Die doppelte Premiere

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Benzema und Torlinien-Technik mit Premiere bei WM

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Es war eine klare Angelegenheit.

Frankreichs 3:0 gegen Honduras in der Gruppe E war ein Auftakt nach Maß für den Verband, der nach der WM 2010 so viel gut zu machen hat.

Damals gewannen sie als zerstrittene Truppe samt Teamchef Raymond Domenech kein Spiel, mussten mit einem Punkt nach Hause fahren.

Nun ist der erste Sieg bei einer WM seit dem 1:0 von München gegen Portugal im Halbfinale 2006 eingefahren.

"Gut für das Selbstvertrauen"

"Das war ein guter Start ins Turnier, gut für unser Selbstvertrauen", twitterte etwa Real Madrids Raphäel Varane. Auf dem ins Internet gestellte Bild ist neben ihm Karim Benzema zu sehen.

Der Stürmer-Star, der ebenfalls für die Königlichen spielt, legte in Porto Alegre ordentlich los. Zwei Tore erzielte der 26-Jährige, eigentlich drei, aber dazu später mehr.

Es waren dies seine ersten Tore bei einer Endrunde überhaupt. Seit der EM 2008 in Österreich und der Schweiz hat es der algerisch-stämmige Angreifer versucht, drei Mal ist nichts passiert.

Benzema bleibt bescheiden

Benzema debütierte gegen das ÖFB-Team anno 2007 und traf gleich zum 1:0-Sieg. 2008 kam er bei der EM-Endrunde zwei Mal zum Einsatz, traf aber nicht. 2010 wurde er von Domenech nicht nominiert, 2012 ging er auch leer aus.

Nun klappte es gleich doppelt. "Ich wollte einfach ein gutes Spiel machen und gewinnen", blieb der Mann des Spiels bescheiden.

"Ich habe versucht, ohne Druck zu spielen, das ist mir gelungen. Ich bin sehr glücklich und stolz, dass mir die Tore gelungen sind, aber das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben. Einige beurteilen mich nur nach Toren, aber für mich zählt auch sehr viel, wie ich spiele."

Das hat er wie seine Kollegen sehr gut gemacht. "In der ersten Viertelstunde war es schwierig, nach dem Elfmeter ist es besser gegangen. Vom Ausschluss haben wir dann auch profitiert", so Benzema weiter.

Frankreich hatte am Ende 72 Prozent Ballbesitz.

Frankreich zeigte indes mit einem sehr guten Spiel, dass es ebenso existiert.

Nun schauen die Franzosen von Spiel zu Spiel, als nächstes wartet die Schweiz, die mit dem 2:1 gegen Ecuador ebenfalls erfolgreich ins Turnier gestartet war.

"Der Druck auf uns war sehr groß, doch wir waren sehr souverän und entschlossen. Nun brauchen wir die gleiche Entschlossenheit gegen die Schweiz. Das wird ein Gegner von anderem Niveau. Die Schweiz hat ein großartiges Team", weiß Mathieu Valbuena.

Teamchef Didier Deschamps brachte es aber für die zuletzt bei einer WM so gescholtenen Franzosen auf den Punkt: "Heute zu gewinnen, das ist einmal ein sehr guter Start."

Im Kontext des Ausschlusses von Wilson Palacios hatte auch Paul Pogba Glück.

Der Juventus-Kicker war zuvor in einem Duell mit dem Honduraner verwickelt, beide sahen Gelb. "Beim Zweikampf mit Palacios hatte ich etwas Angst vor einer Roten Karte. Es war nicht einfach, mich zu beherrschen", so der Techniker.

Premiere für Torlinien-Technologie

Apropos Technik. Die stand zum ersten Mal so richtig im Fokus der WM, nämlich die Torlinien-Technologie, die im Gegensatz zur Hymnen-Technologie (sie konnten nicht abgespielt werden) im Estadio Beira-Rio funktionierte.

Benzema schoss mit seinem zweiten von drei Schüssen aufs Tor an die Stange, der Ball prallte zurück und Goalie Noel Valladares lenkte den Ball ins Tor. "Ich war sicher, dass es passt", so der vermeintliche Torschütze.

Während einige noch darüber rätselten, ob der Ball wirklich drin war, wusste es der brasilianische Schiedsrichter Ricci schon. Denn der erhielt aufgrund der erstmals bei einer WM eingesetzten Technik ein Signal.

Der Ball, wie auch die Einblendung später zeigte, war im Tor, Ricci gab den Treffer.

So darf sich die FIFA freuen, dass die Technik erstmals sinnvoll eingesetzt wurde. Bislang dienten die Einblendungen nur dazu, bei ohnehin klaren Treffern zu zeigen, dass sie existiert.

Frankreich Honduras
Ballbesitz 71.1% 28.9%
Eckbälle 8 0
Torschüsse 20 4
Torschüsse außerhalb Strafraum 8 3
Torschüsse innerhalb Strafraum 13 1
Kopfballchancen 3 0
Abseits 1 2
Fouls 13 14
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