Aus Mangel an Alternativen

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England will trotz "Schande" an Hodgson festhalten

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Die fehlenden Alternativen treiben England selbst nach dem historischen WM-K.o. zu einer "Alles bleibt gleich"-Strategie auf der Trainerposition.

Mit seinem raschen Machtwort für Roy Hodgson versuchte Verbandschef Greg Dyke die Lage um die gescheiterten Three Lions zu befrieden - vorerst vergeblich. "Englands Schande", titelte der "Daily Telegraph" am Tag nach dem Aus in Großbuchstaben.

"Roy Hodgson, die englischen Spieler und die FA sollten sich bei den Fans nach dem Weltmeisterschafts-Debakel entschuldigen", hieß es in der konservativen Zeitung.

Superstar Wayne Rooney kam dieser Aufforderung schon wenig später nach. "Absolut am Boden, dass wir aus der WM sind", schrieb der Superstar via Facebook. "Sorry an alle Fans, die gereist und zu Hause sind, dass wir es nicht besser gemacht haben...bitter enttäuscht!"

Bis zur EM 2016

Noch bevor in Brasilien das erste Vorrunden-Scheitern seit 56 Jahren durch das 0:1 von Italien gegen Costa Rica besiegelt war, hatte Dyke dem glücklosen Hodgson sein Vertrauen ausgesprochen.

"Wir denken, dass Roy einen guten Job gemacht hat und es ist ein Ansatz über vier Jahre und wir hoffen, bei der EM einen besseren Job zu machen", erklärte der Funktionär das bis 2016 gültige Treuebekenntnis zu Hodgson.

Durch die Strategie, nach den Amtszeiten des Schweden Sven-Göran Eriksson und Fabio Capello aus Italien sowie einem Intermezzo von Steve McClaren nur noch auf englische Trainer zu setzen, hat sich die FA in eine Sackgasse manövriert.

Es fehlen schlicht und einfach die Landsmänner, die das Format für diesen Posten haben: Gary Neville - als Assistent Teil der Hodgson-Ära, Stuart Pearce - zu früh, Liverpools Erfolgscoach Brendan Rodgers - Nordire.

Hodgson wich vom Weg ab

"Sollte Hodgson auch in Belo Horizonte erniedrigt werden, wäre es schwer für ihn zu bleiben", orakelte "The Mirror" dennoch mit Blick auf das eigentlich sportlich bedeutungslose letzte Spiel gegen Costa Rica. Dabei könnte Hodgson seinen Jugendstil fortsetzen und einigen Talenten als Anreiz für kommende Turniere die Erfahrung auf der größten Bühne verschaffen.

Nachdem der 66-Jährige in seiner Karriere eigentlich stets für biederen Sicherheitsfußball stand, setzte er in Brasilien zwar auf eine erfrischend junge Auswahl und Offensive, zeigte sich aber taktisch zu unflexibel.

"Ich glaube, dass das Team in Zukunft ein sehr gutes Team sein wird. Es gibt sehr gute junge Spieler", betonte der bei den Akteuren beliebte Coach. "Wir sind stolz, für Roy Hodgson zu spielen", lobte Torwart Joe Hart. "Er ist ein großartiger Trainer, er ist ein sehr leidenschaftlicher Mann und jemand, für den ich sehr viel Respekt habe. Ich hoffe weiterhin für ihn zu spielen."

Da hoffnungsvolle Spieler wie Raheem Sterling, Daniel Sturridge oder Ross Barkley bereits in Brasilien Praxis sammeln durften, wird auch in der Mannschaft der ganz große Umbruch ausbleiben.

Lampard und Gerrard vor Rücktritt

Es deutet einzig einiges daraufhin, dass neben dem in Brasilien bisher nicht eingesetzten Frank Lampard auch Kapitän Steven Gerrard zurücktritt. Die Zukunft der Verteidiger Phil Jagielka oder Glen Johnson ist offen.

Angesichts der zahlreichen Talente malte der FA-Vorsitzende Dyke selbst in einer der schwersten Stunden der schon lange nicht mehr gefürchteten Fußball-Nation das Bild einer verheißungsvollen Zukunft.

"Ich denke, dass es eine wirkliche Chance gibt, dass wir uns entwickeln und 2022 gewinnen können - das ist das Ziel", erklärte der Verbandsboss, warnte aber auch: "Wir wissen, dass wir ein Problem haben, dass nicht genug englische Spieler in der Premier League oder sogar in der Championship (2. Liga) spielen, wie es einmal war. Deshalb ist das die Auswahl, die uns geblieben ist."

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