Rooney kämpft gegen den WM-Fluch

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Mit Wayne Rooneys Heldentaten bei Fußball-Weltmeisterschaften lassen sich ebenso viele Bücher füllen wie mit schmackhaften englischen Kochrezepten.

Der Star der "Three Lions" wartet nach acht WM-Partien noch immer auf ein Tor, entscheidenden Einfluss auf den Ausgang eines Endrunden-Spiels hatte der Stürmer nur einmal:

2006 sah er im Viertelfinale gegen Portugal die Rote Karte, England schied aus.

Alles für die Mannschaft

Im Match gegen Italien in der Nacht auf Sonntag in Manaus möchte der 28-jährige Manchester-United-Profi erstmals beweisen, dass er seine Qualität auch bei einer WM unter Beweis stellen kann.

"Ich will es diesmal besser machen, nicht für mich selbst, sondern weil ich weiß, dass ich der Mannschaft helfe, wenn ich gut spiele", erklärte Rooney vor dem Abflug aus dem Teamcamp in Rio de Janeiro nach Amazonien.

Der Offensivmann inszenierte sich als Gegenentwurf zu Cristiano Ronaldo.

Er sei kein Spieler, der individuelle Auszeichnungen für sein Selbstwertgefühl brauche, betonte Rooney.

"So wie Cristiano Ronaldo, er muss das haben und man bewundert ihn dafür. Mir geht es mehr darum, als Team zu gewinnen. Du kannst sehen wie er ist. Er will seine Momente."

Traum vom Titel

Der 91-fache Teamspieler (40 Tore) fühlt sich nun bereit für seine eigenen Momente bei einer WM.

"Ich bin in bester Verfassung und möchte der Welt zeigen, was ich kann. Falls ich das nicht schaffe, gibt es keine Ausreden", sagte Rooney und träumte vom WM-Titel.

"Wir fahren nicht nach Brasilien, um ins Viertelfinale oder Semifinale zu kommen. Wir wollen das Finale gewinnen. Das ist die beste englische Nationalmannschaft, in der ich je gespielt habe."

Kritische Stimmen werden laut

An die beiden vorangegangenen Weltmeisterschaften will Rooney gar nicht mehr denken, zumal er damals im Vorfeld mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

"Die letzten Weltmeisterschaften habe ich nicht genossen. Da habe ich nicht umsetzen können, was ich mir gewünscht habe. Aber dieses Mal bin ich bereit", versprach der Stürmer.

Daran wird allerdings in England immer mehr gezweifelt. Rooney spielte eine schlechte, von einigen Blessuren begleitete Saison und vermochte auch in den letzten Testspielen nicht zu überzeugen. In den vergangenen Tagen wurden sogar Stimmen laut, die Rooney aus der Startformation reklamierten.

Über dem Zenit?

Der Angreifer unterschrieb erst im vergangenen Februar einen neuen Fünfjahresvertrag bei Manchester United, der ihm pro Woche über 370.000 Euro einbringt.

Dass der 28-Jährige aber tatsächlich bis 2019 Top-Leistungen bringen kann, ist für den früheren englischen Teamspieler Paul Scholes nur schwer vorstellbar.

"Normalerweise erreicht man als Fußballer mit 28 oder 29 seinen Zenit. Doch bei Wayne könnte das schon mit 26 der Fall gewesen sein, als er in einer Saison 27 Liga-Tore geschossen hat", vermutete Scholes.

Neben dem früheren Mittelfeldspieler von Manchester United hat offenbar auch Nationaltrainer Roy Hodgson so seine Bedenken.

Nachdem Rooney zuletzt weder als Solo-Stürmer noch als Spieler hinter der Spitze gute Leistungen geboten hat, stellte ihn der Coach im Test gegen Ecuador sogar als linken Flügel auf.

"Ich spiele dort, wo mich der Trainer aufstellt", sagte Rooney danach knapp.

Team vertraut dem Stürmer

In der Öffentlichkeit stärkt Hodgson seinem Schützling den Rücken.

"Jeder von uns hat großes Vertrauen in ihn. Er hat eine optimale Einstellung und will allen zeigen, was er drauf hat.

" Sollte dies aber gegen Italien nicht gelingen, ist der Teamchef laut Scholes in der Pflicht: "Dann wird es interessant sein zu sehen, ob Hodgson die Courage hat, Rooney auf die Bank zu setzen."

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