Kevin-Prince will Revanche an Bruder Jerome nehmen

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Mittlerweile sind knapp anderthalb Wochen der Weltmeisterschaft vergangen und die nächsten drei Spiele stehen am 10. Spieltag am Programm.

Den Beginn um 18 Uhr macht Argentinien gegen den Iran. Messi und Co. wollen mit dem zweiten Sieg im laufenden Turnier den vorzeitigen Achtelfinal-Einzug fixieren.

Weiter geht es um 21 Uhr in Gruppe G mit der Partie Deutschland gegen Ghana, die ganz im Zeichen des Bruder-Duells zwischen Jerome (GER) und Kevin-Prince (GHA) steht.

Den Abschluss am 10. Spieltag bildet um 24 Uhr das Aufeinandertreffen von Nigeria und Bosnien-Herzegowina aus der Gruppe F.

Die kompakte Vorschau auf die Spiele:

ARGENTINIEN - IRAN

(Samstag, 18:00, Belo Horizonte, Arena Mineirao, SR Milorad Mazi/SRB)

Die Ausgangslage:

Die Rollenverteilung vor dieser Partie könnte wohl nicht klarer sein. Argentinien rund um Superstar Lionel Messi ist haushoher Favorit und erwartet eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem knappen 2:1-Sieg gegen Bosnien. Iran hingegen wird wie gegen Nigeria hinten "mauern", um irgendwie einen Punkt zu erkämpfen. Das Positive für die Mannschaft von Teamchef Carlos Queiroz ist, dass auch mit einer Niederlage die Chance auf das Achtelfinale noch intakt wäre.

Das sagen die Trainer:

Alejandro Sabella: "Wir müssen uns verbessern und zielstrebiger werden. Neben dem Gewinnen haben wir natürlich auch immer unsere Performance im Hinterkopf. Ich habe immer gesagt, dass nicht nur die Resultate zählen - sondern auch, wie wir uns präsentieren."

Carlos Queiroz: "Um sich auf Argentinien vorzubereiten, bräuchten wir 20 Jahre. Aber es gibt im Fußball auch zwei weitere Weisheiten: Kredit hat noch nie zu einem sicheren Sieg geführt, und keiner weiß vorher ganz sicher, wer das Spiel gewinnen wird. Wir werden bis zum Umfallen kämpfen. Wir sind psychisch gut drauf, und unser Star ist der Teamgeist. Aber den Kleinen (Anm. Lionel Messi) auszuschalten wird sehr schwierig werden."

Argentinien Iran
Hauptstadt Buenos Aires Teheran
Einwohner 40,52 Mio. 75,15 Mio.
Fläche 2.780.400 km² 1.648.195 km²
Konföderation CONMEBOL AFC
Weltrangliste 5. 43.
WM-Teilnahmen 16 4
Teamchef Alejandro Sabella Carlos Queiroz

Personelles:

Beim großen Favoriten Argentinien wird es im Vergleich zur ersten Halbzeit des Auftaktspiels taktische Veränderungen geben. So wird, auch aufgrund des Wunsches von Kapitän Lionel Messi, von einem 5-3-2-System auf ein 4-3-3 umgestellt. Leidtragender wird Verteidiger Hugo Campagnaro sein, der seinen Startelfplatz zugunsten von Mittelfeldspieler Fernando Gago räumen muss. Beim Iran wird es gegenüber des torlosen Unentschiedens gegen Nigeria keine allzu großen Veränderungen geben. Andranik Timotian ist von einer Gelb-Sperre bedroht.

Das sagen die Spieler:

Lionel Messi: "Wir sind Argentinien und müssen uns auf uns selbst konzentrieren und nicht darauf, gegen wen wir spielen. Diese beiden Spiele werden uns helfen, so zu spielen, wie wir es wollen. In Hinblick auf die Formation fühlen wir uns besser, wenn wir mit zwei Stürmer spielen und ich dahinter agieren kann. Das ist für uns einfacher bei Kontern, wir haben mehr Spieler im Angriff und damit mehr Möglichkeiten."

Reza Ghoochannejhad: Wir müssen das Match einfach genießen und den Anweisungen des Trainers genauestens Folge leisten. Wir haben absolut nichts zu verlieren und müssen die gleiche Widerstandsfähigkeit wie gegen Nigeria zeigen. Der ganze Druck lastet auf Argentinien.

 

DEUTSCHLAND - GHANA

(Samstag, 21:00, Fortaleza, Arena Castelao, SR Sandro Ricci/BRA)

Die Ausgangslage:

Deutschland geht nach dem beeindruckenden 4:0-Auftakterfolg natürlich als ganz klarer Favorit in diese Partie. Alles andere als ein voller Erfolg wäre wohl eine Enttäuschung für die Truppe von Joachim Löw. Ghana hat hingegen nach der Niederlage gegen die USA, in der man allerdings vor allem in Halbzeit zwei das aktivere Team war, einiges gut zu machen und will sich zudem für die 0:1-Pleite bei der WM 2010 revanchieren. Bei einer erneuten Niederlage gegen Deutschland wäre das Ausscheiden nach der Gruppenphase wohl besiegelt.

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw"Wir müssen nachlegen. Mit einem Sieg können wir in dieser Gruppe davonziehen. Wer nachlässt, verliert bei diesem Turnier. Ich erwarte ein Spiel, das geprägt sein wird von Ghanas Situation. Für sie ist es ein Finale. Sie werden kämpfen bis aufs Blut. Klar, würde ich ungerne die Abwehr umgestalten, aber sollte Mats Hummels nicht spielen können, haben wir Topvertretung im Kader."

James Kwesi Appiah: "Es könnte Änderungen in der Mannschaft geben. Ganz einfach deshalb, weil Deutschland ein anderer Gegner ist, als es die USA waren. Aber ich habe noch nicht entschieden, wer von Beginn an spielt. Wenn Kevin-Prince spielt, dann wird das helfen, weil er sie kennt. Aber es ist meine Aufgabe zu entscheiden, wer von Anfang an spielt und wer nicht."

Deutschland Ghana
Hauptstadt Berlin Accra
Einwohner 80,78 Mio. 25,24 Mio.
Fläche 357.168 km² 238.537 km²
Konföderation UEFA CAF
Weltrangliste 2. 37.
WM-Teilnahmen 18 3
Teamchef Joachim Löw James Kwesi Appiah

Personelles:

Innenverteidiger Mats Hummels ist aufgrund einer Oberschenkelverletzung mehr als fraglich. Er könnte durch Matthias Ginter oder Shkodan Mustafi eins zu eins ersetzt werden. Die zweite Variante wäre, dass Jerome Boateng ins Abwehrzentrum rückt und dafür rechts außen Mustafi oder Großkreutz beginnt. Das Hauptaugenmerk bei Ghana liegt natürlich auf den beiden Stars Kevin-Prince Boateng und Michael Essien, die im Gegensatz zum Spiel gegen die USA diesmal in der Starformation erwartet werden.

Das sagen die Spieler:

Jerome Boateng: "Natürlich ist das immer noch was Besonderes gegen meinen Bruder zu spielen, aber irgendwie ist es auch anders als vor vier Jahren. Damals war das wirklich etwas Neues, etwas Außergewöhnliches. Inzwischen haben wir auch in der Bundesliga schon oft gegeneinander gespielt. Zum Spiel: Ghana muss unbedingt gegen uns gewinnen. Sie werden also angreifen müssen. Das muss uns aber nicht weiter stören. Da werden wir ordentlich dagegen halten.

Andre Ayew: "Es ist nicht das erste Mal, dass Kevin-Prince auf internationaler Ebene gegen seinen Bruder spielt, es wird ihn also nicht aus dem Konzept bringen. Die Deutschen sprechen nur über unsere physische Stärke, aber wir wissen, dass wir auch technisch stark sind. Wir haben eine Menge Qualitäten. Wir sind bereit für unser Land am Feld zu sterben und wir werden alles tun, um unsere Landsleute stolz zu machen.

