Edeljoker Klose bleibt trotz Rekordtor bescheiden

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Klose, ausgerechnet Mirsolav Klose.

Mit seinem 15. Treffer im 20. WM-Spiel setzte sich der 36-Jährige Deutsche ein Denkmal.

Sein Tor zum 2:2-Endstand gegen Ghana machte den Legionär von Lazio Rom zum Rekordtorschützen bei Weltmeisterschaften, gleichauf mit Ronaldo.

Ronaldo gratuliert

„20 Spiele, 15 Kisten - das ist nicht schlecht“, analysierte Klose trocken. Und die Gratulationen von Kollege Ronaldo ließen nicht lange auf sich warten. „Willkommen im Klub“, richtete „Il Fenomeno“, der seine Treffer in 19 WM-Spielen erzielte, via Twitter aus. Der letzte gelang dem Brasilianer im Übrigen – richtig – gegen Ghana.

Für Klose soll Tor Nummer 15 indes nur sein bislang letztes gewesen sein. Seinen Stammplatz hat der Oldie und einzige echte Stürmer im Kader der DFB-Truppe zwar verloren, dass er immer noch auf Knopfdruck funktioniert und seine Nominierung trotz vieler Verletzungssorgen in der abgelaufenen Spielzeit völlig gerechtfertigt war, stellte er nach seiner Einwechslung in der 69. Minute aber unter Beweis.

Neue Rolle als Edeljoker

Mit seiner ersten Ballberührung markierte er den Ausgleich und feierte dabei eine Premiere: Kloses Rekordtor war der erste Treffer, den er bei Welt- oder Europameisterschaften als Einwechselspieler erzielte. Da konnte es der gebürtige Pole auch verschmerzen, dass sein Jubel-Salto diesmal keine Bestnoten erhielt.

„Ich weiß nicht, wann ich den zum letzten Mal gemacht habe. Aber ich muss zugeben, gut gelungen ist er nicht“, schmunzelte Klose.

Mit seiner neuen Rolle als Edeljoker hat er sich mittlerweile angefreundet.

„Ich habe ein super Verhältnis zum Trainer und wir sprechen viel miteinander. Ich bin bereit, egal in welcher Form auch immer ich der Mannschaft helfen kann. Ob ich von der Bank komme oder von Beginn an spiele, jeder in der Mannschaft ist wichtig“, gibt sich Klose als Teamplayer, der trotz seiner historischen 15 Treffer bescheiden bleibt: „Der Torrekord bedeutet mir natürlich Einiges, aber eigentlich war es mir von Anfang an wichtiger, wieder in Form zu kommen."

Business as usual

Lob kam indes von Joachim Löw. „Diese Marke ist sensationell", stellte der Bundestrainer klar. Besondere Feierlichkeiten zog der Rekord in der Kabine allerdings nicht nach sich, verriet Mats Hummels, der sich wenig überrascht von Kloses 15. Streich zeigte.

„Es war ein sehr wichtiges Tor für uns, aber es gab keine spezielle Feier. Er macht einfach seinen Job. Miro ist ein richtiger Klasse-Stürmer, einer der besten, den wir je in Deutschland hatten“,  bescheinigte Hummels dem DFB-Rekordtorschützen, der Deutschland eine gute Ausgangsposition für das letzte Gruppenspiel gegen die USA bescherte.

„Wenn ich richtig gerechnet habe, reicht uns ein Unentschieden zum Aufstieg. Auf ein Remis spielen werden wir aber natürlich nicht“, gibt Hummels die Marschrichtung vor. „Wir sollten lieber die Spielweise der Portugal-Partie an den Tag legen.“

Schlechte Karten für Ghana

Deutlich schlechter sieht die Ausgangslage für Ghana aus, das sein letztes Spiel gegen Portugal bestreitet. „Es sind noch einige Spiele in unserer Gruppe zu spielen. Es wird schwer, aber es ist möglich“, sah Akwasi Appiah, Trainer der „Black Stars“, noch eine kleine Chance auf den Einzug ins Achtelfinale.

Grundsätzlich war man im Lager der Afrikaner aber zufrieden mit dem starken Auftritt gegen einen der Turnierfavoriten. „Wir hatten uns vorgenommen, heute zu gewinnen. Aber wir sollten glücklich sein. Es ging hin und her. Deutschland hätte gewinnen können, wir hätten gewinnen können“, sah auch Kevin Prince Boateng die Partie höchst ausgeglichen. „Der Punkt war gerecht. Wir wollten uns zurückziehen, sie nicht ins Spiel kommen lassen. Das war der Schlüssel.

Warum der Star, der beim 1:2 gegen die USA nicht in der Startformation stand, diesmal bereits nach 52 Minuten vom Platz genommen wurde, blieb hingegen ungelöst. „Eine Begründung gab es vom Trainer noch nicht, aber das ist kein Thema. Das Spiel gegen die USA ist Vergangenheit und auch das heutige ist schon wieder Vergangenheit“, so Boateng. Appiah meinte zu der Causa nur: „Manchmal wechselt ein Trainer einen Spieler aus taktischen Gründen aus.“


Christoph Kristandl aus Fortaleza

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