"Es ist nicht Deutschland gegen Ronaldo"

Aufmacherbild
 

Mit seinem WM-Auftaktspiel gegen Portugal macht sich Deutschland am Montag (18.00 Uhr MESZ) auf den Weg zum ersten Titel seit der EM 1996.

Vor dem Schlager der Gruppe G in Salvador da Bahia gegen Weltfußballer Cristiano Ronaldo und Co. spricht nicht zuletzt die Statistik für die Deutschen: In 28 Endrunden-Auftaktspielen kassierte man nur eine Niederlage.

Löw steht unter Druck

Seit 1990 gab es zum WM-Start stets volle Erfolge, zudem hat Deutschland die jüngsten drei Endrundenduelle mit den Portugiesen alle gewonnen - zuletzt das etwas schmeichelhafte 1:0 zum EM-Auftakt 2012.

Ein Sieg wäre in Gruppe G mit den weiteren Gegnern Ghana und USA wohl schon die halbe Miete zum Aufstieg. Und der ist fix eingeplant.

Denn auf Löw lastet der Druck, endlich mehr als Finale (EM 2008) oder Halbfinale (WM 2010, EM 2012) zu erreichen. Vier Turniere ohne Titelgewinn wurden noch keinem Nationalcoach zugestanden.

Im 100. deutschen Spiel bei einer WM - kein Team hat bisher so viele Partien absolviert - will Löw in der Mittagshitze und Feuchtigkeit von Salvador da Bahia den in Bestbesetzung antretenden Gegner von Beginn an unter Druck setzen.

Im eigens errichteten Trainingszentrum Campo Bahia hat der 54-Jährige seine Truppe genau auf diese Bedingungen eingestellt.

"Es ist nicht Deutschland gegen Ronaldo"

Dass sich die Portugiesen erst im Play-off gegen Schweden für die WM qualifizierten, spielt für Löw keine Rolle.

"Portugal ist aufgrund seiner Klasse ein harter Brocken, diese Mannschaft ist schon extrem gefährlich", betonte Löw, der es ablehnte, den Gegner auf den wieder voll fitten Superstar Ronaldo zu reduzieren. "Es ist kein Spiel Deutschland gegen Ronaldo, sondern Deutschland gegen Portugal", erklärte der ehemalige Austria Wien- und Innsbruck-Coach.

Dennoch werde viel darauf ankommen, wie Rechtsverteidiger Jerome Boateng im Verbund mit seinen Mitspielern den Weltstar ausschalten kann. "Er erzielt in einer Saison 50 Tore. Und auch bei Portugal macht er viele entscheidende Dinge", erinnerte Löw.

Mit Boateng, Per Mertesacker, Mats Hummels und Benedikt Höwedes in der Abwehrkette wird Löw gleich vier Innenverteidiger vor dem noch rechtzeitig an der Schulter genesenen Manuel Neuer aufbieten.

Davor sollen der bei seiner sechsten Endrunde erstmals im Mittelfeld operierende Philipp Lahm, Sami Khedira und Toni Kroos für Organisation sorgen. Offensiv hat Löw Thomas Müller, Mesut Özil und wohl Andre Schürrle als Startkräfte vorgesehen.

"Wir haben den besten Spieler der Welt im Team"

Beim Gegner ist man aller Klasse zum Trotz vor allem von einem Akteur abhängig.

"Wir haben den besten Spieler der Welt im Team. Niemand gewinnt ein Spiel allein, aber er kann den Unterschied ausmachen", erklärte Zweiergoalie Eduardo unumwunden.

Die andere große Stärke der Portugiesen ist ihre Eingespieltheit. So wird am Montag nahezu die selbe Mannschaft auflaufen, die schon bei der EM 2012 in ihrem ersten Spiel Deutschland unterlag.

Vor diesem 0:1 gab es für die Portugiesen bei Endrunden gegen Deutschland ein 2:3 bei der EM 2008 sowie ein 1:3 bei der WM 2006.

"Vergangenheit ist Vergangenheit. Und Favorit bist du vor allem deshalb, weil du etwas in der Vergangenheit erreicht hast. Das muss an diesem Montag nichts bedeuten. Wir haben die Chance, diese Serie zu drehen", stellte Eduardo klar.

Bento: "Ein erstes Spiel ist nie entscheidend"

Coach Bento versuchte überhaupt, den Druck von den Schultern seiner Spieler zu nehmen.

"Ein erstes Spiel ist nie entscheidend", sagte der 44-Jährige, der seit 2010 im Amt ist.

"Ein Sieg wird uns nicht das Weiterkommen garantieren, eine Niederlage wirft uns nicht aus dem Turnier", so Bento.

"Wir haben 2012 gegen Deutschland verloren und danach trotzdem das Halbfinale erreicht. Und wir haben bei der WM 1986 das erste Spiel gegen England gewonnen und sind dann nach der Vorrunde ausgeschieden."

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

Gruppe G (1. Runde):

Deutschland - Portugal

Montag, 18.00 Uhr MESZ, Salvador da Bahia, Arena Fonte Nova, SR Milorad Mazic/Serbien

Deutschland: 1 Neuer - 20 J. Boateng, 17 Mertesacker, 5 Hummels, 4 Höwedes - 6 Khedira, 16 Lahm, 18 Kroos - 13 Müller, 8 Özil, 9 Schürrle

Ersatz: 12 Zieler, 22 Weidenfeller - 2 Großkreutz, 3 Ginter, 15 Durm, 21 Mustafi, 7 Schweinsteiger, 10 Podolski, 14 Draxler, 19 Götze, 23 Kramer, 11 Klose

Teamchef: Joachim Löw


Portugal: Portugal: 12 Rui Patricio - 21 J. Pereira, 2 Pepe, 3 Bruno Alves, 5 Coentrao - 8 Moutinho, 4 Veloso, 16 Meireles - 18 Varela, 9 H. Almeida, 7 Ronaldo

Ersatz: 1 Eduardo, 22 Beto - 13 R. Costa, 14 Neto, 19 A. Almeida, 6 Carvalho, 20 Amorim, 10 Vieirinha, 11 Eder, 15 Rafa, 17 Nani, 23 Postiga

Teamchef: Paulo Bento

 

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen