas Mittelfeld-Antreiber Kevin-Prince Boateng, der wegen seiner chronischen Kniebeschwerden zuletzt nur eingeschränkt trainieren konnte.

Dennoch dürfte der 27-Jährige Schalke-Profi in der Startformation von James Kwesi Appiah gesetzt sein. Der 53-jährige Ex-Teamspieler ist der erste einheimische Trainer, der das Land zu einer WM führte.

"Sind stärker als 2010"

Vor vier Jahren war Ghana in Südafrika nur wenige Zentimeter davon entfernt, als erstes afrikanisches Team in ein WM-Halbfinale einzuziehen. Doch Asamoah Gyan jagte in der letzten Minute der Verlängerung gegen Uruguay einen Strafstoß an die Latte, im Elfmeterschießen setzten sich dann die Südamerikaner glücklich durch.

In Brasilien nimmt das Team den nächsten Anlauf. "Wir sind noch stärker als 2010 und können für eine große Überraschung sorgen", betonte Boateng. Staatspräsident John Dramani Mahama formulierte es etwas deutlicher. "Wir erwarten und beten, dass Ghana zum ersten Mal in unserer Geschichte die Weltmeisterschaft holt", sagte der Politiker.

Zu den Stärken der "Black Stars" zählen die gute Organisation und effiziente Konter. Vor allem das Mittelfeld ist mit Boateng sowie den Milan-Profis Michael Essien und Sulley Muntari ist topbesetzt.

In der Defensive sind die Afrikaner allerdings anfällig. Schon im Tor fangen die Probleme an, muss Appiah doch zwischen zwei Quasi-Notlösungen entscheiden: Adam Larsen Kwarasey vom norwegischen Club Strömsgodset fehlt die internationale Erfahrung, Konkurrent Fatau Dauda ist bei den Orlando Pirates aus Südafrika nur Ersatzmann. In der Abwehr schmerzt der kurzfristige Ausfall von Jerry Akaminko.

Ballbesitz, Offensive und Kreativität

Oberstes Ziel der USA in Brasilien ist es, die Gruppenphase zu überstehen. "Danach ist alles möglich", sagte Klinsmann, der 2011 das Amt von Bob Bradley übernommen hatte.

Gelingen soll der Aufstieg mit einem neuen Spielsystem: Lebten die US-Amerikaner zu Zeiten von Bradley und davor in erster Linie von ihrer Athletik und Konterstärke, setzt Klinsmann nun mehr auf Ballbesitz, Offensive und Kreativität.

Wichtigster Mann im Konzept des Schwaben ist der Sohn seines Vorgängers: Mittelfeld-General Michael Bradley, der nach langen Wanderjahren in Europa, wo er zuletzt bei AS Roma spielte, mittlerweile wieder in der Major League Soccer (MLS) bei Toronto FC unter Vertrag steht.

Neben Bradley rackert im Mittelfeld der frühere Schalker Jermaine Jones (mittlerweile Besiktas Istanbul), der gegen Ghana auf seinen ehemaligen Teamkollegen Boateng trifft. Im Angriff tragen Ex-Tottenham-Legionär Clint Dempsey und Jozy Altidore die Hauptlast.

Der bullige Sunderland-Stürmer ist einst in Florida in der Fußball-Akademie des im vergangenen Jahr verstorbenen Österreichers Josef Schulz groß geworden. Sicherer Rückhalt und Kapitän der US-Auswahl ist Everton-Schlussmann Tim Howard.

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