NIGERIA - BOSNIEN-HERZEGOWINA

(Sonntag, 0:00, Cuiaba, Arena Pantanal, SR Peter O'Leary/NZL)

Die Ausgangslage:

Wenn alles planmäßig verläuft, geht es in dieser Partie für die beiden Teams um Gruppenplatz zwei hinter Argentinien. Der größere Druck liegt aber ganz klar auf den "Super Eagles" aus Nigeria, die im letzten Match noch gegen den großen Gruppenfavoriten ran müssen und beim torlosen Unentschieden gegen den Iran nicht wirklich glänzten. Alles andere als ein voller Erfolg würde wohl das vorzeitige Ausscheiden bedeuten. Die Bosnier können hingegen trotz der knappen Niederlage gegen Argentinien auf eine gute Leistung aufbauen. Mit drei Punkten würde man bei der Premieren-WM einen ganz großen Schritt in Richtung Achtelfinale machen.

Das sagen die Trainer:

Stephen Keshi: "Wir  müssen an unserer Effizienz arbeiten und unsere Torchancen besser nützen. Manchmal kommt einfach etwas Angst im Abschluss dazu, wenn man nicht trifft und es einfach erzwingen will. Allerdings ist es nicht nur die Offensive, an der wir arbeiten müssen, sondern auch andere Bereiche in unserem Spiel müssen wir verbessern."

Safet Susic: "Edin Dzeko ist für uns so wichtig wie Ronaldo für Portugal, Neymar für Brasilien, oder Messi für Argentinien. Aber auch wenn wir nur mit ihm als Speerspitze spielen, sind wir mit viel mehr Leuten in der Offensive vertreten. Wir haben Mittelfeldspieler, die sich im Sturm gerne miteinschalten. Und wir sind nach Argentinien die beste Mannschaft in unsere Gruppe, daher erwarten wir auch den Aufstieg.

Personelles:

Das große Problem der Nigerianer in der Partie gegen den Iran lag im Spiel nach vorne und im Abschluss. Vor allem Mittelfeld-Regisseur John Obi Mikel muss mehr zeigen. Dazu könnte Kapitän Joseph Yobo diesmal von Beginn an auflaufen. Bei Bosnien-Herzegowina hofft Stürmer-Star Edin Dzeko, dass er diesmal von Anfang an auf Vedad Ibisevic, der nach seiner Einwechslung getroffen hat, zählen kann. Gegen Argentinien musste er aufgrund einer defensiveren Auslegung noch alleine die Arbeit im Sturmzentrum verrichten. Sturm-Spieler Anel Hadzic wird zu Beginn wieder auf der Bank Platz nehmen.

Nigeria Bosnien-Herzegowina
Hauptstadt Abuja Sarajevo
Einwohner 152,22 Mio. 3,79 Mio.
Fläche 923.768 km² 51.197 km²
Konföderation CAF UEFA
Weltrangliste 44. 21.
WM-Teilnahmen 5 1
Teamchef Stephen Keshi Safet Susic

Das sagen die Spieler:

John Obi Mikel: "Wir müssen unser Spiel verbessern, wenn wir weiterhin auf die nächste Runde hoffen wollen. Dazu müssen wir vor dem Tor einfach kaltschnäuziger werden und unsere Chancen besser nützen. Wir haben gegen den Iran eine wichtige Lektion gelernt, nämlich nicht zu hastig zu agieren. Der Trainerstab hat sicher noch weitere Fehler entdeckt und zusammen werden wir uns für das Bosnien-Spiel einschwören und dann auf das Beste hoffen."

Edin Dzeko: "Das schwerste Spiel haben wir hinter uns. Nicht nur, weil Argentinien einer der Topfavoriten auf den Titel ist, vielmehr weil das erste Spiel bei einer WM psychologisch besonders schwer ist. Dieses Team hat aber die Kraft, um in den kommenden zwei Spielen gute Resultate zu erzielen und die nächste Phase zu erreichen. Dazu muss aber auch ich persönlich noch bessere Leistungen abrufen, denn dann werden wir alle besser."

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