Iran will "den Kleinen" ausschalten

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Nach dem spielerisch ernüchternden Auftakt reicht Argentiniens hochgelobter Mannschaft am Samstag (18.00 Uhr MESZ) ein Sieg allein gegen Außenseiter Iran im zweiten Gruppenspiel der Fußball-WM nicht.

Lionel Messi und Co. können damit zwar den Achtelfinaleinzug vorzeitig perfekt machen, müssen in Belo Horizonte aber auch die zuletzt aufgekommenen Zweifel an ihrer Titeltauglichkeit zerstören.

Higuain von Beginn an

"Diese beiden Spiele werden uns helfen, so zu spielen, wie wir es wollen", kündigte Messi prompt an. Zum Auftakt hatte der Superstar vom FC Barcelona mit einem Genieblitz das Siegestor zum 2:1 geschossen, davon abgesehen war "La Pulga" aber gerade in der ersten Hälfte abgemeldet.

Da hatte Coach Alejandro Sabella sein Team allerdings überraschend mit einer defensiven Fünferkette agieren lassen, erst nach dem Seitenwechsel justierte er - eigenen Angaben nach auch auf Initiative Messis hin - nach.

Gegen den Iran wird man - daran bestehen nach tagelangen Diskussionen praktisch keine Zweifel -, in Messis Lieblingssystem antreten: Mit Sergio Aguero und diesmal von Beginn an Gonzalo Higuain an vorderster Front und Angel di Maria dahinter. Damit wären die "Fantastischen vier" perfekt.

Alle Spieler fit

Ausreden gibt es jedenfalls keine mehr für die offensiv exzellent besetzten Argentinier. Selbst wenn man sich gegen den Iran bereits auf eine defensiv eingestellte Mannschaft einrichtet. Sabella kann gegen die Asiaten, die zum Auftakt mit dem Langweiler-0:0 gegen Nigeria bei ihrer vierten WM-Teilnahme zum ersten Mal kein Gegentor kassierten, auf alle Spieler zurückgreifen.

Auch Sturmalternative Rodrigo Palacio von Inter Mailand trainierte zuletzt wieder voll mit dem Team. Für den Trainer der Argentinier ist es zudem eine Rückkehr an einen ruhmreichen Ort. Im WM-Stadion von Belo Horizonte feierte er seinen größten Erfolg als Vereinscoach, gewann vor fünf Jahren mit Estudiantes de la Plata die Copa Libertadores.

Nachdem die südamerikanischen Rivalen wie Chile und Kolumbien mit teilweise begeisterndem Fußball bereits im Achtelfinale stehen, will Argentinien nachlegen - und das im Messi-Stil. "Wir sind Argentinien und wir müssen gut spielen, ohne uns nach dem Gegner zu richten", betonte der noch 26-Jährige, der am kommenden Dienstag Geburtstag hat. Ein weiterer Treffer käme da gerade recht, nachdem er seinen Acht-Jahre-Bann gegen die Bosnier endlich gebrochen und sein zweites Tor bei einer WM-Endrunde erzielt hatte.

Queiroz macht sich Gedanken über Messi

"Den Kleinen auszuschalten wird sehr schwierig werden", meinte Irans Trainer Carlos Queiroz etwas flapsig über den viermaligen, aber nichtsdestotrotz nur 169 Zentimeter großen Weltfußballer. Angriffspartner Aguero ist nur einen Zentimeter größer. Und das bei einem gegnerischen Team, das körperlich spiele und "mit einer starken Mentalität", wie Sabella erklärte. Und die alles geben wird, um erstmals die Gruppenphase einer WM zu überstehen.

"Um sich auf Argentinien vorzubereiten, bräuchten wir 20 Jahre. Aber es gibt im Fußball auch zwei weitere Weisheiten: Kredit hat noch nie zu einem sicheren Sieg geführt, und keiner weiß vorher ganz sicher, wer das Spiel gewinnen wird", betonte Queiroz, für den es im unglücklichsten Fall das vorletzte Spiel auf der iranischen Trainerbank sein wird. Er sorgte mit seiner Ankündigung nur drei Tage vor der Partie wegen Querelen mit dem Verband nach der WM zu gehen, für Unruhe.

"Wir werden bis zum Umfallen kämpfen. Wir sind psychisch gut drauf, und unser Star ist der Teamgeist", betonte Queiroz. Dennoch ist dem Portugiesen klar, welche Herkulesaufgabe wartet: "Es wird ein Wunder brauchen, weil Argentinien eines der besten Teams auf de Welt ist und noch dazu einen Tag mehr Pause hat."

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