Brasilien schießt sich zum Gruppensieg

Aufmacherbild
 

Brasiliens Nationalteam hat bei der WM im eigenen Land den Sprung ins Achtelfinale geschafft.

Die "Selecao" setzte sich am Montag vor 68.748 Zuschauern in Brasilia gegen Kamerun mit 4:1 (2:1) durch und bekommt es nun als Sieger der Gruppe A am Samstag in Belo Horizonte mit Chile zu tun.

Doppelpack von Neymar

Trotz des klaren Resultats wussten die Brasilianer nicht wirklich zu überzeugen - letztlich hatten sie vor allem ihrem großen Star Neymar zu verdanken, dass die Partie gegen die bereits zuvor ausgeschiedenen Afrikaner nicht zu einem Zitterspiel wurde.

Der Barcelona-Stürmer traf in der 17. und 35. Minute, die weiteren Tore erzielten Fred (49.) und Fernandinho (85.) beziehungsweise Joel Matip (26.).

Mit Aggressivität und Nervosität

Die Brasilianer begannen dermaßen druckvoll, dass alles andere als ein Kantersieg zunächst undenkbar schien. Mit viel Druck wurde das Tor der Kameruner berannt, die beste Chance vergab Paulinho in der 3. Minute aus kurzer Distanz.

Ausgerechnet als die erste Angriffswelle abzuebben schien, schlug Neymar zum ersten Mal zu: Der 22-Jährige vollendete eine Hereingabe von Luiz Gustavo mit sehenswerter Schusstechnik zum 100. Tor dieser WM.

Drei Minuten später hatte Kameruns Goalie Charles Itandje bei einem Volley von Neymar große Probleme.

Danach aber wirkte der Rekordmeister von der Führung eher gehemmt als beflügelt.

Die Folge: Zunächst landete ein Kopfball von Matip in der 26. Minute an der Latte, wenige Sekunden später stellte der Schalke-Legionär aus kurzer Distanz auf 1:1. Die mustergültige Vorarbeit hatte Allan Nyom geleistet, der Dani Alves schlecht aussehen ließ.

Viertes WM-Tor

In dieser Phase wackelte Brasilien - plötzlich stand gegen die in den ersten Spielen arg gebeutelten Kameruner sogar eine Niederlage und damit ein vorzeitiger Turnier-Abschied im Raum.

Die Rettung kam aber wieder einmal in Person von Neymar.

Der Stürmer zog nach Marcelo-Vorarbeit auf und davon, überraschte Itandje mit einem Schuss ins kurze Eck (35.) und führt nun mit vier Treffern die Torschützenliste an.

Scolari geht auf Nummer sicher

Halbwegs Sicherheit kehrte ins brasilianische Spiel aber erst ab der 49. Minute ein - da erhöhte Fred nach Flanke von David Luiz per Kopf aus kurzer Distanz auf 3:1, und damit war die Gegenwehr Kameruns weitgehend gebrochen.

Das Spiel tröpfelte nur noch dahin, ehe der eingewechselte Fernandinho in der 85. Minute für den Endstand sorgte.

14 Minuten davor hatte sich Coach Felipe Scolari den Luxus erlaubt, den leicht angeschlagenen Neymar vom Platz zu holen und fürs Achtelfinale zu schonen.

Kamerun

Brasilien

Ballbesitz

45,80%

54,20%

Zweikämpfe

46,67%

53,33%

Eckbälle

6

7

Torschüsse

12

19

Torschüsse außerhalb Strafraum

6

8

Torschüsse innerhalb Strafraum

6

11

Kopfballchancen

1

1

Abseits

1

3

Fouls

14

19

Für die "Selecao" ist am Samstag gegen Chile ein topfitter Stürmerstar unverzichtbar, denn seine Kollegen präsentierten sich alles andere als in Bestform, und das gegen eine der schwächsten Mannschaften des Turniers, die ohne den verletzten Samuel Eto'o, den gesperrten Alexandre Song und den wegen eines Kopfstoßes gegen Teamkollegen Benjamin Moukandjo suspendierten Benoit Assou-Ekotto angetreten war.

Die Negativserie der Afrikaner fand ihre Fortsetzung - sie kassierten bereits die siebente WM-Niederlage in Folge.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen